Diplomarbeit, 2002
108 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
1.1 Eine dreidimensionale Umgebung für das Netzmanagement
1.2 Virtuelle Realität
1.3 Perspektiven der Veranschaulichung
1.4 Aufgabenstellung und Aufbau der Arbeit
2 Analyse der Anforderungen
2.1 Anforderungen aus der Sicht des Managements
2.1.1 Fehlermanagement
2.1.2 Konfigurationsmanagement
2.1.3 Abrechnungsmanagement
2.1.4 Leistungsmanagement
2.1.5 Sicherheitsmanagement
2.2 Anforderungen an die Visualisierung
2.2.1 Szenario: Visualisierung der Netztopologie
2.2.2 Szenario: Administration und Planung von VLAN-Konfigurationen
2.2.3 Szenario: Visualisierung von Verkehrsflüssen
2.3 Anforderungskatalog
3 Architekturdesign des Rahmenwerks
3.1 Bestehende Ansätze
3.2 Visualisierungsmodell
3.2.1 Teilschritte der Visualisierung
3.2.2 Informationsraum
3.2.3 Präsentationsraum
3.2.4 Abbildungsfunktion
3.3 Integration in Netzmanagementplattformen
3.4 Informationsschicht: Datentransformation und Informationsraum
3.4.1 Objekte
3.4.2 Anwendungsservice
3.4.3 Anwendungs-API
3.5 Präsentationsschicht: Visualisierungstransformation und Präsentationsraum
3.5.1 Objekte
3.5.2 Mappingservice
3.5.3 Visualisierungsfunktionen
3.5.4 Layoutservice
3.6 Visuelle Abbildung
3.6.1 Visualisierungsservice
3.6.2 Graphisches Benutzer-Interface
3.6.3 Connector
3.7 Interaktion
3.8 Bewertung des Ansatzes
3.8.1 Erfüllte Anforderungen
3.8.2 Nachteile
3.8.3 Vorteile
4 Tragfähigkeitsnachweis
4.1 Vorarbeiten
4.2 JMX
4.2.1 Instrumentation Level
4.2.2 Agent Level
4.2.3 Distributed Services Level
4.2.4 Notifikationen
4.3 Implementierung des Prototypen
4.3.1 Management-Beans
4.3.2 Basisklassen
4.3.3 Visualisierungsanwendungen
4.3.4 Managementanwendungen
4.3.5 Anwendungsfallorientierte Objekte und Funktionen
4.3.6 Das Benutzer-Interface
4.4 Realisierung der Szenarien
4.4.1 Darstellung der Netztopologie
4.4.2 Visualisierung und Konfiguration von VLANs
4.4.3 Darstellung von Verkehrsflüssen
4.5 Erkenntnisse aus der Umsetzung
5 Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein Rahmenwerk für die dreidimensionale und dynamische Visualisierung von Netzmanagement-Daten zu entwerfen und dessen Tragfähigkeit durch die Implementierung eines Prototypen zu validieren, um eine effizientere Analyse komplexer Netzstrukturen zu ermöglichen.
3.2.1 Teilschritte der Visualisierung
Die Rohdaten werden durch einen Prozess der schrittweisen Umsetzung in ein sichtbares Bild umgewandelt. Hierzu kann eine sogenannte „Visualisierungspipeline” verwendet werden.
Definition 3.1 Eine Visualisierungspipeline unterteilt den Prozess der Visualisierung in konzeptionelle Teilbereiche. Das Ziel ist dabei, die Information aus den Rohdaten in ein Format umzusetzen, das vom menschlichen Wahrnehmungssystem verstanden werden kann. Gleichzeitig soll aber die Integrität der ursprünglichen Information erhalten bleiben.
[HaMc 90] beschreibt das sogenannte filter-map-render Referenzmodell, das eine Visualisierungspipeline mit drei Transformationen vorsieht. Diese Transformationen treten in den meisten Visualisierungsprozessen auf.
Die erste Transformation ist eine Datenanreicherung bzw. Datenverbesserung (data enrichment bzw. data enhancement). Sie operiert direkt auf den Rohdaten. Aus den Rohdaten werden die für die anschließenden Visualisierungsoperationen notwendigen Sachverhalte abgeleitet.
Die nächste Transformation ist die Visualisierungsabbildung (visualisation mapping). Sie konstruiert ein imaginäres Objekt, das als abstraktes Visualisierungsobjekt (abstract visualisation object, AVO) bezeichnet wird. Seine Konstruktion erfolgt aus den von der ersten Transformation abgeleiteten Daten. Ein AVO ist ein imaginäres Objekt mit einer Ausdehnung in Raum und Zeit. Es besteht aus einem Attributfeld, in das die Simulationsdaten abgebildet werden. Diese Attribute können beispielsweise die Geometrie, die Uhrzeit, die Farbe, die Transparenz und die Oberflächentextur enthalten. Um die Abbildung zwischen den Daten und den AVO-Attributen durchführen zu können, existieren Transferfunktionen, die einfache Abbildungen zwischen Daten und AVO-Attributen definieren.
Die letzte Transformation ist das Rendering, d.h. die Generierung des fertigen Bildes aus den bekannten Eckpunkten für die darzustellenden Objekte. Sie erfolgt durch die mathematische Berechnung imaginärer Lichtstrahlen, die auf die Formen fallen. Das Rendering operiert dabei auf den AVOs, die bereits alle für das Rendering notwendigen Daten enthalten. Typische Renderingoperationen enthalten außerdem aus der Computergrafik bekannte Sichttransformationen wie Rotation oder Translation (Verschiebung) und Algorithmen wie Clipping (Abschneiden von Kanten) oder Anti-Aliasing (Weichzeichnen der Linien).
1 Einführung: Die Arbeit motiviert die Notwendigkeit von VR-Visualisierungen im Netzmanagement angesichts zunehmender Komplexität und führt in die Grundlagen der virtuellen Realität sowie der Veranschaulichung ein.
2 Analyse der Anforderungen: In diesem Kapitel werden Anforderungen aus Sicht des Managements und der Visualisierung abgeleitet und in einem formalen Anforderungskatalog zusammengefasst.
3 Architekturdesign des Rahmenwerks: Dieser Kernabschnitt spezifiziert ein modulares Rahmenwerk, das Informations- und Präsentationsschichten trennt und die Integration in bestehende Managementplattformen ermöglicht.
4 Tragfähigkeitsnachweis: Hier wird die praktische Umsetzung des Entwurfs anhand eines auf JMX basierenden Prototypen beschrieben und die Funktionalität mittels verschiedener Szenarien nachgewiesen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert mögliche zukünftige Erweiterungen in Richtung verteilter Systeme und Groupware.
Netzmanagement, Virtuelle Realität, VR-Umgebung, Informationsvisualisierung, 3D-Visualisierung, Netztopologie, VLAN-Konfiguration, Verkehrsflussanalyse, Java Management Extensions, JMX, MBean, Systemarchitektur, Datenmodell, Szenengraph, Interaktionsmodell
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Entwurf einer Architektur, die es ermöglicht, komplexe Daten aus dem Management von Rechnernetzen dreidimensional und dynamisch in einer VR-Umgebung darzustellen.
Zentrale Themen sind die Integration von Netzmanagement-Werkzeugen, die Anwendung von Informationsvisualisierungsmodellen sowie die Nutzung von VR-Technologien zur Unterstützung von Administratoren.
Ziel ist die Schaffung eines Rahmenwerks, das durch eine 3D-Visualisierung den kognitiven Aufwand bei der Netzverwaltung reduziert und eine intuitive Interaktion mit dem Netzwerkzustand ermöglicht.
Es wurde eine Anforderungsanalyse mittels Top-Down-Ansatz durchgeführt, gefolgt von einem Architekturdesign basierend auf etablierten Visualisierungsmodellen (wie der Visualisierungspipeline) und der Implementierung eines Prototypen als Proof-of-Concept.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Anforderungen an das Management (Fehler-, Konfigurations-, Abrechnungs-, Leistungs- und Sicherheitsmanagement) sowie den detaillierten Entwurf der Systemarchitektur und deren Implementierung mittels JMX.
Wesentliche Begriffe sind Netzmanagement, VR-Umgebungen, 3D-Visualisierung, JMX, MBeans, Informationsmodell und Szenengraph.
Im Gegensatz zu proprietären Insellösungen setzt dieser Entwurf auf eine Integration in standardisierte Managementumgebungen und eine datenmodellbasierte, erweiterbare Architektur.
JMX bietet eine standardisierte Java-basierte Architektur für das Management, die sich hervorragend zur Verwaltung von Komponenten eignet und eine gute Basis für die Implementierung der geforderten Management-Services bietet.
Durch die Verwendung von Szenengraphen, eine geschickte Datenaufteilung in Cluster und eine bewusste Steuerung der Layout-Algorithmen kann die Prozessorlast optimiert werden, um auch mit komplexen Topologien zu interagieren.
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