Magisterarbeit, 2007
126 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Die Kriminalerzählung
2.1. Historischer Abriss
2.2. Der Kriminalroman und die Parallelen in Fotografie und Film
3. Der Serienmord als Gegenstand verschiedener Wissenschaftsdisziplinen
3.1. Serienmorde als Gegenstand kriminologischer Untersuchungen
3.2. Mythenbildung und Gesellschaftsbild
3.3. Serienmord als Gegenstand kulturwissenschaftlicher Untersuchungen
3.3.1. Die Semiotik(en) serieller Morde
3.3.2. Mord als kommunikativer Akt
3.3.3. Exkurs: Serienmord in der Kunst
3.3.4. Zusammenfassung
4. Serialität in den Medien
5. Das Fräulein von Scuderi
5.1. Die Giftmorde von Paris
5.2. Die Serienmorde René Cardillacs
5.2.1. Extern wahrnehmbare Hinweise und Indizien
5.2.2. Innere Motivation der Taten
5.2.3. Die Erläuterungen Brußons zum Mörder Cardillac
5.3. Psychologische Auflösung
5.4. Folgerungen und Zusammenfassung
6. M – Eine Stadt sucht einen Mörder
6.1. Einleitendes
6.2. Die Eingangssequenz: Vorbereitung auf die Einführung des Serienmörders
6.3. Die öffentliche Wahrnehmung des unbekannten Serienmörders
6.4. Polizei, Ringvereine und deren Ermittlungsverfahren
6.4.1. Die Parallelmontage von Gauner- und Polizeikonferenz
6.5. Die direkte Darstellung des Serienmörders Hans Beckert
6.6. Beckerts ›Gerichtsverhandlung‹
6.7. Gesellschaftskritische Zusammenfassung
7. Das Schweigen der Lämmer
7.1. Einleitendes
7.2. Exkurs: Die Bedeutungen der Namen
7.3. Clarice Starling
7.4. Hannibal Lecter
7.5. Jame Gumb alias Buffalo Bill
7.6. Ermittlungsmethoden
7.7. Resümee
8. Das Parfum
8.1. Einleitendes
8.2. Jean-Baptiste Grenouille Veranlagungen zum Mörder
8.2.1. Grenouilles Geburt und Kindheit
8.2.2. Der Mord an dem Mirabellenmädchen
8.2.3. Etablierung als »normaler« Mensch
8.2.4. Die Eremitage
8.3. Grenouilles Spezialisierung als Mörder in Grasse
8.3.1. Die 24 Mädchenmorde
8.3.2. Grenouilles Motivation
8.4. Richis’ Ermittlungen
8.5. Grenouille als Künstler, oder die schöne Kunst des Mordes
8.6. Grenouilles Entdeckung und Verurteilung
9. Fazit
9.1. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Serienmordes in Literatur und Film. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Werke sowohl die Geschichte und Entwicklung der Kriminalerzählung nachzuvollziehen als auch zu verdeutlichen, wie reale wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Mythenbildung das Bild des Serienmörders prägen und wie diese fiktiven Darstellungen wiederum Rückschlüsse auf gesellschaftliche Zustände zulassen.
3.1. Serienmorde als Gegenstand kriminologischer Untersuchungen
Die entscheidende Fragestellung muss deshalb sein, was den Serienmörder an sich charakterisiert: Was sind gemeinsame Merkmale und was zeichnen die Taten als Teil einer Serie aus? Die wichtigsten kriminologischen Erkenntnisse sollen hier zusammengefasst werden. Gemeinsam ist den Morden, dass sie auf mehr oder weniger ähnliche Weise geschehen; damit konstituieren sie sich auch erst offensichtlich zur Serie. Die Opfer sind ähnlich, auch wenn sie scheinbar willkürlich ausgesucht wurden. Ähnlich bedeutet in diesem Fall, dass sich die Täter in den meisten Fällen Opfer aus der gleichen sozialen Schicht suchen. Die Mordmotive sind irrational bzw. emotional begründet; Notwehr oder gleichartig gelagerte Motive scheiden aus.
In erster Linie sind die Täter Männer, auch wenn es vereinzelt weibliche Täter gibt. Vielfach nennt die Forschung hier als Grund, dass Frauen ihre sexuellen Zwänge in anderer Form ausleben und dass eine derart zur Schau gestellte brutale Gewalt, wie sie von männlichen Tätern praktiziert wird, nicht in der Natur der Frau angelegt sei. »Denn die Tat verstößt nicht nur gegen den moralischen Kodex der Gesellschaft, sondern auch gegen die traditionellen weiblichen Rollenbilder.« Gelegentlich treten auch Serienmörderpaare in Aktion. Dieses Phänomen sowie weibliche Täter wurden insbesondere in der letzten Zeit gerne von Literatur und Film aufgenommen.
Gemeinsam ist den Morden die brutal zur Schau gestellte Grausamkeit: Die Opfer werden vergewaltigt, verstümmelt, gefoltert, es werden Gliedmaßen abgetrennt und nekrophile Handlungen vorgenommen. Häufig hält der Täter das Verbrechen auf Fotos oder Video fest oder er behält Gegenstände seiner Opfer als Trophäe, indem er beispielsweise Körperteile mit nach Hause nimmt oder sie in der Nähe des Tatorts versteckt, um später zurückzukommen und die Tat und den daraus gezogenen Lustgewinn erneut zu erleben. In anderen Fällen kommt es zu Formen des Kannibalismus, wenn der Mörder einzelne Körperteile seines Opfers verspeist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Serienmörder in Literatur und Film ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Die Kriminalerzählung: Das Kapitel beleuchtet die Entwicklung des Genres der Kriminalerzählung und deren literaturwissenschaftliche Einordnung sowie die Abgrenzung zum Thriller.
3. Der Serienmord als Gegenstand verschiedener Wissenschaftsdisziplinen: Hier werden kriminologische, mythologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf den Serienmord untersucht, wobei insbesondere die Semiotik des Mordes und die Bedeutung von Sprache als Deutungsinstrument im Vordergrund stehen.
4. Serialität in den Medien: Dieses Kapitel analysiert das Konzept der Serialität in verschiedenen Medien und dessen Bedeutung für die Faszination und Wahrnehmung serieller Strukturen durch den Rezipienten.
5. Das Fräulein von Scuderi: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Giftmordserie und der späteren Juwelenmordserie in E.T.A. Hoffmanns Erzählung sowie deren gesellschaftliche Einordnung.
6. M – Eine Stadt sucht einen Mörder: Das Kapitel widmet sich der filmischen Analyse von Fritz Langs Werk, wobei die Darstellung des Serienmörders Beckert und die gesellschaftliche Reaktion darauf untersucht werden.
7. Das Schweigen der Lämmer: Diese Untersuchung konzentriert sich auf die Darstellung der Serienmörder Hannibal Lecter und Buffalo Bill sowie deren unterschiedliche Motivationen und die Ermittlungsarbeit Clarice Starlings.
8. Das Parfum: Das Kapitel analysiert Patrick Süskinds Roman unter dem Aspekt des Serienmordes, wobei die Figur Grenouille als Sonderfall eines Mörders und Künstlers beleuchtet wird.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die interdisziplinäre Natur der Erforschung des Serienmordes.
Serienmord, Kriminologie, Kriminalerzählung, Kulturwissenschaft, Semiotik, Serialität, Literaturwissenschaft, Filmanalyse, Mythenbildung, Täterprofil, Motivforschung, Indizienparadigma, Ermittlungsmethoden, Gesellschaftskritik, Gewalt
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Wahrnehmung von Serienmördern in verschiedenen literarischen und filmischen Werken und untersucht, wie diese Fiktionen mit realen wissenschaftlichen Diskursen korrespondieren.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Kriminalerzählung, die kulturwissenschaftliche und kriminologische Einordnung von Serientätern, die Rolle der Medien bei der Mythenbildung sowie die Analyse spezifischer Fallbeispiele aus Literatur und Film.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Bild des Serienmörders in verschiedenen Werken wandelt und welche Rückschlüsse die künstlerische Darstellung auf gesellschaftliche Zustände und Erkenntnisprozesse zulässt.
Der Autor nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die Elemente der Diskursanalyse, der Semiotik, der Filmanalyse sowie literaturwissenschaftliche Interpretationsmethoden kombiniert.
Im Hauptteil werden detaillierte Analysen von Werken wie E.T.A. Hoffmanns "Das Fräulein von Scuderi", Fritz Langs "M", Thomas Harris' "Das Schweigen der Lämmer" und Patrick Süskinds "Das Parfum" durchgeführt.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Serienmord, Kriminologie, Kulturwissenschaft, Semiotik, Serialität, Mythenbildung und Filmanalyse charakterisieren.
Der Begriff der Serialität ist zentral, da er nicht nur die Struktur der Morde beschreibt, sondern auch das wiederkehrende Prinzip in den Medien sowie die menschliche Faszination an diesen repetitiven Narrativen und deren ordnungsstiftende Funktion im Alltag analysiert.
Die Auswahl historischer Werke wie "Das Fräulein von Scuderi" dient dazu, die Wurzeln und die Entwicklung des Serienmörder-Narrativs aufzuzeigen und zu demonstrieren, wie sich die Deutungsansätze von romantisch-mystischen hin zu rational-analytischen Konzepten verschoben haben.
Die Gesellschaft ist laut der Arbeit sowohl durch ihre Ängste als auch durch ihre Sensationsgier maßgeblich an der Mythenbildung beteiligt, indem sie den Täter oft in ein mythisches Licht rückt (z.B. als "Monster" oder "Bestie"), um das Unbegreifliche der Taten rational oder moralisch zu überhöhen.
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