Diplomarbeit, 2007
111 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
2.1 Die Ursprünge sino-afrikanischer Beziehungen
2.2 Sino-afrikanische Beziehungen nach 1949: Die Volksrepublik China und Afrika
2.2.1 Annäherung im Rahmen der Blockfreien-Bewegung und chinesische Unterstützung für afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen
2.2.2 Afrikas Bedeutung im Konflikt zwischen der Volksrepublik China und Taiwan
2.2.3 Die späten 1960er-Jahre: Rückschläge in Chinas Bemühen um Afrika
2.2.4 Aufleben der sino-afrikanischen Beziehungen nach der Hochphase der Kulturrevolution
2.2.5 Maos Tod: Beginn einer neuen Ära
2.2.6 Tiananmen und die Folgen für die Beziehungen zwischen China und Afrika
2.3 Die ersten vier Jahrzehnte chinesischer Entwicklungshilfe an Afrika
2.3.1 Die Anfänge: „The poor are helping the poor“
2.3.2 1960er-Jahre: Umwerben der neuen afrikanischen Staaten
2.3.3 Kulturrevolution: Kein Ende der Hilfe
2.3.4 1970-1978: Intensivierung chinesischer Entwicklungshilfe an Afrika
2.3.5 Reform der Entwicklungspolitik im Zuge der Orientierung auf die eigene Entwicklung
2.3.6 Anstieg der Hilfe nach Tiananmen
3 Die Rückkehr Chinas nach Afrika
3.1 Handel
3.1.1 Rüstungslieferungen
3.2 Direktinvestitionen
3.3 Diplomatie
3.4 Peace-Keeping
3.5 Migration
3.6 Kulturaustausch und Tourismus
4 Die aktuelle Entwicklungshilfe Chinas an Afrika
4.1 Ausmaß
4.2 Organisation und Abwicklung
4.2.1 Das China-Afrika-Kooperationsforum
4.2.2 China im weltweiten Aid-System
4.2.3 NGOs als Entwicklungshilfeträger
4.3 Chinesische Entwicklungshilfe nach Bereichen
4.3.1 Investitionsprojekte (Projekthilfe)
4.3.2 Programmhilfe
4.3.3 Technische Hilfe
4.3.4 Humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe
4.3.5 Entschuldung
4.4 Geographische Schwerpunkte
4.5 Motive
5 China als Motor für „Bad Governance“ in Afrika?
5.1 Das Beispiel Angola
5.2 Das Beispiel Sudan
5.3 Das Beispiel Simbabwe
5.4 Zusammenfassung
6 Chinas Fokus auf Afrika: Im Interesse Afrikas?
6.1 Gesamtökonomische und politische Auswirkungen
6.2 Umweltfolgen
6.3 Zusammenfassung
7 China: Ein Entwicklungsmodell für Afrika?
7.1 China und Afrika: Wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich
7.1.1 Chinas Weg zur Weltwirtschaftsmacht
7.1.2 Wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afrikas nach der Unabhängigkeit
7.1.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
7.2 Lernen von China?
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das chinesische Entwicklungshilfewesen in Afrika, setzt es in Kontrast zu westlichen Geberkonzepten und analysiert die ökonomischen sowie sozialen Folgen dieses Engagements unter Berücksichtigung von Governance-Fragen.
2.3.1 Die Anfänge: „The poor are helping the poor“
Der Beginn chinesischer Entwicklungshilfe wird mit dem Jahr 1953 angesetzt (Lin 1996:47), wobei Afrika zunächst nicht zu deren Zielgebieten gehörte. Der Schwerpunkt chinesischer Entwicklungshilfe lag zunächst auf den benachbarten asiatischen Ländern, prioritär war jedoch zunächst die Entwicklung der riesigen westlichen Hälfte des eigenen Landes. Wenige Jahre später wurde Afrika zu einer der wichtigsten Zielregionen für chinesische Entwicklungshilfe. Den Anfang machte dabei Ägypten: Nachdem im Rahmen der Bandung-Konferenz 1955 erste Beziehungen zwischen China und Ägypten geknüpft worden waren, folgte während der Suez Krise 1956 die erste Entwicklungshilfeleistung Chinas an ein afrikanisches Land in Form eines Geschenks von 4,7 Millionen US$ (Ogunsanwo 1974:9).
Von nennenswerten wirtschaftlichen Hilfsprogrammen Chinas an Afrika kann in den 1950er-Jahren noch nicht gesprochen werden. Chinas ökonomische Möglichkeiten zu diesem Zeitpunkt waren stark beschränkt, die Politik des „großen Sprung nach vorn“, die die Industrialisierung Chinas zum Ziel hatte, schlug katastrophal fehl und führte zu dramatischen Hungersnöten im eigenen Land, der 20 bis 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Während China trotz dieser schweren internen Probleme bereits vereinzelte Hilfsprogramme in Nordkorea, Nordvietnam, in der Mongolei, in Albanien und Ungarn durchführte (Ogunsanwo 1974:40), war die Zeit für ausgedehnte Entwicklungshilfe an Afrika noch nicht reif. Noch befand sich ein großer Teil Afrikas in direkter Abhängigkeit (als Kolonie oder abhängiges Gebiet) von Kolonialmächten, nur Ägypten, Äthiopien, Liberia und Südafrika existierten 1950 als unabhängige afrikanische Staaten und damit als mögliche Zielgebiete von Entwicklungshilfe. Dies sollte sich mit der in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre beginnenden Dekolonisierung ändern.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung Chinas in Afrika vor und formuliert das Ziel der Arbeit, Chinas Rolle als Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit kritisch zu beleuchten.
2 Historischer Überblick: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der sino-afrikanischen Beziehungen von frühen historischen Kontakten bis zum Ende des 20. Jahrhunderts nach und ordnet die Entwicklungshilfe in diesen Kontext ein.
3 Die Rückkehr Chinas nach Afrika: Hier werden die verschiedenen Dimensionen des aktuellen Engagements, wie Handel, Investitionen, Diplomatie und Migration, analysiert.
4 Die aktuelle Entwicklungshilfe Chinas an Afrika: Dieses Kapitel untersucht Umfang, Organisation, Bereiche und Motive der gegenwärtigen chinesischen Entwicklungshilfe.
5 China als Motor für „Bad Governance“ in Afrika?: Es wird diskutiert, ob chinesische Hilfe durch fehlende Konditionalitäten korrupte Eliten stützt und westliche „Good Governance“-Bemühungen konterkariert.
6 Chinas Fokus auf Afrika: Im Interesse Afrikas?: Eine kritische Bewertung der Auswirkungen des Engagements, insbesondere im Hinblick auf ökonomische Abhängigkeiten und Umweltaspekte.
7 China: Ein Entwicklungsmodell für Afrika?: Das Kapitel vergleicht die Entwicklung Chinas mit Afrika und hinterfragt, ob das chinesische Modell für afrikanische Staaten adaptierbar ist.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige sino-afrikanische Partnerschaft.
China, Afrika, Entwicklungshilfe, Außenpolitik, Wirtschaftskooperation, Good Governance, Rohstoffe, Investitionen, Süd-Süd-Kooperation, Handel, Infrastruktur, Diplomatie, Modernisierung, Entwicklungsmodell, Konditionalität
Die Arbeit analysiert das aktuelle Engagement Chinas in Afrika aus entwicklungspolitischer Sicht und vergleicht dieses mit westlichen Geberkonzepten.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Beziehungen, die aktuelle Organisation der Entwicklungshilfe, ökonomische Auswirkungen, Fragen der Regierungsführung (Governance) und die Vergleichbarkeit des chinesischen Entwicklungsmodells.
Das Ziel ist es, Chinas Rolle als zunehmend wichtiger Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu verstehen, seine Motivationen zu entschlüsseln und die Konsequenzen für den afrikanischen Kontinent zu diskutieren.
Die Arbeit basiert auf der Analyse von Literatur, statistischen Daten (soweit verfügbar) und der Untersuchung exemplarischer Länderbeispiele, um die Auswirkungen der chinesischen Politik auf Afrika zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen, eine detaillierte Betrachtung der aktuellen Kooperationsbereiche (Handel, Diplomatie, Hilfe) sowie Fallbeispiele zu Governance-Problemen in ausgewählten Ländern.
Die zentralen Schlagworte sind chinesische Entwicklungshilfe, Afrika, sino-afrikanische Beziehungen, Rohstoffsicherung und der Gegensatz zwischen westlicher und chinesischer Entwicklungsphilosophie.
Die Arbeit stellt dar, dass chinesische Investitionen dort die Infrastruktur fördern, aber gleichzeitig Kritik auf sich ziehen, weil sie durch ihre bedingungslose Vergabe die Transparenzforderungen westlicher Geber umgehen.
FOCAC dient als zentraler institutioneller Rahmen für die sino-afrikanische Kooperation, zur strategischen Planung und als Plattform zur Formulierung gemeinsamer entwicklungspolitischer Ziele.
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