Diplomarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Therapeutisches Reiten in Medizin, Psychologie und Pädagogik
2.1 Hippotherapie als krankengymnastische Förderung
2.2. Der Behindertenreitsport als integrative Freizeitgestaltung
2.3. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren als ganzheitliche Förderung
2.4. Weiterbildung zur Reit- Voltigierpädagogin
3. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
3.1. Abgrenzung zwischen Voltigieren und Heilpädagogischen Voltigieren
3.2. Entwicklung des HPR/V in der Schweiz und Deutschland
3.3. Zielgruppen des HPR/V
3.4. Förderdimensionen im HPR/V
3.4.1. Motorische Förderaspekte
3.4.2. Kognitive Förderaspekte
3.4.3. Emotionale Förderaspekte
3.4.4. Soziale Förderaspekte
3.5. Die Rolle der Voltigierpädagogin
3.6. Das Beziehungsdreieck im HPR/V
3.6.1. Kontakt zwischen Kind und Pferd
3.6.2. Kontakt zwischen Voltigierpädagogin und Pferd
3.6.3. Kontakt zwischen Kind und Voltigierpädagogin
3.6.4. Beziehungsdreieck in der Gruppe
4. Die Wirkung der Mensch- Pferd- Beziehung
4.1. Der Kontakt zum Pferd- ein menschliches Bedürfnis
4.2. Der Bewegungsdialog zwischen Mensch und Pferd
4.3. Die Bedeutung des “Getragenwerdens“
4.4. Die vom Pferd ausgehende Beziehungsinhalte
4.5. Die emotionale Kontaktaufnahme zum Pferd
5. Zum Begriff „Verhaltensauffälligkeit“
5.1. Definition
5.2. Ätiologie
5.2.1. Psychosoziale Faktoren
5.2.2. Biologische Faktoren
5.2.3. Gesellschaftliche Faktoren
5.3. Theoretisch- wissenschaftliche Ansätze der Intervention
5.3.1. Der lerntheoretische Ansatz
5.3.2. Der biophysische Ansatz
5.3.3. Der humanistisch-psychologische Ansatz
5.4. Pädagogisch- therapeutische Verfahren
5.4.1. Verhaltensmodifikation
5.4.2. Das Spiel
5.4.3. Hilfreiche Gesprächsführung
6. HPR/V als Fördermaßnahme für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten
6.1. Bedeutung der Motivation im Lernprozess
6.2. Die Wichtigkeit der Selbsterfahrung
6.3. Spezielle Förderaspekte für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten
6.3.1. Förderung auf emotionaler Ebene
6.3.2. Förderung auf sozialer Ebene
6.3.3. Förderung auf individueller Ebene
7. Notwendigkeit und Effektivität des HPR/V
7.1. Beobachtungsverfahren auf der Verhaltensebene
7.2. Einschätzung zur Notwendigkeit des HPR/V
7.3. Wissenschaftliche Untersuchungen der Maßnahme
8. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die heilpädagogischen Fördermöglichkeiten des Heilpädagogischen Reitens und Voltigierens (HPR/V) bei verhaltensauffälligen Kindern. Zentral ist die Forschungsfrage, welche spezifische Wirkung das Medium Pferd auf diese Kinder ausübt und wie die Mensch-Pferd-Beziehung positiv zur Verhaltensänderung beitragen kann.
4.4. Die vom Pferd ausgehende Beziehungsinhalte
Im HPR/V kommt dem Beziehungsaspekt eine besondere Rolle zu. Wie bereits erläutert, ist das HPR/V geprägt von einer sogenannten Dreiecksbeziehung. Die verschiedenen Beziehungskonstellationen sind dabei von unterschiedlicher Bedeutung und Intensität. Im HPR/V wird der Kontakt zwischen Kind und Pferd hoch bewertet. Entscheidend ist dabei die Beziehungsfähigkeit des Pferdes, die auf das Kind wirkt. Im Folgenden werden die Beziehungsinhalte dargestellt, die das Pferd mit seinem Wesen und Verhalten vermittelt. Dabei beziehe ich mich auf die Ausführungen von J. Vossberg (1994, S. 160- 188) in seinem Buchbeitrag „Anbahnung und Gestaltung positiver Beziehungen mit Kleinpferden“.
Dauerhafte negative Beziehungserfahrungen stellen für Kinder eine soziale und emotionale Unterversorgung dar. Negative Erfahrungen wie Isolation, Ablehnung oder geringe Wertschätzung können langfristig zu einer Störung im Verhalten des Kindes führen. Die mangelnde oder gar fehlende frühe Mutter- Kind- Beziehung hat besonders gravierenden Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit des Kindes. Vossberg bezeichnet es als Schwierigkeit, die vom Pferd ausgehenden Beziehungsinhalte konkret zu benennen, da die meisten Begriffe bezüglich des Beziehungsaspekts aus der Humanpsychologie stammen. Er benennt die Beziehungsinhalte daher mit den Begriffen „Zuwendung und Abgrenzung“, sowie „Eindeutigkeit und Offenheit“, da diese direkt am Verhalten des Pferdes zu erkennen sind.
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Erläuterung der persönlichen Motivation sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Therapeutisches Reiten in Medizin, Psychologie und Pädagogik: Überblick über die verschiedenen Bereiche des therapeutischen Reitens und deren Einordnung in das Gesundheitswesen.
3. Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren: Darstellung des Konzepts, der Zielgruppen, der Rollen der Pädagogin und der Bedeutung der Beziehungsdynamiken.
4. Die Wirkung der Mensch- Pferd- Beziehung: Analyse der spezifischen Wirkung des Mediums Pferd auf das Kind und die psychologische Bedeutung dieser Verbindung.
5. Zum Begriff „Verhaltensauffälligkeit“: Definition von Verhaltensauffälligkeiten sowie Ursachenanalyse und Vorstellung pädagogisch-therapeutischer Interventionsansätze.
6. HPR/V als Fördermaßnahme für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten: Detaillierte Ausführung der Förderschwerpunkte in emotionaler, sozialer und individueller Hinsicht.
7. Notwendigkeit und Effektivität des HPR/V: Diskussion über die Wirksamkeit der Maßnahme gestützt auf Beobachtungsverfahren und wissenschaftliche Studien.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zum hohen Wert der pferdegestützten Förderung.
Heilpädagogisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren, Verhaltensauffälligkeit, Mensch-Pferd-Beziehung, Selbsterfahrung, Sozialkompetenz, Emotionale Förderung, Psychomotorik, Beziehungsdreieck, Reitpädagogik, therapeutisches Reiten, Fördermaßnahmen, Entwicklungsförderung, Verhaltensstörung, Resilienz.
Die Arbeit untersucht den heilpädagogischen Nutzen des Reitens und Voltigierens für verhaltensauffällige Kinder und beleuchtet das Pferd als Medium zur Unterstützung ihrer Entwicklung.
Im Fokus stehen die Beziehungsdynamik zwischen Kind, Pferd und Pädagogin, die Entwicklung von sozialen und emotionalen Kompetenzen sowie die fachliche Einordnung der Maßnahme in den Kontext von Verhaltensstörungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das HPR/V durch seine spezifischen Eigenschaften zur positiven Verhaltensänderung und Persönlichkeitsstärkung bei Kindern beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung der Fachliteratur sowie auf der Verknüpfung von theoretischen Ansätzen mit praktischen Beobachtungs- und Evaluationsinstrumenten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung der Fördermöglichkeiten (emotional, sozial, individuell) sowie die Diskussion zur Effektivität der Maßnahme.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren, Beziehungsdreieck, Selbsterfahrung, Förderung, Verhalten und soziale Integration.
Sie agiert primär als Vermittlerin, die sich zurückhält, um dem Kind direkte, wertfreie Erfahrungen im Kontakt mit dem Pferd zu ermöglichen, ohne die Interaktion unnötig zu stören.
Durch das Angebot von Kontakt und Zuwendung ermöglicht das Pferd den Kindern in einer sicheren, nicht-bewertenden Umgebung, sich ihren Ängsten schrittweise zu stellen und ihr Selbstvertrauen zu stärken.
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