Diplomarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1.7
1. Einführung
2. Instrumente der Beschäftigungspolitik
2.1. Arbeitslosengeld
2.2. Sozialhilfe
2.3. workfare
2.4. Lohnsubventionen
2.4.1. Lohnsubventionen an Arbeitgeber
2.4.2. Lohnbezogene Transfers an Arbeitnehmer
2.4.2.1. negative Einkommenssteuer
2.4.2.2. negative Grenzsteuersätze
2.5. Mindestlöhne
3. Zur Reform des deutschen Wohlfahrtsstaates
3.1. Der Reformbedarf des deutschen Wohlfahrtsstaates
3.2. Aktivierende Sozialhilfe – ein Reformvorschlag des Ifo-Instituts
3.2.1. Die Kernelemente des Vorschlags
3.2.2. Rechtfertigung von Lohnsubventionen
3.2.3. Ausgestaltung des Kombilohnelements
3.2.4. Kommunale Beschäftigungsmöglichkeiten
3.2.5. Effekte auf Löhne, Beschäftigung und Verteilung
3.2.6. Fiskalische Kosten
4. Diskussion
4.1. Einordnung der ‚aktivierenden Sozialhilfe’ in die Literatur
4.1.1. Empirische Bewertung der vorgeschlagenen Instrumente
4.1.2. Kritik an der ‚aktivierenden Sozialhilfe’
4.1.3. Ein Blick in die USA
4.2. Arbeit für jeden! – Eine ökonomisch zu kurze Sichtweise?
4.2.1. Wem hilft workfare?
4.2.2. Der gesellschaftliche Nutzen niedriger Grenzsteuersätze
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit analysiert das Konzept der "aktivierenden Sozialhilfe" als Reforminstrument für den deutschen Arbeitsmarkt, um insbesondere gering qualifizierte Arbeitslose durch veränderte Anreizstrukturen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren.
2.3. workfare
Auf Grund der asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Staat und Transferbeziehern kommen auch Nichtbedürftige in den Genuss staatlicher Fürsorge. Individuen mit geringer Produktivität und/oder einer hohen Präferenz für Freizeit können es vorziehen, Transfers zu erhalten und nicht selbst erwerbstätig zu werden. Mit einer hohen staatlichen Mindestversorgung gibt es eine Reihe von Gründen, warum gerade gering Produktive nicht erwerbstätig werden wollen oder können. Diese wurden in dem vorherigen Abschnitt ausführlich erläutert. Erwerbsfähige, die selbstständig ein Einkommen in ausreichender Höhe generieren können, sollte aber der Anreiz genommen werden, Transferzahlungen in Anspruch zu nehmen. Da die Mindestversorgung aus guten Gründen nicht reduziert werden kann, „bieten sich Maßnahmen an, die am Zeitbudget der gering qualifizierten Erwerbslosen ansetzen.“
Das ‚workfare-Konzept’ löst bloße Transferzahlungen ab, indem es auf das Prinzip von Leistung und Gegenleistung setzt. Der Empfang staatlicher Transfers ist an eine Gegenleistung in Form von Arbeit oder Qualifizierungstraining gekoppelt. „Jedem transferberechtigten und arbeitsfähigen Erwerbslosen wird dazu eine sozial nützliche, öffentliche (Vollzeit-)Beschäftigung angeboten, für die er einen von der Familienzusammensetzung abhängigen Sozialhilfelohn erhält.“ Bei Nicht-Annahme der zugewiesenen Beschäftigung werden die Transferzahlungen radikal gekürzt. Einer Überprüfung auf Sozialstaatverträglichkeit hält dieses Konzept stand, da kein Erwerbsfähiger Einbußen bei den Sozialtransfers hinnehmen muss. Das soziokulturelle Existenzminimum ist somit gesichert. Erwerbsunfähige müssen für ihre Sozialtransfers keine Gegenleistung erbringen. Die Kernpunkte des ‚workfare-Konzepts’ seien im Einzelnen noch einmal aufgeführt:
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung hoher Arbeitslosigkeit bei gering Qualifizierten und Vorstellung des Reformansatzes "aktivierende Sozialhilfe".
2. Instrumente der Beschäftigungspolitik: Theoretische Analyse der Wirkungsweise von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Workfare, Lohnsubventionen und Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und -nachfrage.
3. Zur Reform des deutschen Wohlfahrtsstaates: Analyse des Reformbedarfs, detaillierte Vorstellung des Ifo-Vorschlags sowie dessen fiskalischer und ökonomischer Auswirkungen.
4. Diskussion: Einordnung des Konzepts in die Literatur, empirische Bewertung der Instrumente, internationale Vergleiche sowie Diskussion gesellschaftspolitischer und ökonomischer Zielkonflikte.
5. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse und zusammenfassende Einschätzung der Eignung des Konzepts für den deutschen Arbeitsmarkt.
Aktivierende Sozialhilfe, Workfare, Niedriglohnsektor, Lohnsubventionen, Beschäftigungspolitik, Arbeitslosengeld II, Wohlfahrtsstaat, Grenzsteuersätze, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Fiskalische Kosten, Kombilohn, Erwerbsfähigkeit, Sozialtransfers, Strukturwandel.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Reform des deutschen Wohlfahrtsstaates, insbesondere mit dem Konzept der "aktivierenden Sozialhilfe" als Mittel zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei gering qualifizierten Personen.
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Instrumente der Beschäftigungspolitik, wie Lohnsubventionen und Workfare-Modelle, sowie deren Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt und den Staatshaushalt.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob durch eine konsequente Aktivierung erwerbsfähiger Arbeitsloser und eine gezielte Lohnsubventionierung der Niedriglohnsektor belebt und Beschäftigung nachhaltig gefördert werden kann.
Die Arbeit verwendet modelltheoretische Analysen zur Untersuchung der Auswirkungen von Transferzahlungen und Steuersystemen auf das individuelle Arbeitsangebot, ergänzt durch eine kritische Diskussion empirischer Befunde.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der beschäftigungspolitischen Instrumente, die Analyse des Reformbedarfs des deutschen Systems und die detaillierte Vorstellung des Reformvorschlags des Ifo-Instituts.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "aktivierende Sozialhilfe", "Niedriglohnsektor", "Workfare", "Lohnsubventionen" und "fiskalische Kosten" charakterisieren.
Das Ifo-Modell dient als zentrales Fallbeispiel für eine umfassende "Reform aus einem Guss", die eine Zusammenlegung von Leistungen mit einer Aktivierungspflicht und Lohnzuschüssen kombiniert.
Kritisiert werden unter anderem die schwierige praktische Umsetzung kommunaler Beschäftigungsmöglichkeiten, die Gefahr einer Verfestigung in staatlichen Beschäftigungssektoren und die hohen gesellschaftlichen Kosten negativer Grenzsteuersätze.
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