Diplomarbeit, 2006
144 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFLICHKEIT UND HISTORIE
2.1 Definition des Begriffs Währungskrise
2.2 Historie von Währungskrisen
2.3 Besonderheiten von Währungskrisen in Emerging Markets
2.4 Zur Definition von Frühwarnindikatoren
2.4.1 Eigenschaften von Frühwarnindikatoren
2.4.2 Adressaten von Frühwarnindikatoren
2.4.3 (Politische) Implikationen von Frühwarnindikatoren
3 TRADITIONELLE WÄHRUNGSKRISENMODELLE
3.1 Modelle der ersten Generation
3.1.1 Kanonisches Ursprungsmodell von KRUGMAN
3.1.2 Flood/Garber Modell
3.1.3 Implikationen aus den Modellen der ersten Generation für Frühwarnindikatoren
3.2 Modelle der zweiten Generation
3.2.1 OBSTFELD Modell
3.2.2 Modell von JEANNE
3.2.3 Implikationen aus den Modellen der zweiten Generation für Frühwarnindikatoren
4 NEUERE WÄHRUNGSKRISENMODELLE
4.1 Modell der dritten Generation
4.1.1 Bankenkrisen
4.1.1.1 Moral Hazard
4.1.1.2 Overborrowing und internationaler Kapitalmarkt
4.1.2 Twin crises
4.2 Implikationen aus dem Modell der dritten Generation für Frühwarnindikatoren
4.3 Modell der „vierten Generation“
4.4 Zwischenfazit
4.5 Zum Problem der Modellgenerationen
5 FRÜHWARNINDIKATOREN ZUR KRISENPROGNOSE
5.1 Krisendefinition: Wahl der endogenen Variable
5.1.1 Exchange market pressure index (EMPI)
5.1.1.1 Krisendefinition mittels EMPI nach EICHENGREEN / ROSE / WYPLOSZ
5.1.1.2 Krisendefinition mittels EMPI nach KAMINSKY / LIZONDO / REINHART
5.1.1.3 Vereinfachung des EMPI
5.1.2 Krisendefinition nach ZHANG
5.1.3 Krisendefinition nach FRANKEL / ROSE
5.1.4 Vergleich der Krisendefinitionen
5.1.5 Zwischenfazit
5.2 Modellauswahl
5.2.1 Signal-Ansatz
5.2.2 Multivariate Wahrscheinlichkeitsmodelle
5.2.2.1 Logit-Modell
5.2.2.2 Probit-Modell
5.2.2.3 Exkurs: Nested Logit-Modell
5.3 Inhaltliche Modellkonstruktion
5.3.1 Datenauswahl
5.3.1.1 Regionale und zeitliche Datenauswahl
5.3.1.2 Paneldaten
5.3.2 Indikatorenauswahl: Wahl der exogenen Variablen
5.3.2.1 Ökonomische Indikatoren
5.3.2.2 Institutionelle Indikatoren
5.4 Zeithorizont der Eintrittswahrscheinlichkeit
5.5 Ergebnisse aus den Modellen
5.5.1 Ergebnisse aus dem Signal-Ansatz
5.5.2 Ergebnisse aus den Probit- / Logit-Modellen
5.5.3 Eigene Ergebnisse aus einem Logit-Modell
5.6 Empirische Evidenz
5.7 Soziale Kosten der Falschprognose
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Währungskrisen darzustellen und auf dieser Basis Frühwarnindikatoren für die Prognose von Währungskrisen zu identifizieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie ökonometrische Modelle zur Identifikation solcher Indikatoren genutzt werden können, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Besonderheiten von Emerging Markets liegt.
3.1.1 Kanonisches Ursprungsmodell von KRUGMAN
KRUGMAN legt in seinem Modell dar, dass es zu einer Währungskrise kommen kann, wenn eine defizitäre Wirtschaftspolitik realisiert wird, die nicht mit einem Wechselkursziel vereinbar ist. Die Basis für KRUGMANS Argumentation über spekulative Attacken gegen Währungen bildet die Arbeit von SALANT UND HENDERSON aus dem Jahre 1978 mit einem Modell für spekulative Attacken auf einen staatlich kontrollierten Goldpreis. SALANT UND HENDERSON entwickelten ihr Modell ausgehend von der Arbeit HOTELLINGS aus dem Jahre 1931 über die Preisentwicklung erschöpfbarer Ressourcen. Krugman übertrug diese Modelle auf ein System fester Wechselkurse, wobei nicht Gold, sondern die Devisenreserven der Notenbank die erschöpfbare Ressource darstellen.
KRUGMAN entwickelte ein Modell einer kleinen offenen Volkswirtschaft, die ihren Wechselkurs gegenüber einer großen Volkswirtschaft fixiert. Es werden folgende Annahmen getroffen: (i) Vollbeschäftigung; (ii) vollständige Voraussicht der Wirtschaftssubjekte; (iii) Produktion nur eines handelbaren Gutes; (iv) Unterstellung von Kaufkraftparität und ungedeckter Zinsparität; (v) Finanzierung von Haushaltsdefiziten ausschließlich über die Ausweitung der inländischen Geldmenge oder über einen Abbau der Devisenreserven; (vi) private inländische Wirtschaftssubjekte haben nur die Möglichkeit, ihr Realvermögen in in- oder ausländischem Geld anzulegen; (vii) ausländische Wirtschaftssubjekte halten kein inländisches Geld; (viii) es existieren keine zinstragenden Schuldtitel.
Die letzten beiden Annahmen haben zur Folge, dass anlagebedingte Kapitaltransaktionen ausbleiben und somit, bei dem angenommenen festen Wechselkurs, die Veränderung des Devisenbestandes stets dem Saldo der Leistungsbilanz entspricht. Als Ausgangspunkt wird angenommen, dass Währungskrisen Fehlentwicklungen in den Staatshaushalten vorausgehen. Der Staat betreibt eine expansive Fiskalpolitik und finanziert sein Haushaltsdefizit über eine Geldmengenausweitung. Bei Annahme einer konstanten Geldnachfrage führt die Geldmengenausweitung zu einem Angebotsüberschuss auf dem Geldmarkt. Die konstante Geldnachfrage resultiert aus der Abwesenheit von Vermögenseffekten; sollten diese Berücksichtigung finden, sind die Wirtschaftssubjekte bereit, einen Teil des additional zur Verfügung stehenden Geldes als Kasse zu halten.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung gibt einen Überblick über die zunehmende Häufigkeit von Währungskrisen und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, verschiedene Modellansätze zur Krisenprognose mittels Frühwarnindikatoren darzustellen.
2 BEGRIFFLICHKEIT UND HISTORIE: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Währungskrise, grenzt ihn von allgemeineren Finanzkrisen ab und bietet einen historischen Abriss sowie eine Analyse der Besonderheiten von Krisen in Emerging Markets.
3 TRADITIONELLE WÄHRUNGSKRISENMODELLE: Es werden die theoretischen Grundlagen der Modelle der ersten und zweiten Generation vorgestellt, wobei insbesondere der Fokus auf die Auslöser (Fundamentalfaktoren vs. sich selbst erfüllende Erwartungen) gelegt wird.
4 NEUERE WÄHRUNGSKRISENMODELLE: Dieses Kapitel erweitert die theoretische Basis um Modelle der dritten und vierten Generation, welche mikroökonomische Fragilitäten des Bankensektors sowie institutionelle Defizite integrieren.
5 FRÜHWARNINDIKATOREN ZUR KRISENPROGNOSE: Der Schwerpunkt der Arbeit bildet die statistische Krisendefinition (z.B. mittels EMPI) und die methodische Auswahl sowie Anwendung multivariater Modelle (Logit/Probit) zur praktischen Krisenprognose.
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Krisenprognose sowie der Notwendigkeit einer soliden Datenbasis für fundierte wirtschaftspolitische Entscheidungen.
Währungskrisen, Emerging Markets, Frühwarnindikatoren, Modell der ersten Generation, Modell der zweiten Generation, Modell der dritten Generation, Modell der vierten Generation, Krisenprognose, Exchange Market Pressure Index, Logit-Modell, Probit-Modell, Finanzmarktfragilität, Institutionelle Indikatoren, Bankenkrisen, Kapitalmobilität.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Ursachen von Währungskrisen und untersucht, wie mithilfe ökonometrischer Methoden Frühwarnindikatoren entwickelt werden können, um solche Krisen rechtzeitig vorherzusagen.
Die zentralen Themen sind die theoretische Modellentwicklung von Währungskrisen, die statistische Definition von Krisen mittels Indizes wie dem EMPI und die Anwendung statistischer Verfahren wie der Logit-Regression.
Das Ziel ist die Darstellung von Ansätzen zur Prognose von Währungskrisen und die Identifizierung signifikanter Indikatoren, um politischen Entscheidungsträgern ein Instrumentarium zur Krisenvorbeugung an die Hand zu geben.
Der Autor verwendet sowohl eine theoretische Analyse der Literatur als auch eine empirische Untersuchung durch eine eigene Logit-Regression unter Verwendung von Paneldaten asiatischer Schwellenländer.
Im Hauptteil werden sukzessive die verschiedenen Generationen von Währungskrisenmodellen erläutert, die methodische Konstruktion von Frühwarnindikatoren hergeleitet und schließlich eigene empirische Ergebnisse für ein Logit-Modell präsentiert.
Währungskrisen, Emerging Markets, Frühwarnindikatoren, Krisenprognose, Logit-Modelle, Bankenkrisen und institutionelle Indikatoren.
Die Modelle der ersten Generation basieren auf schlechten fundamentalen Daten; die zweite Generation betont sich selbst erfüllende Erwartungen; die dritte Generation fokussiert auf Bankenkrisen und Twin-Crises; die vierte Generation ergänzt dies um institutionelle Faktoren.
Es wird als Exkurs behandelt, da es ermöglicht, zwischen einer erfolgreichen Abwehr und dem tatsächlichen Eintreten einer Krise zu differenzieren, was über das Standard-Logit-Modell hinausgeht, aber empirisch schwieriger zu interpretieren ist.
Eine gute Datenbasis ist essenziell. Der Autor betont, dass internationale Datensätze (wie IFS des IWF) zu bevorzugen sind, da nationale Daten oft nicht vergleichbar oder verzerrt sind.
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