Examensarbeit, 2006
67 Seiten, Note: 1,75
1) Einleitung
2) Allgemeine Vorbemerkungen zur Satire
2.1 Herkunft und Bedeutung des Wortes „Satire“
2.2 Kennzeichen
2.3 Entwicklungslinie der Satire: Ennius, Lucilius, Horaz, Persius und Iuvenal
2.4 Was darf die Satire?
3) Die Satiren des Horaz und seine Orientierung an Lucilius
3.1 Formale Ebene: Sprache, Merkmale und Absicht der Satiren
3.1.1 Horaz über seine Satiren
3.1.2 Horazens Satiren aus Sicht der Forschung
3.1.3 Die Satiren des Lucilius
3.1.4 Rückblick und Zusammenfassung
3.2 Inhaltliche Ebene: Die Satiren des Horaz und Parallelen zu Lucilius
3.2.1 Vorbemerkungen
3.2.2 Rechtfertigung der Satirendichtung
3.2.3 Die Satiren zum Thema „Frauen“
3.2.4 Die Satiren zum Thema „Freundschaft“
3.2.5 Reisebeschreibungen
3.2.6 Vitia hominum
3.2.6.1 Vitia hominum bei Horaz
3.2.6.1.1 Invidia
3.2.6.1.2 Ambitio
3.2.6.1.3 Luxuria
3.2.6.1.4 Avaritia
3.2.6.1.5 Satire 2,3
3.2.6.2 Vitia hominum bei Lucilius
3.2.6.3 Vitia hominum – Zusammenfassung
3.2.7 Das einfache Leben auf dem Land
3.2.8 Küchenweisheit in Theorie und Praxis
3.2.9 Selbstkritik in den Satiren
3.2.10 Philosophischer Hintergrund
3.2.11 Erziehung durch den Vater
3.2.12 Zusammenfassung und ergänzende Bemerkungen zur inhaltlichen Ebene
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Satiren des Horaz mit besonderem Fokus auf dessen Orientierung an seinem Vorgänger Lucilius. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit Horaz Lucilius als Vorbild nutzt, auf welche Weise er diese Orientierung gestaltet und worin sich seine spezifische literarische Leistung als „Fortsetzer und Erneuerer“ der römischen Satire begründet.
1 Einleitung
„Die Satire ist eine Art Spiegel, in welchem der Betrachter im allgemeinen die Gesichter aller Personen erkennt, nur nicht sein eigenes.“ (Jonathan Swift, 1703)
Auch wenn Jonathan Swift erklärt, dass die meisten Menschen Satire nicht auf sich selbst beziehen, sondern stets Mitmenschen vorgeführt sehen wollen, begreift er dennoch die Satire ganz allgemein als Mittel, Menschen und deren Verhalten in kritischer Form darzustellen. Dies ist allerdings nur ein Aspekt, der zum Wesen der Satire gehört. Sie umfassend zu bestimmen, entbehrt nicht weniger Schwierigkeiten. Aus diesem Grunde gibt es fast so viele Definitionen von Satire wie Satiriker, und keine Bestimmung trifft auf die Gesamtheit der Satiren zu. Diese Arbeit befasst sich vor allem mit den Satiren des Horaz und seiner Orientierung an Lucilius. In seinen in Thematik und Form vielfältigen Satiren erweist sich Horaz als einzigartiger Beobachter und Schilderer der vitia hominum, die im Besonderen die Frage der Lebensgestaltung im Spannungsfeld von Mensch und Gesellschaft betreffen; hierbei schreckt er auch vor persönlichen Angriffen nicht zurück. Lucilius liefert Horaz Grundlagen, die er teilweise übernimmt, in mancher Hinsicht allerdings ganz neu formt. Aufgrund dieser Tatsache kann er zu Recht als „Fortsetzer und Erneuerer“ der Lucilischen Satire bezeichnet werden. Die Bezüge zu Lucilius, die vielfach in den sermones des Horaz hergestellt werden können, entsprechen ganz dem Wesen der römischen Literatur sich in aemulatio aufeinander zu beziehen.
1) Einleitung: Hinführung zur Thematik, Definition des Satirebegriffs und Vorstellung der Fragestellung bezüglich der Orientierung Horaz' an Lucilius.
2) Allgemeine Vorbemerkungen zur Satire: Untersuchung der Herkunft und Merkmale der Gattung Satura sowie Skizzierung der Entwicklungslinie von Ennius bis Iuvenal.
3) Die Satiren des Horaz und seine Orientierung an Lucilius: Detaillierte Analyse von Sprache, Stil und Inhalten, wobei Horaz als eigenständiger Dichter im Kontrast zu Lucilius charakterisiert wird.
4) Fazit und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse über die formalen und inhaltlichen Neuerungen Horaz' und seine Leistung als Normgeber für die Satire.
Horaz, Lucilius, römische Satire, vitia hominum, aemulatio, sermones, Satura, ridentem dicere verum, antike Literatur, literarische Vorbilder, Didaktik, Gesellschaftskritik, Moral, philosophischer Hintergrund, Lebensführung.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis des römischen Dichters Horaz zu seinem Vorgänger Lucilius innerhalb der Gattung der Satire.
Zu den Schwerpunkten zählen die formale Gestaltung der Satiren, das Bild von Frauen und Freundschaft, die Darstellung menschlicher Laster sowie die Bedeutung von Lebensphilosophie und Erziehung.
Es soll analysiert werden, inwieweit Horaz sich bei seiner Satirendichtung an Lucilius orientiert und wie er dieses Erbe durch seine eigene Persönlichkeit weiterentwickelt.
Die Arbeit nutzt die vergleichende Literaturwissenschaft, indem sie poetologische Äußerungen und thematische Motive beider Dichter gegenüberstellt und in den literarhistorischen Kontext einordnet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine formale und eine inhaltliche Ebene, wobei spezifische Satiren von Horaz analysiert und, wo möglich, mit den Fragmenten von Lucilius in Bezug gesetzt werden.
Begriffe wie "Fortsetzer und Erneuerer", "libertas", "recte scribere" sowie "aemulatio" sind zentral für das Verständnis der Argumentation.
Horaz sieht in seinem Vater eine moralische Leitfigur, die ihm ein frühes Verständnis für "Mitte und Maß" vermittelte, was seine gesamte satirische Gesellschaftskritik nachhaltig geprägt hat.
Diese bildet einen zentralen Gegensatz: Die Stadt steht als Ort von Laster und Dekadenz einem Landleben gegenüber, das für Horaz als Ort der Ruhe (otium) das naturgemäße Leben ermöglicht.
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