Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
38 Seiten
1. EINLEITUNG
2. DIMENSIONEN HORIZONTALER RESIDENZIELLER SEGREGATION
2.1. Dimension der Ungleichheit
2.2. Dimension des Kontaktes
2.3. Dimension der Konzentration
2.4. Dimension der Zentralisation
3. DIMENSION DER RESIDENZIELLEN STRATIFIKATION
4. MULTIDIMENSIONALE SKALIERUNG
5. DAS VEKTORMODELL
6. FAZIT
Diese Arbeit untersucht das Ausmaß der residenziellen Segregation ethnischer Gruppen in Hamburg für das Jahr 2004, da systematische empirische Studien zu diesem Thema in Deutschland weitgehend fehlen. Ziel ist es, über den traditionellen Dissimilaritäts-Index hinausgehende, mehrdimensionale Strukturen aufzuzeigen und ein Vektormodell zu entwickeln, das die Verteilung verschiedener Staatsangehörigkeitsgruppen präzise modellhaft abbildet.
2.1. Dimension der Ungleichheit
Der hierzulande meist ausschließlich verwendete D-Index ist zwar ein wichtiger Index, aber er misst residenzielle Segregation lediglich auf einer, der Ungleichheits-Dimension. Darüber hinaus ist er nur einer von mehreren Indices dieser Dimension und er erfüllt auch nicht alle Kriterien, die ein ideales Ungleichheitsmaß residenzieller Segregation erfüllen sollte, nur der Gini-Index und der Atkinson-Index erfüllen alle vier vorgeschlagenen Kriterien, der D-Index verletzt das ‚Transfer-Prinzip’, der Entropie-Index (auch ‚Informations-Theorie-Index’ genannt) das Kriterium der ‚Kompositions-Invarianz’. Wie alle anderen der im Folgenden vorgestellten Indices ist der D-Index darüber hinaus abhängig von der zugrunde liegenden geografischen Skala. Je feiner diese Skala, je größer die Zahl der Teilgebiete ist, desto homogener ist die Zusammensetzung der Bevölkerung in den Teilgebieten und desto größer sind die Indexwerte.
Die daraus resultierenden Messprobleme werden als ‚Checkerboard-Problem’ und ‚Modifiable-Areal-Unit-Problem’ diskutiert. Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten wurde u. a. vorgeschlagen, residenzielle Segregation über Schwellenwert-Modelle oder als Individual-Merkmal zu messen. Diese Vorschläge werfen jedoch neue Probleme auf, die hier nicht weiter diskutiert werden. Eine weitere Schwäche des D-Index, die er - mit Ausnahme des Entropie-Index in seiner Multi-Gruppen-Form, der aber lediglich einen einzigen Wert für ein städtisches Gebiet ausweist - mit anderen Indices der Ungleichheits-Dimension teilt, ist, dass er lediglich zwei Gruppen berücksichtigt und somit die relative Verteilung mehrerer Gruppen, die ethnische Vielfalt einer Stadt, nicht einfangen kann.
1. EINLEITUNG: Darstellung des Forschungsdefizits zur residenziellen Segregation in Deutschland und Vorstellung der fünf Dimensionen ethnischer Segregation nach Massey und Denton.
2. DIMENSIONEN HORIZONTALER RESIDENZIELLER SEGREGATION: Detaillierte Erläuterung und Berechnungsmethodik der Indizes für Ungleichheit, Kontakt, Konzentration und Zentralisation am Beispiel Hamburgs.
3. DIMENSION DER RESIDENZIELLEN STRATIFIKATION: Einführung des ‚Index of Net Difference’ zur Messung der vertikalen Segregation mittels des Anteils an Sozialhilfeempfängern als Statusindikator.
4. MULTIDIMENSIONALE SKALIERUNG: Anwendung des statistischen MDS-Verfahrens, um komplexe Distanzverhältnisse zwischen 25 Staatsangehörigkeitsgruppen in einer zweidimensionalen Segregationskarte grafisch darzustellen.
5. DAS VEKTORMODELL: Weiterentwicklung der MDS-Karte durch die Integration externer Segregationsmerkmale in Form von Vektoren, um die multi-ethnische Struktur der Stadt besser interpretieren zu können.
6. FAZIT: Kritische Würdigung des D-Index und Bestätigung, dass die Kombination aus MDS und Vektormodell einen signifikanten Mehrwert für das Verständnis residenzieller Segregationsmuster bietet.
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Die Arbeit analysiert die räumliche Verteilung verschiedener Staatsangehörigkeitsgruppen in Hamburger Ortsteilen, um ein systematischeres Verständnis für die Ausprägung residenzieller Segregation zu entwickeln.
Im Zentrum stehen die Messung horizontaler Segregationsdimensionen, die Analyse der sozialen Stratifikation sowie die Anwendung fortgeschrittener statistischer Verfahren wie der multidimensionalen Skalierung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die alleinige Verwendung des Dissimilaritäts-Index zur Analyse ethnischer Segregation unzureichend ist, und ein mehrdimensionales Modell zu präsentieren, das präzisere Aussagen ermöglicht.
Es kommen verschiedene klassische Segregationsmaße sowie die multivariate Methode der multidimensionalen Skalierung (MDS) und die multiple Regressionsanalyse zur Erstellung eines Vektormodells zum Einsatz.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einführung der fünf Segregationsdimensionen, die Berechnung spezifischer Indizes für Hamburg, die MDS-basierte Kartenerstellung und die abschließende Vektormodellierung.
Zentrale Begriffe sind residenzielle Segregation, multidimensionale Skalierung, soziale Stratifikation, Vektormodell und der Index der Ungleichheit.
Er erfasst lediglich die horizontale Ungleichheits-Dimension, vernachlässigt andere Dimensionen wie Kontakt oder Stratifikation und kann die ethnische Vielfalt einer Stadt bei mehr als zwei Gruppen nur unzureichend abbilden.
Dieser dient als messbarer Indikator für den sozialen Status von Ortsteilen, um die residenzielle Stratifikation (vertikale Segregation) der verschiedenen Gruppen im Stadtgebiet zu bewerten.
Es erlaubt, durch die Einzeichnung von Vektoren (wie Zentralisation oder Kontakt) die relative Position der Gruppen in der Karte inhaltlich zu interpretieren und so komplexe Zusammenhänge zwischen Raum und sozialer Struktur sichtbar zu machen.
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