Magisterarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,7
I. Das Thema und seine Bearbeitung
1. Problematik, Forschungsfrage und Relevanz
2. Forschungsstand und Quellenlage
3. Methodik und Forschungsdesign der Arbeit
II. Theoretischer Ansatz der Arbeit – Balancing und Bandwagoning von Staaten im internationalen System
1. Begründung der Auswahl des Neorealismus
2. Die Grundlagen des Neorealismus
3. Bandwagoning und Balancing im Neorealismus
4. Die Hypothesenentwicklung aus der neorealistischen Theorie
III. Hypothesenüberprüfung
1. Das Beziehungsdreieck USA, Pakistan und Indien
1.1. Die Nuklearfrage
1.2. Der Terrorismus
1.3. Die Kooperation in der Militär- und Sicherheitspolitik
1.4. Die Position der USA zur Kaschmir-Frage
1.5. Wirtschaft und Handel
1.6. Fazit
2. Das Beziehungsdreieck China, Pakistan und Indien
2.1. Die Annäherung zwischen China und Indien in der Grenzfrage
2.2. Wirtschaft und Handel
2.3. Die Energiepolitik
2.4. Fazit
3. Das Beziehungsdreieck Afghanistan, Pakistan und Indien
3.1. Die Entwicklung des Beziehungsdreiecks nach dem 11. September 2001
3.2. Fazit
IV. Zusammenfassung der Ergebnisse
1. Verallgemeinerbare Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht das außenpolitische Handeln Pakistans gegenüber Indien und geht der Forschungsfrage nach, warum Pakistan eine Entspannungspolitik gegenüber seinem langjährigen Erzrivalen verfolgt, obwohl neorealistische Theorieannahmen eigentlich ein Balancing-Verhalten nahelegen würden.
3. Bandwagoning und Balancing im Neorealismus
Staaten, die in einer anarchischen Umgebung überleben wollen, sind also dazu angehalten, ihre Sicherheit zu maximieren. Laut Neorealismus gelten die Staaten erst dann als sicher, wenn im internationalen System ein Machtgleichgewicht (Balance of Power) existiert. Kommt es innerhalb des internationalen Systems zu Machtverschiebungen zugunsten eines Akteurs (zum Beispiel durch eine Erhöhung seiner capabilities), haben die anderen Staaten zwei Optionen, dieser Entwicklung zu begegnen: Sie können sowohl durch interne Machtsteigerung (Stärkung der Volkswirtschaften, Entwicklung besserer Strategien oder militärische Aufrüstung) als auch durch externe Machtsteigerung (Bündnisbildung) die Verschiebung im Machtgefüge ausgleichen und so ihre Sicherheitslage wieder verbessern. Sind diese Strategien erfolgreich, so entsteht zwischen den Staaten wieder ein Machtgleichgewicht. Das Streben nach einer Balance of Power im internationalen System wird als Balancing bezeichnet.
Das Balancing gegen einen übermächtigen Staat ist notwendig, da die anderen Akteure nie sicher sein können, wie ein aufstrebender Staat seine wachsende Macht verwenden wird. Eine Aggression gegen andere Akteure ist nie vollständig auszuschließen. Ohne das Balancing können Staaten daher Gefahr laufen, ihre Souveränität und Unabhängigkeit gegenüber einer aufstrebenden Macht zu verlieren. Hervorzuheben ist, dass das Streben nach Gleichgewicht (Balancing) für Staaten eine absolute Notwendigkeit und keine wählbare Option ist. Balancing ist vielmehr ein systemischer Zwang, der durch die Struktur des internationalen Systems - besonders dem Fehlen einer zentralen Autorität - bestimmt wird.
I. Das Thema und seine Bearbeitung: Einleitung in die historisch belastete pakistanisch-indische Feindschaft, Darlegung der Forschungsfrage zur pakistanischen Entspannungspolitik sowie methodisches Vorgehen durch Fallstudien.
II. Theoretischer Ansatz der Arbeit – Balancing und Bandwagoning von Staaten im internationalen System: Herleitung des neorealistischen Rahmens sowie Definition der Mechanismen von Balancing und Bandwagoning als zentrale Erklärungsansätze für staatliches Verhalten.
III. Hypothesenüberprüfung: Empirische Untersuchung der drei Beziehungsdreiecke zu USA, China und Afghanistan, um zu prüfen, ob Pakistan auf diesen Ebenen Alternativen zur Entspannungspolitik hat.
IV. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Ergebnisse, welche bestätigt, dass mangelnde Bündnisoptionen Pakistan zum Bandwagoning gegenüber Indien zwingen, sowie Ausblick auf die sicherheitspolitische Stabilität in Südasien.
Pakistan, Indien, Entspannungspolitik, Neorealismus, Balancing, Bandwagoning, Kaschmir, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Allianzbildung, Atomwaffen, USA, China, Afghanistan, Südasien
Die Arbeit analysiert die Gründe für die pakistanische Entspannungspolitik gegenüber Indien vor dem Hintergrund der neorealistischen Theorie.
Die Themenfelder umfassen die neorealistische Theorie, das Balancing-Bandwagoning-Konzept, die Rolle von Bündnispartnern in Südasien sowie die Auswirkungen nuklearer Bewaffnung.
Das Ziel ist zu erklären, warum Pakistan seine Politik gegenüber Indien schrittweise von Konfrontation auf Entspannung umgestellt hat, obwohl dies im Widerspruch zu klassischen Balance-of-Power-Modellen steht.
Die Arbeit nutzt einen empirisch-analytischen Ansatz mit drei spezifischen Fallstudien (USA, China, Afghanistan), um Hypothesen über die Bündnisoptionen Pakistans zu testen.
Der Hauptteil prüft die Bündnisoptionen Pakistans auf überregionaler und regionaler Ebene, um zu belegen, dass für Pakistan gegenwärtig keine realistische Möglichkeit für ein Balancing gegen Indien besteht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Neorealismus, Bandwagoning, Kaschmir-Konflikt, Sicherheitsdilemma und regionale Machtverteilung.
Die Analyse zeigt, dass weder die USA, China noch Afghanistan ein Interesse an einer gegen Indien gerichteten Allianz mit Pakistan haben, da Indien für diese Partner geopolitisch und ökonomisch an Bedeutung gewonnen hat.
Die Nuklearwaffen konnten das Sicherheitsdilemma gegenüber Indien nicht lösen, da die ökonomische und konventionelle Unterlegenheit Pakistans bestehen bleibt und der Besitz von Atomwaffen Pakistan sogar zur vorsichtigen Annäherung drängt.
Da Pakistan keine tragfähigen Allianzpartner findet, wird die Entspannungspolitik als eine erzwungene Anpassung (Bandwagoning) gewertet, die solange anhält, wie Pakistan seine prekäre Sicherheitslage nicht durch andere Bündnisse verbessern kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

