Bachelorarbeit, 2006
43 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Merkmale des Erwachsenseins
3. Demographische Entwicklungen und deren Konsequenzen auf die Erziehung und Sozialisation innerhalb der Familie
4. Vom Befehls- zum Verhandlungshaushalt
5. Das emotionale Verhältnis zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern zur Jahrtausendwende anhand dreier Studien
5.1 Zur aktuellen Situation
5.2 Definition der Begriffe „Autonomie“ und „Verbundenheit“
5.3. Drei Studien zum Wandel der Eltern-Kind-Beziehungen durch den Auszug des Kindes
5.3.2. Emotionale Unterstützung zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern
5.3.3. Die Eltern-Kind-Beziehung in der Auszugsphase – die neue Balance zwischen Verbundenheit und Abgrenzung
5.4. Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Studien
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel intergenerativer Beziehungen im historischen Verlauf über drei Generationen hinweg, mit dem primären Ziel zu klären, wie sich der Statusübergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen auf das Verhältnis zu den Eltern auswirkt und ob der Auszug aus dem Elternhaus heute noch als eindeutige Statuspassage fungieren kann.
4. Vom Befehls- zum Verhandlungshaushalt
„Du sollst Vater und Mutter ehren“ lautet dass biblische Gebot, nach dem die Großelterngeneration noch erzogen wurde. Kinder waren in erster Linie die Altersvorsorge der Eltern und somit war die Erziehung der Kinder darauf ausgerichtet, dass sie ihre Eltern auch als Erwachsene noch „ehrten“ und sie unterstützten. Um dies zu gewährleisten und nicht auf das bloße Wohlwollen der Kinder angewiesen zu sein, wurde in der Erziehung sehr viel Wert auf „Ordnung[en], Gehorsam und Folgsamkeit“ sowie „Fleiß […], Sparsamkeit, Beharrungsvermögen und Ehrbarkeit“ gelegt. Harte körperliche Strafen wie eine „Tracht Prügel“ oder „Schläge mit einem Gegenstand“ gehörten zu den verbreiteten Erziehungsmethoden.
So geben 58% der vor 1925 geborenen Personen und 53% der Personen, die zwischen 1926 und 1945 geboren wurden an, dass sie in ihrer Kindheit und Jugend geschlagen wurden. 36% der älteren und 26% der Jüngeren wurden sogar mit einem Gegenstand geschlagen. Als „streng erzogen“ bezeichnen sich fast 80% der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts geborenen Personen.
Trotz dieser, für heutige Verhältnisse erschreckend hohen Zahlen, ist auch hier schon ein eindeutiger Trend von der sehr strengen Erziehung hin zu einer weniger strengen Erziehung zu erkennen, der sich auch weiter fortsetzt. Die Tatsache, dass die Großelterngeneration strenger erzogen wurde und weniger Einfluss auf Entscheidungen hatte als die nachfolgenden Generationen, lässt vermuten, dass diese Generation mit ihrer Erziehung unzufriedener war als die Eltern- und Kindergeneration. Dies ist jedoch ein Trugschluss. „Objektiv gesehen bedeutet mangelnder Einfluß je nach Generationszugehörigkeit Unterschiedliches. Mal bedeutet es, Teil einer Mehrheit, das andere Mal, Teil einer Minderheit zu sein.“ Und aus eben dieser Zugehörigkeit zur Mehrheit ergibt sich auch die Zufriedenheit mit der Erziehung, d.h. die Großelterngeneration war nicht unzufrieden mit ihrer Erziehung, weil diese Erziehungsstile und Erziehungsmethoden „normal“ waren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob und wie sich die Generationsbeziehungen im historischen Wandel verändert haben und welche Kriterien den Übergang zum Erwachsensein definieren.
2. Merkmale des Erwachsenseins: Hier werden Definitionen des Erwachsenseins, insbesondere die von Vaskovics aufgestellten fünf Ablösungsdimensionen, kritisch auf ihre aktuelle Relevanz geprüft.
3. Demographische Entwicklungen und deren Konsequenzen auf die Erziehung und Sozialisation innerhalb der Familie: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss steigender Lebenserwartung und sinkender Geburtenraten auf die emotionale Bedeutung und die Erziehungsziele innerhalb des Mehrgenerationengefüges.
4. Vom Befehls- zum Verhandlungshaushalt: Es wird der historische Wandel von strengen, durch Gehorsam geprägten Erziehungsmethoden hin zu einer kindzentrierten Erziehung in einem Verhandlungshaushalt analysiert.
5. Das emotionale Verhältnis zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern zur Jahrtausendwende anhand dreier Studien: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Analyse von drei empirischen Studien, die den Wandel der Eltern-Kind-Beziehung, die Bedeutung von Autonomie und Verbundenheit sowie die Rolle des Auszugs untersuchen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Auszug aus dem Elternhaus heute als Statuspassage dienen kann, wenngleich Erwachsenwerden zunehmend als ein langwieriger, individueller Prozess verstanden werden muss.
Erwachsensein, Erwachsenwerden, Generationenbeziehungen, Familie, Sozialisation, Autonomie, Verbundenheit, Erziehung, Verhandlungshaushalt, Ablösung, Kindzentrierung, Eltern-Kind-Beziehung, Statuspassage, Generationswandel, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel von intergenerativen Beziehungen innerhalb der Familie und beleuchtet, wie sich der Statusübergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen in der heutigen Zeit definiert und auf die Beziehung zu den Eltern auswirkt.
Zentrale Themen sind der Wandel von Erziehungszielen und -methoden, die demographischen Einflüsse auf Familienstrukturen, der Übergang zum Verhandlungshaushalt sowie die Dynamiken von Autonomie und Verbundenheit zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob sich das Verhältnis von Eltern und Kindern im Laufe der letzten Jahrzehnte geändert hat und wie sich die heutige Art des Erwachsenwerdens auf diese Beziehung auswirkt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur und der Sekundäranalyse dreier spezifischer empirischer Studien zum Thema Eltern-Kind-Beziehungen und Ablösungsprozesse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Merkmale des Erwachsenseins und demographische Aspekte sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung vom Befehls- zum Verhandlungshaushalt und der Analyse spezifischer Studienergebnisse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Erwachsensein, Generationenbeziehungen, Autonomie, Verbundenheit, Verhandlungshaushalt, Sozialisation und Statuspassage.
Der Begriff beschreibt den Wandel, bei dem Kinder heute früh in Entscheidungen einbezogen werden, was sie zu gleichwertigen Partnern macht, aber gleichzeitig einen Zwang zur ständigen Selbstentscheidung und Verantwortung mit sich bringt.
Die Autorin hält den Auszug – trotz seiner Schwächen als alleiniges Kriterium – für die sinnvollste Statuspassage, da er den Punkt markiert, an dem junge Menschen ihre Kindheit hinter sich lassen und ein selbständiges Leben starten.
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