Diplomarbeit, 2007
103 Seiten, Note: 1,7
1. Themenstellung und Einführung
2. Sinneserfahrungsfelder und die Bedeutung der menschlichen Sinne
2.1 Hugo Kükelhaus und Sinneserfahrungsfelder
2.1.1 Grundlagen
2.1.2 Entwicklungspsychologische Aspekte
2.1.3 Bedeutung von Sinneserfahrungen für den Mensch
2.1.4 Ziele der Erfahrungsfelder
2.2 Die menschlichen Sinnesorgane und ihre Bedeutung in der Anthroposophie
2.3 Zusammenfassung und kritische Stellungnahme
3. Menschen mit einer Behinderung: Von der Deinstitutionalisierung zur Inklusion
3.1 Das Normalisierungsprinzip
3.2 Selbstbestimmung, Autonomie und Empowerment
3.3 Integration und Inklusion
3.4 Schlussfolgerungen
4. Das Erfahrungsfeld der Sinne EINS + ALLES des Christopherus-Heims e.V.
4.1 Ausgangslage und Idee
4.2 Einzelne Stationen des Erfahrungsfelds EINS + ALLES
4.3 Das Erfahrungsfeld der Sinne als therapeutische Chance
4.4 Das Erfahrungsfeld der Sinne als Integrationsprojekt
5. Empirische Untersuchung zur Integration und Sinneswahrnehmung von Menschen mit einer Behinderung
5.1 Empirische Methodik und Durchführung
5.2 Ergebnisse der Experteninterviews
6. Empirische Untersuchung zur Sinneserfahrung von Menschen mit einer Behinderung
6.1 Empirische Methodik und Durchführung
6.2 Ergebnisse der teilnehmenden Beobachtung
7. Auswertung und Interpretation der empirischen Studien
7.1 Differenzierte Sinneserfahrungen für die Bewohner des Christopherus-Heims
7.2 Erweiterte Integrationsmöglichkeiten für die Bewohner des Christopherus-Heims
7.3 EINS + ALLES als neues sozialpädagogisches Konzept für die Behindertenhilfe
8. Zusammenfassung und Ausblick
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Erfahrungsfeldes der Sinne EINS + ALLES als sozialpädagogisches Konzept zur Förderung der Sinneswahrnehmung und zur sozialen Integration von Menschen mit geistiger Behinderung, wobei insbesondere die Frage geklärt wird, ob dieses Projekt neue Perspektiven für die Behindertenhilfe eröffnet.
4.2 Einzelne Stationen des Erfahrungsfelds EINS + ALLES
Die folgende Schilderung einzelner Erfahrungsstationen von EINS + ALLES dient dem besseren Verständnis der Funktionsweise und der Wirkung des Erfahrungsfelds.
Die Beziehungsschaukel ist eine Schaukel für zwei Personen, die sich auf zwei Schaukelbrettern gegenüber sitzen. Die beiden an sich gewöhnlichen Schaukeln sind mit einer Seilkonstruktion im oberen Teil miteinander verbunden. Während ein Schaukelkandidat Schwung nimmt, bleibt der zweite ganz ruhig sitzen. Wenn die erste Schaukel genug Schwung bekommen hat, wandern, wie von Geisterhand, die Kräfte auf die andere Schaukel über und die zweite Person beginnt heftig zu schaukeln, bis zu einem Höhepunkt. Während die andere Person zum Stillstand kommt. Dieser Wechsel der Kräfte kann beliebig fortgesetzt werden.
Diese Station lässt den Benutzer das physikalische Prinzip des gekoppelten Pendels wahrnehmen. Er kann den Wechseln der Energiezustände von potentieller in kinetische Energie am eigenen Leib erfahren, und das Schwingen des eigenen Körpers in diesem System fühlen. Aber auch das soziale Zusammenspiel von zwei Menschen wird ganz konkret erlebbar: Nur wenn sich die beiden Schaukelpartner optimal aufeinander einstellen, können sie sich gegenseitig immer höher schaukeln. Wenn sie disharmonieren, beim Schaukeln gegeneinander und nicht miteinander arbeiten, dann bleiben sie im unteren Schaukelbereich.
1. Themenstellung und Einführung: Hinführung zur Fragestellung, ob das Projekt "EINS + ALLES" ein neues sozialpädagogisches Konzept für die Behindertenhilfe darstellen könnte.
2. Sinneserfahrungsfelder und die Bedeutung der menschlichen Sinne: Theoretische Fundierung der Bedeutung von Sinneserfahrungen basierend auf Hugo Kükelhaus und Rudolf Steiner.
3. Menschen mit einer Behinderung: Von der Deinstitutionalisierung zur Inklusion: Darstellung der historischen und fachlichen Entwicklung von Integrationskonzepten in der Behindertenhilfe.
4. Das Erfahrungsfeld der Sinne EINS + ALLES des Christopherus-Heims e.V.: Beschreibung der Entstehungsgeschichte, der Stationen und der Zielsetzung des konkreten Projekts.
5. Empirische Untersuchung zur Integration und Sinneswahrnehmung von Menschen mit einer Behinderung: Methodik und Auswertung von Experteninterviews mit Fachleuten der Behindertenhilfe.
6. Empirische Untersuchung zur Sinneserfahrung von Menschen mit einer Behinderung: Durchführung einer teilnehmenden Beobachtung zur exemplarischen Untersuchung der Sinneswahrnehmung.
7. Auswertung und Interpretation der empirischen Studien: Synthese und Interpretation der gesammelten Daten im Hinblick auf den potenziellen Nutzen als neues Konzept.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Projekts.
Sinneserfahrungsfelder, Integration, Inklusion, Behindertenhilfe, EINS + ALLES, Hugo Kükelhaus, Anthroposophie, Normalisierungsprinzip, Selbstbestimmung, Empowerment, Community Care, Sinneswahrnehmung, soziale Teilhabe, Dienstleistungsunternehmen.
Die Diplomarbeit untersucht das integrativ konzipierte "Erfahrungsfeld der Sinne" eines anthroposophisch orientierten Heims und bewertet dessen Wirkung auf Bewohner und Gesellschaft.
Im Zentrum stehen die Sinneslehre (nach Kükelhaus/Steiner), Konzepte der Behindertenhilfe (Inklusion, Normalisierung) sowie die praktische Erprobung der "inversen Integration".
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Erfahrungsfeld der Sinne als ein innovatives, neues sozialpädagogisches Konzept für die moderne Behindertenhilfe dienen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative empirische Methodik, bestehend aus Experteninterviews mit Fachleuten sowie einer teilnehmenden Beobachtung von Heimbewohnern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sinnesfeldern und Behindertenpädagogik sowie die detaillierte Beschreibung und Auswertung des konkreten Projekts am Christopherus-Heim.
Wichtige Begriffe sind Sinneserfahrungsfelder, Inklusion, inverse Integration, Selbstbestimmung, Behindertenhilfe und der anthroposophische Ansatz.
Es bezeichnet die Umkehrung der klassischen Integration: Statt Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu führen, wird die Öffentlichkeit eingeladen, am Leben und an den Angeboten der Heimgemeinschaft teilzuhaben.
Die befragten Experten ordnen das Projekt eher als ein Element einer größeren Bewegung in der Behindertenhilfe ein; als neues Konzept wird primär der Aspekt der gezielten Sinnesschulung für Bewohner und Mitarbeiter hervorgehoben.
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