Magisterarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Magisterarbeit befasst sich mit dem Werk des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk und analysiert dessen Reisefragmente mit dem Titel „Jadąc do Babadag“. Der Fokus liegt dabei auf dem Raumkonzept des Werkes und dessen Bedeutung für die inhaltliche und formale Gestaltung des Textes.
Die Arbeit beginnt mit einem Überblick über die wichtigsten Tendenzen der polnischen Prosa nach 1989, um den Kontext von Stasiuks Schaffen einordnen zu können. Anschließend werden verschiedene literatur- und kulturwissenschaftliche Raumkonzeptionen vorgestellt, um eine analytische Methodik für die Untersuchung des Raumes in „Jadąc do Babadag“ zu entwickeln. Das dritte Kapitel fokussiert auf die inhaltliche Analyse des Werkes und untersucht, wie der Raum in „Jadąc do Babadag“ konstruiert wird. Es werden u.a. die geografischen Besonderheiten des „vergessenen Mitteleuropas“, das Mental Mapping als mimetisches Verfahren und die Rolle des Erzählers bei der Konstruktion des Raumes analysiert. Im vierten Kapitel geht es um die formale Analyse des Werkes. Es werden die Beziehungen des Raumes zu anderen narrativen Komponenten wie Tempus, Handlung und Figuren untersucht. Zudem wird die Gattungszugehörigkeit des Werkes analysiert und im Kontext der literarischen Reisebeschreibung eingeordnet. Der Schluss der Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und stellt die Relevanz der Raumthematik in Stasiuks Werk in den Kontext des gegenwärtigen Europäisierungsprozesses.
Andrzej Stasiuk, Jadąc do Babadag, Raumkonzeption, Mitteleuropa, Mental Mapping, Erinnerung, Provinz, Zerfall, Reisebeschreibung, Essay, Literatur des persönlichen Dokuments, Mythischer Raum.
Andrzej Stasiuk ist ein bedeutender polnischer Schriftsteller. Sein Werk, insbesondere "Jadąc do Babadag", zeichnet sich durch einen starken räumlichen Bezug und die literarische Konstruktion Mitteleuropas aus.
Der "Topographical Turn" beschreibt eine Entwicklung, bei der der Raum nicht mehr nur als Kulisse, sondern als zentrales Erzählobjekt und Bedeutungsträger in literarischen Texten wahrgenommen wird.
Stasiuk konstruiert Mitteleuropa als einen Raum des Zerfalls, der Armut und der Peripherie. Er nutzt "Mental Mapping", um geografische und kulturelle Gemeinsamkeiten jenseits nationaler Grenzen aufzuzeigen.
Die Geografie dient Stasiuk als Schnittstelle zwischen faktischer Welt, Erinnerung und Traum. Der Raum wird zum Erinnerungsraum, in dem Vergangenes (wie der Habsburgmythos) präsent bleibt.
Es ist die literarische Aufwertung von Verfall, Armut und dem "Vergessenen". Stasiuk findet in der Provinz und im Maroden eine eigene poetische Qualität, die er den klassischen Zentren gegenüberstellt.
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