Diplomarbeit, 2007
112 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Entwicklung der deutschen Beschäftigungskrise und heutiger empirischer Befund
3.1 Entwicklung der deutschen Beschäftigungskrise
3.2 Niveau und Struktur der deutschen Arbeitslosigkeit
3.2.1 Spezifikation der deutschen Arbeitslosigkeit
3.2.2 Problemgruppen des deutschen Arbeitsmarktes
3.3 Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich
3.4 Folgen der deutschen Beschäftigungskrise
4 Aktive Arbeitsmarktpolitik der Vergangenheit auf dem Prüfstand
4.1 Evaluation der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
4.2 Evaluation der Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung
4.3 Fazit und Ausblick
5 Auswirkungen der aktuellen Hartz-Reformen
5.1 Vorbemerkung
5.2 Neuorganisation der Bundesagentur für Arbeit
5.3 Personal-Service-Agenturen
5.4 Vermittlungsgutscheine
5.5 Mini- und Midijobs
5.6 Ich-AG
5.7 Hartz IV
5.8 Fazit und Ausblick
6 Lohnpolitik der Tarifparteien auf dem Prüfstand
6.1 Vorbemerkung
6.2 Untersuchung des geforderten dezentralen Lohnfindungssystems
6.2.1 Hintergründe der Forderung
6.2.2 Empirische Untersuchung eines dezentralen Lohnfindungssystems auf seine Beschäftigungswirkung
6.2.3 Öffnungsklauseln als Alternative zum rein dezentralen Lohnfindungssystem
6.2.4 Zwischenfazit
6.3 Forderung einer moderaten Lohnpolitik auf dem Prüfstand
6.4 Beurteilung einer stärkeren Lohnspreizung
6.5 Senioritätslöhne auf dem Prüfstand
6.6 Fazit und Ausblick
7 Kündigungsschutz als möglicher Mitverantwortlicher an der Beschäftigungskrise
7.1 Der Kündigungsschutz und die über ihn geführte beschäftigungspolitische Debatte
7.2 Die beschäftigungspolitische Debatte unter der empirischen Lupe
7.3 Empirisch belegbare Schwachstellen des Kündigungsschutzes
7.4 Das Modell des Kronberger Kreises
7.5 Fazit und Ausblick
8 Lösungswege für die Beschäftigungsproblematik älterer und gering qualifizierter Arbeitnehmer
9 Die Magdeburger Alternative als Weg aus der deutschen Beschäftigungskrise
10 Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Ursachen der deutschen Beschäftigungskrise und analysiert kritisch die Wirksamkeit bisheriger arbeitsmarktpolitischer Instrumente. Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Evaluation von Maßnahmen wie den Hartz-Reformen, der Lohnpolitik und dem Kündigungsschutz fundierte Lösungswege aufzuzeigen, um insbesondere die Integration älterer und gering qualifizierter Arbeitnehmer in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.
3.1 Entwicklung der deutschen Beschäftigungskrise
In den 60er Jahren war die Arbeitswelt in Deutschland noch positiv geprägt. Der deutsche Arbeitsmarkt hatte internationalen Vorzeigecharakter und mit einer Arbeitslosenquote von 0,5 % im Jahre 1965 konnte die Bundesrepublik sogar Überbeschäftigung erzielen. Auch 1970 lag die Arbeitslosenquote noch unter 1 % und auf drei vakante Stellen kam ein Arbeitsplatzsuchender. Doch seit mehr als 30 Jahren tritt der Präsident der Bundesagentur für Arbeit zu Beginn eines jeden Monats vor die laufenden Kameras, um die neuesten Arbeitslosenzahlen für Deutschland zu verkünden. Jüngsten Meldungen zufolge waren im Dezember 2006 gut vier Millionen Menschen ohne Arbeit, was einer Arbeitslosenquote von 9,6 % entspricht. Hinzu kommen noch 1,6 Millionen Menschen, die staatlich finanzierte Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramme durchlaufen oder subventionierte Ein-Euro-Jobs ausüben sowie eine Stille Reserve, die sich laut Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf ca. 1,9 Millionen Menschen beläuft. Die Stille Reserve lässt sich als Anteil der Personen definieren, die zwar prinzipiell erwerbstätig werden möchten, aber nicht bei der Bundesagentur für Arbeit als Arbeitsuchende registriert sind, da sie keine geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten erwarten oder da sie dem Arbeitsmarkt vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. Zählt man die Anzahl dieser verdeckten Arbeitslosen zu den offiziell verkündeten Arbeitslosenzahlen hinzu, so steigt die Zahl der Beschäftigungsuchenden von rund vier Millionen auf weit über sieben Millionen.
Die Anfänge der Beschäftigungsmisere in Deutschland gehen auf das Jahr 1973 zurück. Damals begann die erste Ölkrise und zeitgleich fand das System der festen Wechselkurse von Bretton-Woods sein Ende, durch das der deutsche Export jahrelang floriert hatte. Die europäischen Regierungen wollten ihre Währungen nicht mehr länger fest an den Dollar als Leitwährung binden. Für Westdeutschland bedeutete dies eine starke Aufwertung der D-Mark und eine sinkende Konsumnachfrage, auf die die Unternehmen mit Entlassungen reagierten. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg waren in der Bundesrepublik Deutschland wieder mehr als eine Millionen Menschen auf der Suche nach einer Beschäftigung, fast viermal soviel wie noch zu Beginn der 70er Jahre.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Arbeitslosenzahlen und definiert das Ziel der Arbeit, Wege aus der Beschäftigungskrise aufzuzeigen.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Beschäftigungskrise, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, Beschäftigungspolitik, Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsmarkt wissenschaftlich definiert.
3 Entwicklung der deutschen Beschäftigungskrise und heutiger empirischer Befund: Das Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Beschäftigungskrise seit 1973 sowie die spezifischen Problemgruppen am deutschen Arbeitsmarkt.
4 Aktive Arbeitsmarktpolitik der Vergangenheit auf dem Prüfstand: Hier werden traditionelle Instrumente wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und die Förderung der beruflichen Weiterbildung auf ihre Wiedereingliederungseffekte evaluiert.
5 Auswirkungen der aktuellen Hartz-Reformen: Das Kapitel untersucht die Hartz-Gesetze I bis IV, deren Neuausrichtung der Bundesagentur für Arbeit sowie spezifische Instrumente wie PSA, Vermittlungsgutscheine, Mini-/Midijobs und die Ich-AG.
6 Lohnpolitik der Tarifparteien auf dem Prüfstand: Dieses Kapitel prüft die Auswirkungen der Lohnpolitik auf die Beschäftigung und diskutiert dezentrale Lohnfindung, Lohnspreizung sowie Senioritätslöhne.
7 Kündigungsschutz als möglicher Mitverantwortlicher an der Beschäftigungskrise: Die Untersuchung befasst sich mit dem Kündigungsschutzgesetz und dessen empirisch belegter oder vermuteter Wirkung auf das Einstellungsverhalten von Unternehmen.
8 Lösungswege für die Beschäftigungsproblematik älterer und gering qualifizierter Arbeitnehmer: Hier werden gezielte Lösungsstrategien für die identifizierten Hauptproblemgruppen des deutschen Arbeitsmarktes erarbeitet.
9 Die Magdeburger Alternative als Weg aus der deutschen Beschäftigungskrise: Das Kapitel stellt das Kombilohnmodell als ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor.
10 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines breit angelegten Reformpakets zur Überwindung der strukturellen Arbeitsmarktprobleme.
Beschäftigungskrise, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Hartz-Reformen, Tarifpolitik, Kündigungsschutz, Geringqualifizierte, Ältere Arbeitnehmer, Magdeburger Alternative, Lohnpolitik, Vollbeschäftigung, Strukturwandel, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Personalserviceagenturen, Arbeitsmarktintegration.
Die Arbeit analysiert die Ursachen der deutschen Beschäftigungskrise seit 1973 und bewertet die Wirksamkeit verschiedener arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen sowie Reformvorschläge zur Linderung der Arbeitslosigkeit.
Zu den Kernbereichen zählen die arbeitsmarktpolitischen Reformen (Hartz-Gesetze), die Rolle der Lohnpolitik der Tarifparteien, die Auswirkungen des Kündigungsschutzes und Lösungsstrategien für spezifische Problemgruppen.
Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob und inwieweit die eingeleiteten politischen Reformen zur Bewältigung der Beschäftigungskrise beitragen, und die Entwicklung alternativer Lösungswege.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien und Evaluationsberichte zu arbeitsmarktpolitischen Instrumenten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Arbeitsmarktentwicklung, die Evaluation traditioneller und moderner Arbeitsmarktinstrumente, die kritische Würdigung der Lohnpolitik sowie die Untersuchung des Kündigungsschutzes und innovativer Konzepte wie der Magdeburger Alternative.
Zentrale Begriffe sind die Beschäftigungskrise, die strukturelle Arbeitslosigkeit, die aktive Arbeitsmarktpolitik, die Hartz-Reformen und das Konzept des Kombilohns.
Die Autorin stellt dar, dass der Kündigungsschutz in der öffentlichen Diskussion oft für die Arbeitsmarktmisere verantwortlich gemacht wird, obwohl empirische Untersuchungen zeigen, dass seine tatsächlichen negativen Auswirkungen auf Einstellungen überschätzt werden.
Es handelt sich um ein von Schöb und Weimann entwickeltes Kombilohnmodell, das durch staatliche Lohnsubventionen in Form von Sozialabgabenbefreiungen speziell für Geringqualifizierte neue Anreize zur Beschäftigungsaufnahme schaffen will.
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