Examensarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
1. Geschichte der Jugendsprachforschung
2. Jugend und ihre Sprache
2.1 „Die Jugend“ gibt es nicht
2.2 Entstehung spezifischer jugendkultureller Sprachstile
2.3 Merkmale der deutschen Jugendsprache
2.3.1 Kanakisch
2.3.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede
2.3.3 Jugendsprachlicher Einfluss auf die Standardsprache
2.4 Verwendung von Jugendsprache
3. Jugendsprache in den Medien
3.1 Werbung
3.2 Verändert Werbung unsere Sprache?
4. Untersuchung: „Jugendliche und ihre Sprache“
4.1 Zielstellung und Aufbau der Stichprobe
4.2 Datenerfassung
4.3 Auswertung der Untersuchung
4.3.1 Kontakt zu Jugendlichen
4.3.2 Die Zeit der Jugend
4.3.3 Wie sind Jugendliche?
4.3.4 Mediale Einflüsse
4.3.5 Jugendsprache vs. Standardsprache
4.4 Beurteilung der Untersuchung
4.5 Überblick der wesentlichen Ergebnisse aus der Stichprobe
5. Schlussbetrachtung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den medialen Einfluss auf die Jugendsprache zu analysieren und zu untersuchen, ob diese als eine Quelle für die deutsche Standardsprache fungieren kann. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie mediale Inhalte und Werbung von Jugendlichen rezipiert und zur Stilbildung genutzt werden.
2.3 Merkmale der deutschen Jugendsprache
Wie sieht nun der jugendliche Sprachstil aus? Die wesentlichsten Merkmale werden mit einigen Beispielen verdeutlicht. Hiervon ausgehend wird das Modell der Jugendsprache von Henne sowie der Aspekt der Stilisierung näher beleuchtet. In weiteren Ausführungen greife ich einzelne Aspekt heraus, die ich auch später im Fragebogen für meine Stichprobe auswählte, auf. Es wird daher nicht nur den neusten derzeitigen Trend Kanakisch betreffen, sondern auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede und den jugendsprachlichen Einfluss auf die Standardsprache.
Jugendsprache in ihrer ganzen Ausdrucksweise darzustellen, ist schwierig, denn sie ist nicht nur regional verschieden, sondern auch von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es auch unter Jugendlichen zu Problemen bei der Verständigung kommen kann. Dennoch lassen sich indessen bestimmte Merkmale, die zum größten Teil nur in der gesprochenen Sprache vorkommen, festhalten. Bevor ich diese aufzeige, nutze ich das Modell von Henne, um die vier Dimensionen der Jugendsprache zu verdeutlichen (Henne 1986, 215):
Jugendsprache hat demzufolge vier Dimensionen, in die die einzelnen Begriffe und Ausdrücke eingeordnet werden können.
1. Geschichte der Jugendsprachforschung: Dieser Abschnitt gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Forschung von frühen Sondersprachen bis hin zu modernen, linguistischen Ansätzen.
2. Jugend und ihre Sprache: Hier werden Definitionen von „Jugend“ diskutiert und die wesentlichen Merkmale sowie Stilformen der Jugendsprache (wie Kanakisch) analysiert.
3. Jugendsprache in den Medien: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Medien und insbesondere der Werbung als Inspirationsquelle für jugendliche Sprachstile.
4. Untersuchung: „Jugendliche und ihre Sprache“: Dies ist der empirische Teil der Arbeit, in dem eine eigene Stichprobe ausgewertet wird, um die Einstellungen gegenüber Jugendsprache und Medien zu ermitteln.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Medien einen signifikanten Einfluss auf die Sprache haben, auch wenn Jugendsprache kein reines Produkt der Medien ist.
Jugendsprache, Sprachwandel, Standardsprache, Medien, Werbung, Stichprobe, Kanakisch, Peer-Group, Sprachökonomie, Stilbildung, Bricolage-Prinzip, Jugendkultur, Anglizismen, Kommunikation, Sprachvarietät
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Medien und der Werbung auf die deutsche Jugendsprache und geht der Frage nach, ob jugendsprachliche Elemente den Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch (Standardsprache) finden.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Jugendsprachforschung, die Stilisierung von Sprache durch Jugendliche, mediale Einflüsse auf den Wortschatz sowie die empirische Analyse von Einstellungsdaten.
Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob Jugendsprache als eine Quelle für die Standardsprache unter Berücksichtigung des unabstreitbaren medialen Einflusses gelten kann.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Querschnittstudie, die mittels eines Fragebogens bei 188 Probanden durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Jugendkultur und Sprachmerkmalen, eine detaillierte medienwissenschaftliche Analyse von Werbung und Sprache sowie die Auswertung der selbst erhobenen Stichproben-Daten.
Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Sprachwandel, Standardsprache, Medien, Werbung, Stilbildung und Peer-Group.
Kanakisch dient als aktuelles Beispiel für eine Sonderform der Jugendsprache, die durch die breite mediale Präsenz, etwa in Comedysendungen, einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung von Jugendsprache ausübt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Medien zwar als wichtigstes Transportmittel für jugendsprachliche Ausdrücke fungieren, die Jugendsprache jedoch kein reines Produkt der Medien ist, sondern durch die Jugendlichen aktiv angeeignet und transformiert wird.
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