Diplomarbeit, 2005
115 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Fachliche Grundlagen des IBRP und ihr Bezug zur Heilpädagogik
2.1 Historischer und fachlicher Entstehungskontext
2.2 Fachliche Grundlagen des IBRP
2.2.1 Chronische psychische Krankheit und Behinderung
2.2.2 Merkmale der Personenzentrierung
2.2.3 Merkmale der Lebensfeldorientierung
2.3 Heilpädagogischer Bezug
2.3.1 Chronische psychische Krankheit und Behinderung
2.3.2 Bezug zur Personenzentrierung
2.3.3 Bezug zur Lebensfeldorientierung
3 Aufbau und Verfahren des IBRP
3.1 Ermittlung des Hilfebedarfs
3.2 Das Komplexleistungsprogramm
3.3 Ermittlung des Personalbedarfs
4 Realisierung der fachlichen Grundlagen
4.1 Implementationsprojekte und Datenlage
4.2 Ebene der Erstellung und Anwendung in Diensten und Einrichtungen
4.2.1 Stand der Umsetzung
4.2.2 Realisierung der fachlichen Grundlagen
4.3 Ebene der Organisation
4.3.1 Empfehlungen der Kommission
4.3.2 Stand der Umsetzung
4.3.3 Realisierung der fachlichen Grundlagen
4.4 Ebene der Finanzierung
4.4.1 Empfehlungen der Kommission
4.4.2 Stand der Umsetzung
4.4.3 Realisierung der fachlichen Grundlagen
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der psychiatrischen Versorgung hin zu einer stärkeren Personenzentriertheit, welcher durch das Instrument des Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplans (IBRP) unterstützt werden soll. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie die fachlichen Leitlinien des IBRP realisiert werden, welche Hürden in der Praxis bestehen und inwieweit das Instrument tatsächlich zur Erhöhung der Wahlmöglichkeiten für die Betroffenen beiträgt.
Die Mitarbeiterperspektive
Die befragten Mitarbeiter des HAL äußerten in den anfangs durchgeführten Interviews, dass Personenorientierung für die Einrichtung „ ‚nichts Neues’ “ (zit.n. ebd., 56) sei: „ ‚Wir haben schon immer gefragt, was will der Klient, es wurde nur nicht konkret festgehalten’ “ (ebd., 111). Im Laufe der Untersuchung konstatierten die Mitarbeiter jedoch eine veränderte Haltung oder Philosophie, welches sich unter anderem folgendermaßen ausdrückte: „ ‚Wir Mitarbeiter interessieren uns für das, was ihr (Klienten) wollt und wollen das ernst nehmen und wollen das umsetzen’ “ (ebd., 85). Durch das Erarbeiten eines verbindlichen Abkommens über die Art und das Ausmaß der gewünschten und erforderlichen therapeutischen Angebote erlebten die Mitarbeiter eine Entlastung in ihrer Arbeit.
Nach ihren Aussagen hatten sie nun nicht mehr das Gefühl, „ ‚jetzt unbedingt irgendwelche Maßnahmen durchsetzen zu müssen’ “ (ebd.), da durch die Vereinbarung mittels IBRP klar sei, dass der Klient das nicht will. Indem mittels IBRP konkret gefragt wird, welche Ziele der Klient hat und welche Möglichkeiten zur Erreichung nötig seien, erweitere sich der Blick auf die Bedürfnisse der einzelnen Klienten. „ ‚Es wird klarer, was jemand will und was er nicht will’ “ (ebd., 80). Hierzu in einem gewissen Kontrast steht die Einschätzung einiger Mitarbeiter, die Arbeit sei zwar anstrengender, jedoch auch befriedigender geworden, „ ‚Psychiatrische Arbeit macht wieder Spaß’ “ (ebd., 85).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Paradigmenwechsels in der psychiatrischen Versorgung ein und erläutert die Entstehung sowie die Zielsetzung des IBRP als Instrument zur Förderung der Personenzentriertheit.
2 Fachliche Grundlagen des IBRP und ihr Bezug zur Heilpädagogik: Dieses Kapitel arbeitet die theoretischen Hintergründe des IBRP auf und prüft diese kritisch auf Gemeinsamkeiten und Parallelen zur heilpädagogischen Theorie und Praxis.
3 Aufbau und Verfahren des IBRP: Hier wird der konkrete methodische Ablauf bei der Ermittlung des Hilfebedarfs, der Personalbemessung und die Einbettung in das Komplexleistungsprogramm detailliert dargestellt.
4 Realisierung der fachlichen Grundlagen: Das Kapitel analysiert die praktische Umsetzung des IBRP auf verschiedenen Ebenen, beleuchtet Implementationsprojekte und untersucht kritisch die organisatorischen sowie finanziellen Rahmenbedingungen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Potenziale und Grenzen des IBRP, wobei insbesondere die Motivation der Akteure und die Rolle der Betroffenenperspektive reflektiert werden.
IBRP, Personenzentriertheit, Lebensfeldorientierung, psychiatrische Versorgung, Heilpädagogik, Inklusion, Hilfeplanung, Community Care, Personalbemessung, Capabilities, Empowerment, Sozialpolitik, Gemeindepsychiatrischer Verbund, Rehabilitation, Teilhabe
Die Diplomarbeit untersucht das Instrument des Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplans (IBRP) und seine Rolle bei der Implementierung eines personenzentrierten Paradigmenwechsels in der psychiatrischen Versorgung.
Die Schwerpunkte liegen auf der heilpädagogischen Einordnung des IBRP, der Struktur von Komplexleistungsprogrammen, der Finanzierung ambulanter Hilfen sowie der kritischen Analyse von Umsetzungsprozessen in der psychiatrischen Praxis.
Das Ziel ist es, die fachlichen Grundlagen des IBRP zu prüfen und zu analysieren, wie diese in der Praxis realisiert werden, wo Grenzen der Umsetzung liegen und wie die Wahlmöglichkeiten der Klienten verbessert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit vorliegenden Forschungsergebnissen, Evaluierungsberichten und den Empfehlungen der Aktion Psychisch Kranke (APK).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Kapitel 2), die technische Beschreibung des IBRP-Verfahrens (Kapitel 3) und eine umfassende Untersuchung der Implementierung auf verschiedenen Ebenen wie Organisation und Finanzierung (Kapitel 4).
Wichtige Begriffe sind Personenzentriertheit, Lebensfeldorientierung, psychiatrische Rehabilitation, Hilfeplanung und Empowerment im Kontext der Gemeindepsychiatrie.
Die Untersuchung zeigt, dass Mitarbeiter den IBRP nach einer anfänglich skeptischen Phase zunehmend als hilfreiche Strukturierung und Arbeitserleichterung wahrnehmen, die zu mehr Klarheit und Zielgerichtetheit führt.
Es besteht die Sorge, dass eine zu starke Formalisierung durch den IBRP die Individualität überlagern oder durch voreilige Entscheidungen die tatsächlichen Wahlmöglichkeiten im weiteren Verlauf einschränken könnte.
Das Finanzierungssystem, insbesondere die Maßnahmepauschale, wird oft als restriktiv empfunden, da Kostenträger an bestehenden, einrichtungszentrierten Strukturen festhalten, anstatt eine konsequent ambulante und flexible Gestaltung zu fördern.
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