Diplomarbeit, 2002
109 Seiten, Note: 2
1. Die Jugend in der DDR
1.1. Gesellschaftliche Grundlagen
1.2. Gesetzliche Grundlagen
1.3. Der Aufbaus des Bildungssystems
1.4. Der Aufbau des Sozialsystems
2. Soziale Arbeit mit Jugendlichen in der DDR
2.1. Aufbau der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen in der DDR
2.2. Die Kirche als Träger der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen
2.3. Aspekte der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen
3. Die Jugend in der „alten“ BRD
3.1. Gesellschaftliche Grundlagen
3.2. Gesetzliche Grundlagen
3.3. Der Aufbaus des Bildungssystems
3.4. Der Aufbau des Sozialsystems
4. Soziale Arbeit mit Jugendlichen in der alten BRD
4.1. Aufbau, Träger und Aspekte der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen in der alten BRD
5. Die Soziale Arbeit mit Jugendlichen im vereinigten Deutschland
5.1. Veränderungen in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen nach der Einführung des KJHG
5.2. Vorteile und Nachteile für die Jugendarbeit aus Sicht der DDR
6. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Soziale Arbeit mit Jugendlichen im Kontext der deutschen Wiedervereinigung, indem sie das System der DDR mit dem der „alten“ BRD vergleicht, um die Auswirkungen des Systemwandels auf die Jugendhilfe zu analysieren.
1.1. Gesellschaftliche Grundlagen
Die Jugend in der DDR war politisiert, kirchenfern, scheinbar angepaßt und konsumorientiert und ihr Leben war von Geburt an bis zum Tod durchgeplant.
Der Jugendliche wurde zum einen als junger Erwachsener bzw. junger Sozialist gesehen und zum anderen als eigentlicher Motor und Vorreiter des Sozialismus. Auf Grund dieser ideologischen Definition von Jugend wurde jegliche Phase des Absetzens gegenüber dem Elternhaus oder jeglicher Versuch von Individualität von vornherein durch eine starke Einbindung der Jugendlichen in das Berufs- und Alltagsleben der Erwachsenen unterbunden. Zwar versuchten einige der Jugendlichen trotzdem aus der Masse hervorzustechen oder einfach anders zu sein, aber dies gestaltete sich in der Regel in der DDR sehr schwierig. Der Versuch individuell zu sein führte zu Problemen mit Staat und Gesellschaft.
Die politische Lage in der DDR war in den 70er und 80er Jahren sehr angespannt. In der Regierung der DDR gab es Anfang der 70er Jahre einen Führungswechsel. Für die DDR war der Führungswechsel der Beginn der definitiven Einbindung in die Sowjetunion und einer begrenzten und kontrollierten kunst- und kulturpolitischen Lockerung.
Die Jugend verweigerte sich den von „oben“ vorgegebenen gesellschaftlichen Normen und orientierte sich an einem Lebensstil, der durch das „West-Fernsehen“ und die Musik in die DDR vorgedrungen war. Und in den 80er Jahren tauchten plötzlich Punks, Skins, Grufties, Heavy Metalls und junge Rechtsextremisten im Straßenbild auf.
Die kirchlichen Jugendgruppen, die sich nicht nur auf die Vermittlung der Glaubenslehre beschränkten, erhielten immer stärkeren Zulauf. Die Kirche engagierte sich besonders in der Kinder- und Jugendarbeit. Sie wurde sogar als Keimzelle der Friedens-, Bürgerrechts- und Umweltbewegung in der DDR angesehen. In ihr entstand die erste faßbare Opposition überhaupt in der DDR.
1. Die Jugend in der DDR: Dieses Kapitel beleuchtet die gesellschaftlichen und juristischen Bedingungen sowie die Bildungs- und Sozialsysteme, die das Leben junger Menschen in der DDR prägten.
2. Soziale Arbeit mit Jugendlichen in der DDR: Hier wird der Aufbau der staatlichen Jugendarbeit, die Rolle der FDJ sowie die eingeschränkte Tätigkeit kirchlicher Träger analysiert.
3. Die Jugend in der „alten“ BRD: Der Fokus liegt auf dem Vergleich der gesellschaftlichen Verhältnisse, des Bildungswesens und der Sozialstruktur der alten Bundesrepublik mit der DDR.
4. Soziale Arbeit mit Jugendlichen in der alten BRD: Dieses Kapitel beschreibt die Aufgaben, Träger und Methoden der Jugendhilfe, insbesondere das Jugendwohlfahrtsgesetz, im Westen vor der Wende.
5. Die Soziale Arbeit mit Jugendlichen im vereinigten Deutschland: Hier werden die Auswirkungen der Einführung des KJHG in den neuen Bundesländern sowie die daraus resultierenden Vor- und Nachteile untersucht.
6. Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse und zieht eine Bilanz der Veränderungen durch die Wiedervereinigung für die betroffenen Jugendlichen und die Soziale Arbeit.
Soziale Arbeit, Jugendhilfe, DDR, BRD, Wiedervereinigung, FDJ, Jugendpolitik, Sozialsystem, Bildungssystem, Jugendarbeit, KJHG, Jugendwohlfahrtsgesetz, Emanzipation, Systemvergleich, Jugendliche.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den Veränderungen der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung.
Im Mittelpunkt stehen die gegensätzlichen Systeme der Jugendhilfe in der ehemaligen DDR und der alten BRD sowie deren Transformation nach 1990.
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Systeme aufzuzeigen und die Auswirkungen der Einführung des KJHG auf die Jugendarbeit in den neuen Bundesländern zu reflektieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie den Vergleich gesetzlicher Grundlagen und sozialer Strukturen in beiden deutschen Staaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenswelten Jugendlicher, der Trägerstrukturen der Sozialen Arbeit sowie der spezifischen Entwicklung durch das KJHG.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendhilfe, Sozialisationsinstanz, Transformationsprozess, Systemvergleich und DDR-Jugendpolitik geprägt.
Die FDJ fungierte als einzige zugelassene Massenorganisation und als zentrale Erziehungssäule, die tief in alle Lebensbereiche der Jugendlichen eingriff.
Die Kirche war der einzige zugelassene freie Träger der Jugendarbeit, der in einem atheistischen System Räume für individuelle Entwicklung und späteren politischen Protest bot.
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