Fachbuch, 2005
71 Seiten, Note: Gut
1 EINLEITUNG
1.1 Die Themenwahl
1.2 Unsere Fragestellung und Ziele
1.3 Unsere Hypothesenthesen
1.4 Eine Definition für die Solidarität
1.5 Nun eine Definition für Entsolidarisierung
2 Das Phänomen Entsolidarisierung
2.1 Ursachen der Entsolidarisierung
2.1.1 Leistungsdenken
2.1.2 Konsumismus
2.1.3 Individualisierung
2.1.4 Institutionalisierung
2.1.5 Zusammenfassung der Kernaussagen
2.2 Wirkungen / Heutige Zeichen der Entsolidarisierung
2.2.1 Fehlender Solidaritätsgedanke bei Versicherungen
2.2.2 Fehlender Solidaritätsgedanke in Unternehmen / bei Fusionen
2.2.3 Fehlender Solidaritätsgedanke gegenüber Randgruppen
2.3 Zukunftsszenarios
2.3.1 Abbau des Sozialstaates unter Weiterverfolgung der kapitalistischen und individualistischen Ideale
2.3.2 Reform des Sozialstaates bau des Sozialstaates unter
2.3.3 Wiederentdecken der Verbundenheit
2.3.4 Zusammenfassung der Zukunftsszenarios des
3 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit
3.1 Einleitende Klärung
3.2 Entsolidarisierungshindernde Soziale Arbeit
3.2.1 Sprachrohr der Randgruppen
3.2.2 Öffentlichkeitsarbeit und Projektarbeit
3.2.3 Unterstützung des Integrationsprozesses
3.2.4 Unterstützung von kleinen Netzen
3.3 Entsolidarisierungsfördernde Soziale Arbeit
3.3.1 Unterstützung der Werte des Zeitgeistes
3.3.2 Übernahme betriebswirtschaftlicher Denkmuster
3.3.3 Zunehmende Bürokratisierung und Spezialisierung
3.3.4 Entmündigung der Klientel
3.4 Auswertung der Arbeitshypothese
3.5 Momentaner Standpunkt der Sozialen Arbeit
3.5.1 Opportunistische Soziale Arbeit
3.5.2 Doppelmandat als Dilemma der Sozialen Arbeit
3.6 Mängel der aktuellen Sozialen Arbeit
4 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit im Suchtbereich
4.1 Soziale Arbeit im Suchtbereich heute
4.1.1 Vier-Säulen-Politik
4.1.2 Statistische Fakten zum Drogenproblem
4.1.3 Bestehende Einrichtungen im Suchtbereich
4.2 Standpunkt der Sozialen Arbeit im Suchtbereich
4.2.1 Abhängigkeit der Sozialen Arbeit im Suchtbereich
4.2.2 Erfolge der Sozialen Arbeit im Suchtbereich
4.3 Vorschläge zum Umgang mit der Entsolidarisierung
4.3.1 Bewusstseinsförderung für gesellschaftliche Zusammenhänge
4.3.2 Verbindungsstiftende Projekte
4.3.3 Emanzipation der Klientel
4.3.4 Veränderung im gesellschaftlichen System
5 Schlussbemerkungen
6 Epilog
Die Arbeit untersucht den in der Gesellschaft stattfindenden Entsolidarisierungsprozess und dessen Auswirkungen auf die Soziale Arbeit, insbesondere im Suchtbereich. Ziel ist es, den Begriff der Solidarität zu klären, Ursachen und Wirkungen der Entsolidarisierung aufzuzeigen sowie Wege zu finden, wie die Soziale Arbeit diesem Trend begegnen kann.
2.1.1 Leistungsdenken
Ob beklagend-vorwurfsvoll oder einschüchternd-bedrängend, immer wieder bekommen wir zu hören, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in einer Zeit, in der es sich niemand mehr leisten könne, das ökonomische Moment auszublenden. Leistung wird zur Größe, an der man und frau sich misst. Wie stark ausgeprägt dieses Denken zurzeit ist, erleben wir tagtäglich. Beispiele dafür finden wir sowohl bei uns selber und im Umgang mit anderen Menschen als auch in Zeitungsartikeln und Fachliteratur.
Dass es wirklich Leistung ist, was schließlich zählt, brachte, als eines von unzähligen Beispielen, kürzlich ein Mann so auf den Nenner: “Macht sie wieder funktionsfähig!“ (AMREIN 1997, S.41) verlangte er von Ärzt(inn)en und meinte damit seine depressive Frau. Zwecks Wiederherstellung ihrer Funktions- und Leistungsfähigkeit lieferte er sie in eine Psychiatrische Klinik ein. Gründe, weshalb die Krankheit erneut ausgebrochen war, interessierten ihn weniger, vielmehr verlangte er nach schnell wirksamen Medikamenten. (a.a.O. S.41) Der starke Einfluss der Leistung zeigt sich auch in unserem Sozialversicherungssystem. Grundsätzlich wird Erwerbsarbeit vorausgesetzt, um ein Anrecht auf Leistungen zu haben.
Die große Bedeutung der Leistung in unserer Gesellschaft betrachten wir als unbestritten. Etwas weniger geläufig dürfte jedoch die Verbindung zum Phänomen der Entsolidarisierung sein. In der Folge möchten wir deshalb aufzeigen, wie leistungsorientiertes Denken unserer Meinung nach als Erklärungsansatz zur Entsolidarisierung dienen kann.
1 EINLEITUNG: Die Autoren definieren die zentralen Begriffe und formulieren ihre Hypothesen zur gesellschaftlichen Entsolidarisierung sowie zur Rolle der Sozialen Arbeit.
2 Das Phänomen Entsolidarisierung: Dieses Kapitel erläutert Ursachen wie Leistungsdenken und Konsumismus, zeigt Auswirkungen auf verschiedene Gesellschaftsbereiche auf und skizziert Zukunftsszenarien.
3 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit: Hier wird untersucht, wie die Soziale Arbeit einerseits den Prozess behindern kann, andererseits aber selbst Gefahr läuft, ihn durch bürokratische oder entmündigende Strukturen zu fördern.
4 Entsolidarisierung und Soziale Arbeit im Suchtbereich: Die Autoren wenden ihre Erkenntnisse spezifisch auf das Suchthilfesystem an und erarbeiten konkrete Vorschläge zur Stärkung der Solidarität.
5 Schlussbemerkungen: Ein reflektierender Rückblick auf den Arbeitsprozess und ein abschließendes Bild, das die Notwendigkeit solidarischen Handelns unterstreicht.
6 Epilog: Eine Betrachtung der historischen Wurzeln der Sozialen Arbeit als Profession im Kontext von Solidarität und Management sozialer Not.
Solidarität, Entsolidarisierung, Soziale Arbeit, Suchtbereich, Leistungsdenken, Konsumismus, Individualisierung, Institutionalisierung, Randgruppen, Emanzipation, Doppelmandat, Suchtprävention, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit, Verbundenheit
Die Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Phänomen der Entsolidarisierung und hinterfragt, inwieweit die Soziale Arbeit diesen Prozess ungewollt unterstützt oder ihm entgegenwirken kann.
Die zentralen Felder sind die Ursachen der Entsolidarisierung wie Leistungsdenken und Konsumismus sowie die Reflexion der professionellen Rolle der Sozialen Arbeit, insbesondere im Suchtbereich.
Die zentrale Frage lautet: Wie kann die Sozialarbeit im Suchtbereich der Entsolidarisierung in der Gesellschaft begegnen?
Die Autoren stützen sich auf eine Kombination aus eigenen praktischen Erfahrungen, philosophischen Überlegungen sowie einer umfassenden Auswertung einschlägiger Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse des Entsolidarisierungsprozesses, die kritische Auseinandersetzung mit der Sozialen Arbeit und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf den Drogen- und Suchtbereich.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Solidarität, Entsolidarisierung, Soziale Arbeit, Individualisierung, Leistungsdenken und Emanzipation.
Sie kritisieren, dass die Soziale Arbeit durch zunehmende Bürokratisierung und einen starken Resozialisierungsdruck oft eher systemerhaltend wirkt, anstatt den Betroffenen bei einer emanzipatorischen Problemlösung zu helfen.
Sie schlagen u.a. eine verstärkte Bewusstseinsförderung für gesellschaftliche Zusammenhänge, die Etablierung verbindungsstiftender Projekte und ein stärkeres Anstreben der Emanzipation der Klientel vor.
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