Magisterarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Lied und Liedtext
2.1 Einführung
2.2 Die Songkrise als Vorbedingung
3. Die Hamburger Schule
3.1 Der Begriff ‚Hamburger Schule’
3.2 Kritik am Terminus
3.3 Frankfurter Schule und Diskursrock
4. Die Geschichte der Hamburger Schule
4.1 Einführung zu den Herkünften und Vorbedingungen
4.2 Die Hamburg-Ostwestfalen-Verbindung
4.3 Hamburg - öffentliche und private Räume
4.4 Das Politische
4.5 L’Age D’Or und andere Verlage
5. Warum deutsche Texte?
6. Die frühe Hamburger Schule
7. Tocotronic
7.1 Einführung
7.2 Bandgeschichte
7.3 Einflüsse
7.4 Einführung zu den Texten
7.5 Textproduktion
7.6 Inhalte
7.6.1 Eins zu Eins und Authentizität
7.6.2 „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“ – Der Wunsch nach Zugehörigkeit
7.6.3 Das Identifikationsproblem
7.6.4 Das Subjekt, seine Position und der Selbstverlust
7.6.5 Zweisamkeit
7.6.6 Michael Ende und die Gesellschaftskritik
7.7 ‚K.O.O.K.’ – Das Scharnieralbum
7.8 „Eins zu Eins ist jetzt vorbei“ – Die neue Textcharakteristik
8. Die Sterne
8.1 Einführung
8.2 Bandgeschichte
8.3 Einflüsse
8.3.1 Musikalische und lyrische Einflüsse
8.3.2 Zitieren und Spilkers Selbstlegitimation des Ideenraubs
8.4 Die Sprache
8.5 Text und Textproduktion bei Spilker
8.5.1 Einführung
8.5.2 Pluralität der Ebenen versus Unmittelbarkeit
8.5.3 Strukturelle Brechungen
8.6 Die Verschränkung von Text und Musik
8.7 Inhalte
8.7.1 Einführung zu den Inhalten
8.7.2 Das Subjekt und sein Innenraum
8.7.3 Die Bewegung von Innen nach Außen
8.7.4 Desillusionierung und die Kritik an der politischen Gesellschaft
9. Blumfeld
9.1 Einführung
9.2 Bandgeschichte
9.3 Einflüsse
9.4 Sprache
9.5 Der Text
9.5.1 Distelmeyers Textproduktion
9.5.2 Textanalyse
9.5.2.1 Die Spuren des Hip Hop
9.5.2.2 Die Komplexität der Texte und ihre Ursachen
9.6 Die Verbindung von Text und Musik bei Blumfeld
9.7 Inhalte
9.7.1 Subjekt und ‚Ich’ - Konstruktion und Zweck von Identität (‚Ich-Maschine’)
9.7.2 Revolution von Innen
9.7.3 Ein neues ‚Ich’ und das ‚Du’ (‚L’Etat Et Moi’)
9.7.4 ‚Ich’ und ‚Du’ im Kollektiv
9.7.5 Kommunikation im Kollektiv
9.8 Abschließende Bemerkung zu den Inhalten
9.9 Blumfeld zur Jahrtausendwende und darüber hinaus
10. Das Ende der Hamburger Schule - Epigonen und legitime Nachfolger
11. Abschlussbemerkung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Hamburger Schule in der deutschsprachigen Pop- und Rockmusik der 1990er Jahre, wobei der Fokus auf den drei Hauptvertretern Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld liegt, um eine intermediale Analyse ihrer Lyrik und Songstrukturen zu erstellen.
3.1 Der Begriff ‚Hamburger Schule’
Von der Entstehung des Begriffes ‚Hamburger Schule’ existieren viele mehr oder weniger belegte Versionen. Allen gemein ist der Name Thomas Groß. Dieser soll den Begriff erstmals in einem Artikel in der TAZ über die nahezu gleichzeitig erschienenen Alben Reformhölle von Cpt. Kirk & und Ich-Maschine von Blumfeld benutzt und ihn darin in Analogie zur Frankfurter Schule gesetzt haben. Der Autor selber sagt, dass er ihn mit Sicherheit nicht als terminus technicus eingeführt hat und verneint dessen Erfindung.
Weitere Theorien lauten, dass der Artikel, in dem der Begriff auftaucht, zuerst im Berliner TIP erschienen sein soll. Pascal Fuhlbrügge, einer der Gründerväter der Hamburger Schule, meint, dass Volker Backes den Begriff zum ersten Mal im Bielefelder Fanzine What’s that noise benutzt haben soll, bevor er dann von Groß übernommen worden ist.
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Hamburger Schule (1992-1999) anhand der Bands Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld und untersucht deren Einfluss auf den deutschsprachigen Pop.
2. Lied und Liedtext: Es werden die Grundlagen der Symbiose von Text und Musik sowie die theoretische Notwendigkeit einer intermedialen Analyse erörtert.
3. Die Hamburger Schule: Das Kapitel definiert den Begriff, diskutiert die Kritik daran und beleuchtet die Bezüge zur Frankfurter Schule und zum Diskursrock.
4. Die Geschichte der Hamburger Schule: Die Herkunft, räumliche Verankerung, politische Ausrichtung und die Rolle unabhängiger Musikverlage werden historisch nachgezeichnet.
5. Warum deutsche Texte?: Der intellektuelle Anspruch und die bewusste Entscheidung der Musiker für die deutsche Sprache werden als Reaktion auf die Songkrise begründet.
6. Die frühe Hamburger Schule: Die Anfänge der Szene in den 1980er Jahren und wegweisende Bands werden vorgestellt.
7. Tocotronic: Die Bandgeschichte, ihre Einflüsse, ihre Textproduktion und die Themenentwicklung von der Authentizitätssuche bis zur Verrätselung werden detailliert analysiert.
8. Die Sterne: Das Kapitel widmet sich der Bandgeschichte, dem Zitieren als Methode, der Sprache und den Inhalten in den Texten von Frank Spilker.
9. Blumfeld: Es werden die Textanalyse, die Bedeutung des Hip Hop Einflusses, die Konstruktion von Identität und das Kollektiv im Werk von Jochen Distelmeyer untersucht.
10. Das Ende der Hamburger Schule - Epigonen und legitime Nachfolger: Die Entwicklung nach 1999 und das Aufkommen neuer deutschsprachiger Gitarrenbands werden kritisch betrachtet.
11. Abschlussbemerkung: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und schließt mit einem Ausblick auf das Erbe der Hamburger Schule.
Hamburger Schule, Tocotronic, Die Sterne, Blumfeld, deutschsprachiger Pop, Diskursrock, Textanalyse, Musikgeschichte, Intermedialität, Subjekt, Identität, Gesellschaftskritik, Songkrise, 1990er Jahre, Independent-Musik.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Hamburger Schule“ als Musikströmung der 1990er Jahre und deren maßgebliche Rolle für den Trend zum deutschsprachigen Text in der Pop- und Rockmusik.
Der Fokus liegt auf den drei Hauptvertretern Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld, deren textliches und musikalisches Schaffen intensiv analysiert wird.
Das Ziel ist es, ein überblicksartiges Gesamtbild dieser Musik- und Lyrikströmung zu erstellen und die inhaltlichen sowie historischen Grundlagen systematisch zu erarbeiten.
Die Autor setzt auf eine intermediale Untersuchung, bei der das Textwerk der Bands auf Einflüsse, Textproduktion, zentrale Themen und die Verbindung von Text und Musik hin analysiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Strömung und eine detaillierte Einzelanalyse der drei Bands, inklusive ihrer Entwicklung über das Jahrzehnt hinweg.
Zu den zentralen Begriffen gehören Hamburger Schule, Diskurspop, Identitätskonstruktion, Gesellschaftskritik, Songkrise und Intermedialität.
Sie dient als theoretische Analogie, da der Begriff „Hamburger Schule“ in Anlehnung an den diskursiven und gesellschaftskritischen Anspruch der Frankfurter Schule geprägt wurde.
Distelmeyer zeichnet sich besonders durch ein sehr komplexes, oft kryptisch wirkendes Bedeutungsgeflecht aus, das stark auf Tagebuchaufzeichnungen und eine langjährige Identitäts- und Sozialisationsforschung zurückgreift.
Dies beschreibt einen Tiefpunkt des deutschsprachigen musikalischen Selbstverständnisses, der durch das Fehlen anspruchsvoller Texte und die Dominanz kommerzieller, sinnfreier englischsprachiger Popmusik gekennzeichnet war.
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