Masterarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung – Von Bologna, Web 2.0 und E-Portfolios
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzungen dieser Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „(E-)Portfolio“?
3. Geschichte und Entwicklung der E-Portfolios
4. Verschiedene Arten eines Portfolios
4.1 Das Arbeitsportfolio (Working Portfolio)
4.2 Das Aufnahmeportfolio (Admission Portfolio)
4.3 Das Beurteilungsportfolio (Status Report- oder Assessment Portfolio)
4.4 Das Bewerbungsportfolio (Application Portfolio)
4.5 Das Entwicklungsportfolio (Time Sequenced- oder Process Port folio)
4.6 Das fächerübergreifende Portfolio (Interdisciplinary Unit Port folio)
4.7 Das Lehrportfolio (Teaching Portfolio)
4.8 Das Präsentationsportfolio (Presentation Portfolio)
4.9 Das Sprachenportfolio (Language Portfolio)
4.10 Das themaerschließende Portfolio (Celebration Portfolio)
4.11 Das Vorzeigeportfolio (Showcase-, Display- oder Best Work-Portfolio)
4.12 „Differences must make differences“ – Eine Kritische Betrachtung der Portfoliotypologie
5. Abgrenzung und Vorteile eines E-Portfolios gegenüber einem traditionellen Portfolio
6. Die Arbeit mit einem E-Portfolio
6.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche E-Portfolio-Arbeit
6.2 Der Erstellungsprozess eines E-Portfolios
7. Funktionen und Ziele eines E-Portfolio-Einsatzes in der Hochschullehre
8. Veränderungen in der Leistungsbewertung durch ein E-Portfolio
8.1 Die traditionelle Art der Wissensüberprüfung im Hochschulwe- sen
8.2 Die durch ein E-Portfolio veränderte Leistungsbewertung
9. Das Europäische Portfolio der Sprachen (EPS)
9.1 Zielsetzungen des EPS
9.2 Geschichte und Entwicklung des EPS
9.3 Der Aufbau des EPS
9.4 Bewertung des EPS
10. Testberichte zu E-Portfolio-Software
10.1 Open Source Portfolio (OSP)
10.1.1 Was ist OSP?
10.1.2 Der Installationsprozess der E-Portfolio-Software
10.1.3 Die Arbeit mit dem OSP-Programm
10.2 Das Handy als Hilfsmittel bei der Erstellung eines E-Portfolios – Nokia Lifeblog
10.2.1 Technische Anforderungen
10.2.2 Der Vorgang des Bloggens
10.2.3 Bewertung der Software
11. Forschungserkenntnisse zu den Student Portfolios
11.1 Erkenntnisse zur Validität der Portfolio-Ergebnisse
11.1.1 Empirische Untersuchungen
11.1.2 Qualitative Untersuchungen
11.1.3 Fazit
11.2 Erkenntnisse zur Reliabilität der Portfolio-Ergebnisse
11.3 Erkenntnisse zur Fairness der Portfolios
12. Die Implementierung von Portfolios in die Hoch schullehre
12.1 Rollenverständnis, Engagement und Motivation der Lehrenden und Lernenden
12.2 Umfassende Information der Studenten zu Semesterbeginn
12.3 Unterstützung der metakognitiven Entwicklung der Studenten
12.4 Die Begleitung der Studenten während der E-Portfolio-Arbeit
12.5 Aufwändige Bewertung der E-Portfolios?
12.6 Das Bewertungsraster
12.7 Das Zeitproblem
12.8 Copyright und Datensicherheit
13. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, ob das E-Portfolio ein geeignetes Instrument zur Förderung einer neuen Lernkultur im Hochschulwesen darstellen kann. Dabei wird analysiert, wie digitale Portfolios zur Verknüpfung von Lernprozessen und Leistungsbewertung beitragen und welche theoretischen sowie praktischen Voraussetzungen für deren erfolgreiche Implementierung in der universitären Lehre erforderlich sind.
- REPOSITORY, VIEWS UND SERVICES -
In der einschlägigen Literatur lassen sich zahlreiche verschiedene Definitionen eines E-Portfolios finden, die sich jedoch in ihrem Inhalt weitgehend decken. Nach der US-amerikanischen National Learning Infrastructure Initiative (NLII) ist ein E-Portfolio „a collection of authentic and diverse evidence, drawn from a larger archive representing what a person or organization has learned over time, on which the person or organization has reflected, and designed for presentation to one or more audiences for a particular rhetorical purpose.“ (NLII, 2003, zitiert nach Ravet & Chang Barker, 2004, S. 4). An Hand dieser Begriffsklärung lässt sich erkennen, dass sich ein E-Portfolio aus zwei Hauptbestandteilen zusammensetzt: Aus einem Archiv (Repository) sowie aus der Präsentation (Views). Letztere erstellt der Lernende auf der Basis der Inhalte des Archivs und macht diese für eine bestimmte Zielgruppe – beispielsweise für Kommilitonen, Dozenten oder potenzielle Arbeitgeber – zugänglich. Ebenso wie bei einem traditionellen Portfolio hat auch bei einem E-Portfolio dessen Besitzer vollständige Kontrolle über die Inhalte, welche in digitaler Form vorliegen, sowie über den Zugang Dritter.
Bis hierher mag sich ein E-Portfolio noch wenig von einem herkömmlichen unterscheiden. Doch verfügt ein digitales Portfolio neben Repository und Views noch über eine dritte Komponente, nämlich über die der Services. Dieser Bestandteil ermöglicht beispielsweise die Speicherung einer immensen Fülle an Dokumenten, eröffnet Verknüpfungsmöglichkeiten und bringt flexible Darstellungsmethoden mit sich. Ein E-Portfolio setzt sich also aus einem Archiv an gesammeltem und für Dritte nicht sichtbarem Material, den offen gelegten und bewusst selektierten Elementen aus diesem Archiv sowie den Services, welche mithelfen, die Sammlung und die Präsentation zu bilden und zu verwerten, zusammen.
1. Einführung – Von Bologna, Web 2.0 und E-Portfolios: Diese Einleitung beleuchtet die bildungspolitischen Hintergründe des Bologna-Prozesses sowie den Einfluss des Web 2.0 auf universitäre Lehr-Lern-Szenarien.
2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „(E-)Portfolio“?: Das Kapitel klärt die etymologischen Wurzeln und die pädagogische Definition des Portfolio-Begriffs, wobei die fehlende begriffliche Einheitlichkeit im Bildungsbereich herausgearbeitet wird.
3. Geschichte und Entwicklung der E-Portfolios: Hier wird der historische Bogen von den Portfolios der Renaissance-Künstler bis zur modernen E-Portfolio-Welle in den USA und Europa geschlagen.
4. Verschiedene Arten eines Portfolios: Es werden elf verschiedene Portfolio-Typen vorgestellt, deren Vielfalt kritisch anhand der Ansätze von Abrutyn und Danielson reduziert wird.
5. Abgrenzung und Vorteile eines E-Portfolios gegenüber einem traditionellen Portfolio: Das Kapitel vergleicht physische Portfolios mit digitalen Varianten und betont die Vorzüge von Repository-Views-Services-Strukturen.
6. Die Arbeit mit einem E-Portfolio: Hier stehen die bildungspolitischen und didaktischen Voraussetzungen sowie das „5-by-5-Model“ zur Erstellung eines Portfolios im Vordergrund.
7. Funktionen und Ziele eines E-Portfolio-Einsatzes in der Hochschullehre: Fokus auf Selbstreflexion, Selbstbestimmung der Lernenden und die konstruktivistische Lerntheorie als Basis der Arbeit.
8. Veränderungen in der Leistungsbewertung durch ein E-Portfolio: Gegenüberstellung von traditionellen Klausuren und prozessorientierter Leistungsbeurteilung durch das Portfolio.
9. Das Europäische Portfolio der Sprachen (EPS): Vorstellung eines bedeutenden internationalen Projekts, dessen Aufbau und Ziele zur Dokumentation von Sprachkompetenzen.
10. Testberichte zu E-Portfolio-Software: Praxistest und Evaluation der Open-Source-Lösung OSP sowie der mobilen Anwendung Nokia Lifeblog.
11. Forschungserkenntnisse zu den Student Portfolios: Eine wissenschaftliche Meta-Analyse zu Validität, Reliabilität und Fairness von Portfoliomethoden anhand empirischer Studien.
12. Die Implementierung von Portfolios in die Hoch schullehre: Dieses Kapitel bietet praktische Ratschläge für Dozenten bezüglich Rollenverständnis, Zeitmanagement, Bewertungsrastern und Datensicherheit.
13. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Reflexion über das Potenzial von E-Portfolios zur nachhaltigen Reform der Hochschullehre.
E-Portfolio, Hochschullehre, Bologna-Prozess, Leistungsbewertung, Selbstreflexion, Web 2.0, Kompetenzorientierung, Sprachenportfolio, Konstruktivismus, Metakognition, E-Learning, Implementierung, Studienkultur, Bildungsforschung, Assessment for Learning.
Die Arbeit untersucht das E-Portfolio als Instrument zur Gestaltung einer neuen Lernkultur im Hochschulwesen, insbesondere im Kontext von Bologna und digitalen Medien.
Die Themen umfassen die Definition und Typologie von Portfolios, die historische Entwicklung, technische Implementierung, pädagogische Funktionen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Leistungsbewertung.
Das Hauptziel ist es, einen kompakten Überblick über den theoretischen und praktischen Forschungsstand zu geben und interessierten Lehrenden sowie Lernenden Handlungsanweisungen für die E-Portfolio-Arbeit anzubieten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des aktuellen Wissensstandes sowie der inhaltsanalytischen Auswertung existierender Erfahrungsberichte zur E-Portfolio-Einführung.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, den Erstellungsprozess, die spezifische Rolle des Europäischen Sprachenportfolios (EPS) sowie Testberichte zu Portfolio-Software.
Zentrale Begriffe sind E-Portfolio, Kompetenzorientierung, Selbstreflexion, Leistungsbeurteilung und Hochschullehre.
Während Klausuren oft punktuelle Testergebnisse messen, ermöglicht das E-Portfolio eine prozessorientierte, kontinuierliche Beurteilung, die Lernentwicklung, Reflexion und Kompetenzaufbau mit einbezieht.
Es dient als Referenzprojekt, da es länderübergreifend erprobt ist, das lebenslange Lernen unterstützt und als das derzeit größte Portfolio-Projekt in Europa gilt.
Zu den Hürden zählen der zeitliche Mehraufwand für Dozenten, die Notwendigkeit technischer Infrastruktur sowie das Unbehagen von Studenten gegenüber neuen, selbstgesteuerten Lernformen.
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