Essay, 1993
21 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
CHANSON – COUPLET – SONG
Versuch einer semantischen Abgrenzung
Herkunft und allgemein-semantische Beschaffenheit der Begriffe:
Ihr jetziger Gebrauch im Deutschen:
Semantisches Feld von 'Chanson' im Französischen:
Verwandte Begriffe im Deutschen:
Sonderbedeutung von 'Couplet' im Deutschen:
Abgrenzung der Begriffe nach Hauptmerkmalen:
Zusammenhang der Begriffe und Konsequenzen:
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch einer semantischen Abgrenzung der drei eng verwandten Begriffe 'Chanson', 'Couplet' und 'Song', da diese im deutschen Sprachgebrauch häufig unpräzise und redundant verwendet werden, obwohl sie unterschiedliche Gattungsmerkmale aufweisen.
Sonderbedeutung von 'Couplet' im Deutschen:
Das 'Couplet' (im deutschen Wortsinn) ist viel älter als das 'Chanson'. Es war bereits im Wiener Volkstheater von Ferdinand Jakob Raimund (1790- 1836) und Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) voll entwickelt, ebenso in den Berliner Lokal-Possen von David Kalisch (1820-1872). Das 'Chanson' macht von seiner Struktur hauptsächlich für Satire Gebrauch. Sein Wirkungsprinzip beruht, wie das des Witzes, auf der unerwarteten und komischen Verbindung zweier Ebenen. Die eine stellt der Kehrreim oder Refrain (engl. Chorus) -die andere die Vorstrophe dar (couplets heißt frz. "Strophen"). Beim Witz sind dem Hörer beide Ebenen unbekannt, beim Couplet jedoch nur in der ersten Strophe, die die schwächste Wirkung hat. Von der zweiten ab ist nur noch jede Vorstrophe neu, bezw. ihre überraschende Koordinierung mit dem Refrain. Diese Bauform ist so nahe liegend, dass man überall dort auf sie kommen musste, wo die Spannung eines normalen Liedes nicht ausreichte, das Interesse der Zuhörer zu erhalten.
Sie eignet sich vorzüglich für die Sprechsituation des Raisoneurs, der Betrachtungen allgemeiner Art witzig darbieten will. Diese können mehr politischer Art sein, wie in den Couplets von Pierre Jean Beranger (1780-1857), oder mehr gesellschaftskritischer Natur, wie in denen von Nestroy oder Otto Reutter 1870-1931). Sie bleiben jedoch nie im erzählenden oder persönlichen Bereich, sondern erheben sich zu allgemeinen Aussagen über zwischenmenschliche Beziehungen. Die Kehrreime des Couplets' sind meist kürzer als die des Chansons. Sie füllen oft nur eine Zeile und bestehen aus einem allgemeinen Ausruf, einer Redensart oder einem Bild.
Herkunft und allgemein-semantische Beschaffenheit der Begriffe: Die Einleitung beleuchtet den historischen Ursprung und die semantische Einengung der Begriffe bei ihrer Übernahme in die deutsche Sprache.
Ihr jetziger Gebrauch im Deutschen: Dieses Kapitel analysiert den aktuellen, oft ungenauen Sprachgebrauch und die unterschiedlichen Assoziationen, die mit den Begriffen in der modernen Unterhaltungsmusik und Kabarettkultur verbunden sind.
Semantisches Feld von 'Chanson' im Französischen: Hier werden die Abgrenzungen im französischen Originalkontext diskutiert, um die spezifische deutsche Begriffsverwendung besser einordnen zu können.
Verwandte Begriffe im Deutschen: Die Untersuchung betrachtet weitere Gattungen wie Kabarett oder Bänkelsang, die als Untergruppen oder angrenzende Formen das semantische Feld erweitern.
Sonderbedeutung von 'Couplet' im Deutschen: Dieses Kapitel arbeitet das spezifische Strukturprinzip des Couplets im Vergleich zum Chanson und zum Song heraus.
Abgrenzung der Begriffe nach Hauptmerkmalen: Hier werden Kriterien wie Refrain, Vortragsart und Textpriorität gegenübergestellt, um eine methodische Differenzierung vorzunehmen.
Zusammenhang der Begriffe und Konsequenzen: Das Fazit stellt fest, dass die Gattungsbeziehungen eher als "Verflechtung" denn als klare "Abzweigung" zu verstehen sind und diskutiert die Konsequenzen für eine exakte literaturwissenschaftliche Terminologie.
Chanson, Couplet, Song, Lied, Kabarett, Gattungstheorie, Semantik, Literaturwissenschaft, Vortragspraxis, Sozialkritik, Musikdramaturgie, Strukturprinzip, Begriffsgeschichte, Interpretation, Unterhaltungsmusik.
Die Publikation untersucht die semantischen Abgrenzungen der drei literarisch-musikalischen Gattungen Chanson, Couplet und Song im deutschen Sprachgebrauch.
Die Arbeit behandelt die historische Herkunft, die strukturellen Merkmale, die aktuelle Verwendung und die methodischen Schwierigkeiten bei der Kategorisierung dieser Gattungen.
Das Ziel ist es, eine systematische und begriffliche Ordnung in den oft redundanten und ungenauen Sprachgebrauch dieser drei Gattungen zu bringen.
Es wird eine systematische Analyse von Gattungsmerkmalen durchgeführt, wobei die "Verflechtung" der Begriffe gegenüber einer einfachen "Abzweigungslogik" bevorzugt wird.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der Vortragsarten, der Rolle von Text und Musik sowie dem Einfluss der Darbietungssituation (z.B. Kabarett versus große Bühne).
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Chanson, Couplet, Song, Gattungstheorie, Semantik und Literaturbegriff.
Das Couplet zeichnet sich durch ein spezifisches Wirkungsprinzip aus, das auf der witzigen Verknüpfung von Vorstrophe und Refrain basiert und in seiner Bauform oft flexibler als klassische Lieder ist.
Die Untersuchung zeigt, dass die Merkmale der Gattungen stark miteinander verwachsen sind, wodurch keine eindeutigen Trennlinien, sondern lediglich "Familienähnlichkeiten" bestehen.
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