Diplomarbeit, 2007
376 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Einleitende Aspekte zum Spracherwerb
2.1 Spracherwerbstheorien
2.2 Die sprachrelevanten Basisfähigkeiten
2.2.1 Sprachrelevante Operationen der sozialen Kognition
2.2.2 Sprachrelevante Operationen der Wahrnehmung
2.2.3 Sprachrelevante Operationen der Kognition
2.3 Die vier Bereiche des Spracherwerbs
2.3.1 Die Wortschatzentwicklung
2.3.2 Der Grammatikerwerb
2.3.3 Die Entwicklung der Kommunikation
2.3.4 Der Schriftspracherwerb
3. Die Entwicklung der Lautproduktion
3.1 Physiologischer Verlauf der allgemeinen Sprachentwicklung
3.1.1 Vorsprachliche Phase
3.1.1.1 Schreiperiode
3.1.1.2 Lallphase
3.1.2 Die sprachliche Phase
3.1.2.1 Einwortsätze
3.1.2.2 Zwei- und Mehrwortsätze
3.1.2.3 Frühgrammatische Phase
3.1.2.4 Morphosyntaktische Strukturierung
3.1.2.5 Annäherung an die Erwachsenensprache
3.2 Physiologischer Verlauf der Lautentwicklung
3.2.1 Zentrale Aspekte der Artikulation
3.2.1.1 Phonetik versus Phonologie
3.2.1.2 Grundelemente der Phonetik
3.2.1.3 Die Teilgebiete der Phonetik
3.2.1.4 Wesentliche Aspekte der Phonetik
3.2.1.5 Die Analyse von Vokalen und Konsonanten
3.2.1.6 Grundelemente der Phonologie
3.2.1.7 Das Phonem
3.2.1.8 Die Gewinnung des Phoneminventars
3.2.1.9 Phonotaktik
3.2.1.10 Phonologische Prozesse und Regeln
3.3 Die Lautentwicklung
4. Störungen der Lautproduktion
4.1 Störungen der semantisch-lexikalischen Ebene
4.2 Störungen der syntaktisch-morphologischen Ebene
4.3 Störungen der pragmatisch-kommunikativen Ebene
4.4 Störungen der phonetisch-phonologischen Ebene
4.4.1 Phonetische Störungen
4.4.2 Phonologische Störungen
4.4.3 Mögliche Ursachen
4.4.3.1 Beeinträchtigungen bei der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen
4.4.3.2 Bewegungsstörungen der Artikulationsorgane
4.4.3.3 Erbanlagen und Einflüsse des familiären Umfelds
4.4.4 Auswirkungen einer Artikulationsstörung
5. Die Artikulationstherapie nach Rolf Bindel
5.1 Die Konversationstherapie
5.2 Artikulatorisches Modellieren in der Konversationstherapie von Rolf Bindel
5.2.1 Betrachtung der artikulatorischen Störung aus Bindels Sicht
5.2.2 Artikulatorisches Modellieren in der Konversationstherapie
5.2.2.1 Das Sprachganzheitsmodell von Bindel
5.2.2.2 Grundsätze der Therapie
5.2.2.3 Anforderungen an die Therapeutin
5.2.2.4 Bedeutung für das Klientel
5.2.2.5 Diagnostische Aspekte
5.2.2.6 Inhalte der Intervention
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Zwei ausgewählte Therapiekonzepte im Vergleich
5.3.1 Die Übungstherapie von Charles Van Riper und John V. Irwin
5.3.2 Die phonologische Therapie
6. Die Bedeutung des Spiels für den Spracherwerb und die Kommunikation
6.1 Das Spiel aus unterschiedlichen Perspektiven
6.1.1 Die psychoanalytische Spieltheorie
6.1.2 Die Bedeutung des Spiels in der kognitiven Entwicklung
6.1.3 Der motivationspsychologische Ansatz
6.1.4 Abschließende Betrachtung bedeutender Aspekte des Kinderspiels
6.2 Der Spracherwerb unter Berücksichtigung von Formaten und Spiel
6.2.1 Gemeinsame Aspekte von Spiel und Sprache
6.2.2 Konsequenzen für die Sprach- und Kommunikationsförderung
6.2.2.1 Regelspiele
6.2.2.2 Konstruktionsspiele
6.2.2.3 Bewegungsspiele
6.2.2.4 Reim- und Rhythmusspiele
6.2.2.5 Darstellende Spiele
6.2.2.6 Kinderbücher als Spielmaterial
6.2.3 Abschließende Bemerkung
7. Die Spielesammlung
7.1 Einleitung
7.2 Inhaltsverzeichnis der Spielesammlung
7.2.1 Regelspiele
7.2.2 Konstruktionsspiele
7.2.3 Bewegungsspiele
7.2.4 Reim- und Rhythmusspiele
7.2.5 Darstellende Spiele
7.2.6 Bilderbücher als Spielmaterial
8. Qualitative Beurteilung der Spielesammlung
8.1 Einleitung
8.2 Ergebnisprotokolle
8.2.1 Ergebnisprotokoll I
8.2.2 Ergebnisprotokoll II
8.2.3 Ergebnisprotokoll III
8.2.4 Ergebnisprotokoll IV
8.3 Zusammenfassende Analyse der Interviews
9. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Artikulation als Störungsphänomen bei Kindern und der Förderung artikulatorischer Fähigkeiten durch das Konzept des Artikulatorischen Modellierens in der Konversationstherapie nach Rolf Bindel. Ziel der Arbeit ist es, das theoretische Fundament für diesen Therapieansatz zu legen und eine darauf basierende, praxistaugliche Spielesammlung zu entwickeln, die Sprachtherapeuten bei der Förderung der Artikulationsfähigkeit unterstützen soll.
Die vier Bereiche des Spracherwerbs
Der Spracherwerb des Kindes kann in vier Bereiche unterteilt werden, die sich parallel zueinander entwickeln. Nach Grohnfeld umfasst der Spracherwerb die semantisch-lexikalische Ebene, die syntaktisch-morphologische Ebene, die pragmatisch-kommunikative Ebene sowie die phonetisch-phonologische Ebene (vgl. Grohnfeld 1993, S. 39ff.). Um das Verständnis zu vereinfachen nehmen wir folgende Zuordnung vor:
• Die phonetisch-phonologische Ebene wird mit dem Begriff »Aussprache« bezeichnet,
• die semantische-lexikalische Ebene wird mit dem Begriff »Wortschatz« bezeichnet,
• die syntaktisch-morphologische Ebene wird mit dem Begriff »Grammatik« bezeichnet und
• die pragmatisch-kommunikative Ebene wird mit dem Begriff »Kommunikation« bezeichnet.
Während an dieser Stelle zunächst die drei zuletzt genannten Bereiche beschrieben werden, wird die Entwicklung der Aussprache bzw. der Artikulation, zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich erläutert, da diese für den Rahmen der Arbeit von ausschlaggebender Bedeutung ist.
1. Einleitung: Zusammenfassung der Ausgangslage und Zielsetzung der Arbeit zur Förderung der Artikulationsfähigkeit bei Kindern durch das Konzept von Rolf Bindel.
2. Einleitende Aspekte zum Spracherwerb: Erläuterung der Spracherwerbstheorien sowie der basalen sprachrelevanten Fähigkeiten und Bereiche des Spracherwerbs.
3. Die Entwicklung der Lautproduktion: Darstellung des physiologischen Verlaufs der allgemeinen Sprachentwicklung und der Lautentwicklung sowie der Grundlagen von Phonetik und Phonologie.
4. Störungen der Lautproduktion: Beschreibung der verschiedenen Ebenen von Sprachstörungen, deren Ursachen und der Auswirkungen auf das Kind.
5. Die Artikulationstherapie nach Rolf Bindel: Detaillierte Einführung in die Konversationstherapie und das Artikulatorische Modellieren im Vergleich zu anderen Therapiekonzepten.
6. Die Bedeutung des Spiels für den Spracherwerb und die Kommunikation: Theoretische Herleitung der Relevanz des Spiels aus unterschiedlichen Perspektiven und dessen Integration in die Sprachförderung.
7. Die Spielesammlung: Praxisorientierte Zusammenstellung von Spielen zur Umsetzung des Konzepts von Rolf Bindel, unterteilt in verschiedene Spielkategorien.
8. Qualitative Beurteilung der Spielesammlung: Auswertung von Experteninterviews mit Sprachtherapeutinnen zur Bewertung des Konzepts und der entwickelten Spielesammlung.
9. Fazit: Kritische Reflexion der Zielerreichung der Diplomarbeit und der Praxistauglichkeit des Konzepts.
Artikulationstherapie, Rolf Bindel, Konversationstherapie, Artikulatorisches Modellieren, Spracherwerb, Lautproduktion, Artikulationsstörung, Kinderspiel, Sprachförderung, Phonetik, Phonologie, Sprachganzheitsmodell, Spielesammlung, Kommunikation, Diagnostik.
Die Arbeit untersucht, wie Artikulationsstörungen bei Kindern effektiv behandelt werden können, wobei ein besonderer Fokus auf dem Konzept des Artikulatorischen Modellierens in der Konversationstherapie nach Rolf Bindel liegt.
Zentrale Themen sind der Spracherwerb, die Entwicklung der Lautproduktion, verschiedene Störungsbilder der Sprache, therapeutische Ansätze sowie die Rolle des Spiels bei der Sprachförderung.
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des Therapiekonzepts von Rolf Bindel und die Entwicklung einer fundierten, spielorientierten Sammlung für die praktische therapeutische Arbeit.
Die theoretischen Grundlagen wurden durch Literaturanalyse erarbeitet. Zur Überprüfung und Bewertung des Konzepts sowie der Spielesammlung wurden zudem qualitative Experteninterviews mit Sprachtherapeutinnen geführt.
Im Hauptteil werden die Sprachentwicklung, die verschiedenen Ebenen von Lautstörungen, das therapeutische Modell von Rolf Bindel und die Bedeutung des Spiels für die kindliche Kommunikation detailliert beschrieben und analysiert.
Neben dem zentralen Begriff der Artikulationstherapie sind vor allem Kommunikation, Sprachganzheit, Lauterwerb und die Verbindung von Spiel und Therapie entscheidend.
Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die Therapeutin im Dialog durch gezieltes sprachliches Feedback und Modellierung (z.B. durch Expansion oder Extension) das Kind zur korrekten Lautbildung anregt, ohne den natürlichen Spielprozess zu unterbrechen.
Die befragten Therapeutinnen empfanden das Konzept als theoretisch fundiert und lobten den ganzheitlichen Ansatz, kritisierten jedoch teilweise die mangelnde Konkretisierung für die Praxis und das Fehlen expliziter mundmotorischer Übungen.
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