Bachelorarbeit, 2007
49 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Gegenstand und Fragestellung
1.1 Ort und Entstehung
1.2 Inhalt
1.3 Erzählstruktur
1.3.1 Marilyn Aronberg Lavins Erzählmuster
1.3.2 Jutta Karpf: Analyse der Erzählstruktur
1.3.3 Wolfgang Kemp: Erzählen in Figuren bzw. in Sequenzen
2. Bild- und Betrachterraum im Zyklus von Prato
1. Bild- und Betrachterraum – Klärung der Begriffe
1.1 Entstehung eines Spannungsraumes durch die Interaktion zweier Figuren
1.2 Architektur als Raum schaffendes Element
2. Architektur und Landschaft
3. Figur und Raum
4. Die Verbindung von Bild- und Betrachterraum
5. Das Verhältnis von Betrachter und Bild
Resümee
Die Arbeit untersucht, wie Filippo Lippi in seinen Freskenzyklen im Dom zu Prato durch den gezielten Einsatz von Architektur, Natur und Figuren einen komplexen Bild- und Betrachterraum konstruiert und den Betrachter dabei in das erzählerische Gefüge einbindet.
Die Verbindung von Bild- und Betrachterraum
Überblickt man die Entwicklung, die sich in dem Verhalten der Malerei zur Architektur im Laufe der Jahrhunderte vollzogen hat, so wird man feststellen, dass die Rolle der Malerei im Hinblick auf das Ganze immer bedeutender geworden ist (..).105
Auch Sandström spricht dem Bild im Allgemeinen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Raum zu, dem es zugeordnet wird. So habe es oft einen ändernden oder akzentuierenden Effekt auf die Architektur106 und könne durchaus auch selbst ein Teil von ihr werden.107 In einem besonderen Maße trifft dies auf Bilderzyklen zu, die sich über zwei oder im Falle der Prateser Fresken über mehrere Wände erstrecken, wodurch sich vielfältigere Möglichkeiten ergeben, auf den Betrachterraum einzuwirken. Filippo Lippi stellt die Verbindung zum Betrachterraum auf mehrere Arten her.
In dem bei der Trauer um Stephanus dargestellten Kirchenraum erkennen einige Forscher die Capella Maggiore des Doms von Prato wieder108.
Here the Saint's richly robed body lies on a catafalque set in the nave of a church which in many respects looks like Prato cathedral.109
Einleitung: Die Einleitung führt in die kunstwissenschaftliche Raumthematik ein und begründet die methodische Herangehensweise zur Untersuchung von Lippis Fresken.
1. Gegenstand und Fragestellung: Dieses Kapitel erläutert die historischen Hintergründe zur Stadt Prato, zum Künstler Filippo Lippi sowie die inhaltliche Konzeption der Freskenzyklen.
1.3 Erzählstruktur: Hier werden verschiedene analytische Ansätze (Lavin, Karpf, Kemp) angewandt, um die narrativen Muster der Fresken systematisch zu entschlüsseln.
2. Bild- und Betrachterraum im Zyklus von Prato: Dieses zentrale Kapitel analysiert, wie durch die Interaktion von Architektur, Landschaft und Figuren ein "spannungsreicher Raum" erzeugt wird.
Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt Lippis meisterhafte Fähigkeit, den Betrachter aktiv in seine Raumkonstruktionen einzubinden.
Filippo Lippi, Dom zu Prato, Fresken, Erzählstruktur, Bildraum, Betrachterraum, Kunstgeschichte, Raumtheorie, Wolfgang Kemp, Bildanalyse, Mittelalterliche Malerei, Raumkonstruktion, Perspektive, Heiligenviten, Narrativik
Die Arbeit analysiert die Raumgestaltung in Filippo Lippis Freskenzyklen im Dom zu Prato und wie diese den Betrachter in das Bildgeschehen integriert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählstruktur der Zyklen, der Interaktion von Architektur und Figur sowie der Verbindung zwischen gemaltem Bildraum und realem Betrachterraum.
Das Ziel ist aufzuzeigen, mit welchen Mitteln Lippi Raum schafft und in welchem Maße er den Betrachter durch eine gezielte Raumkonzeption in seine Bildwelt einbezieht.
Die Analyse stützt sich auf die narrativen und strukturalistischen Ansätze von Marilyn Aronberg Lavin, Jutta Karpf und Wolfgang Kemp.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählstruktur, die Analyse von Architektur und Landschaft sowie die Erörterung des Verhältnisses von Betrachter und Bild.
Wichtige Begriffe sind Filippo Lippi, Prateser Domfresken, Erzählstruktur, Raumtheorie, Bildraum, Betrachterraum und Narrativik.
Lippi verwendet perspektivisch gestaltete Architektur und illusionistische Elemente, um die Bildfelder miteinander in Kommunikation zu setzen und den Betrachterraum aktiv einzubinden.
Die Martyriumsszenen sind so konzipiert, dass die dargestellten Handlungen scheinbar den Betrachterraum durchqueren, was eine direkte emotionale Involvierung des Betrachters bewirkt.
Die bewusste Inszenierung der Handlungen und die Distanz zwischen der "Bühne" des Bildes und der Position des Betrachters legen eine Interpretation als Theaterszene nahe.
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