Diplomarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Unternehmens- und Anteilsbewertung unter Berücksichtigung von Veräußerungsgewinnen
2.1 Bewertungsanlässe, Funktionen und Methoden der Unternehmensbewertung
2.1.1 Bewertungsanlässe und Abgrenzung von Bewertungsaufgaben
2.1.1.1 Funktionale Bewertungslehre
2.1.1.2 Funktionen und deren Wertarten nach Ansicht des IDW
2.1.1.3 Gegenüberstellung der Funktionen der Unternehmensbewertung
2.1.2 Grundlagen der Methoden der Unternehmensbewertung unter Berücksichtigung von Ausschüttungsannahmen und Wachstum
2.1.2.1 Ertragswertverfahren
2.1.2.1.2 Erfolgsbegriff und Diskontierungsfaktor
2.1.2.1.2 Bewertungskalkülstrukturen
2.1.2.2 DCF- Methoden
2.1.2.2.1 Erfolgsbegriffe und Berücksichtigung des Tax Shields
2.1.2.2.2 Free Cashflows und Ausschüttungsverhalten
2.1.2.2.2 Kapitalkostenermittlung auf Grundlage des Standard-CAPM
2.1.2.2.3 Bewertungskalkülstrukturen
2.1.2.3 Abgrenzung zwischen Unternehmens- Anteils- und Aktienbewertung
2.1.2.4 Wertkategorien, Bewertungszeck und -verfahren
2.2 Das Steuerrecht als Wertbestimmungsfaktor
2.2.1 Periodischer Steuereinfluss
2.2.2 Aperiodischer Steuereinfluss
2.2.2.1 Vorteilhaftigkeit der Thesaurierungsbegünstigung
2.2.3 Entscheidungsneutrale Besteuerung
3 Grenzpreisorientierte Wertbestimmung
3.1 Zwei-Besitzer Struktur
3.1.1 Veräußererkalkül
3.1.2 Erwerberkalkül bei einmaliger Anteilsveräußerung
3.2 Mehr-Besitzer Struktur
3.2.1 Überblick
3.2.2 Bewertungskalkül bei mehrfacher Anteilsveräußerung
3.3 Spezialfälle der Mehrbesitzerstruktur
3.3.1 Die Bewertung der Kapitalgesellschaft des Typs A
3.3.2 Die Bewertung der Kapitalgesellschaft des Typs B
3.4 Quantifizierung der Steuerdiskriminierung
3.5 Vermeidung der Steuerdiskriminierung
4 „Objektivierte“ Wertbestimmung
4.1 Tax – CAPM und Abgeltungssteuer
4.1.1 Einperiodenfall
4.1.2 Mehrperiodenfall
4.2 Wertbestimmung unter Berücksichtigung von Teilausschüttungen
4.3 Bedingungen für Steuerirrelevanz
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Bewertung von Kapitalgesellschaften. Ziel ist es, ein integriertes Bewertungskalkül zu entwickeln, das die Veräußerungsgewinnbesteuerung berücksichtigt und aufzeigt, wie sich diese auf den Eigentümerwechsel und die objektivierte Wertermittlung auswirkt.
1.1 Problemstellung
Am 11.11.2005 bekundete die Bundesregierung, eine umfassende Steuerreform mit dem Ziel der Herstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Europatauglichkeit, der weitgehenden Rechtsform- und Finanzierungsneutralität, der Einschränkung von Gestaltungsmöglichkeiten, der Verbesserung der Planungssicherheit von Unternehmen und öffentlichen Haushalten und der Sicherung der deutschen Steuerbasis umzusetzen. Am 02.11.2006 wurde der Öffentlichkeit ein „Eckpunkte“-Papier präsentiert, welches bereits die Grundzüge einer allgemeinen Abgeltungssteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen beinhaltete. Am 05.02.2007 nahmen die Grundzüge konkrete Gestaltungsformen im Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums an. Der weitere parlamentarische Weg bestand im Kabinettsbeschluss zum 14.03.2007, dem Gesetzesbeschluss im Bundestag am 25.05.2007 und der Verabschiedung im Bundesrat am 06.07.2007.
Die wichtigsten Bestandteile der Reform bestehen in der Einführung einer allgemeinen Abgeltungssteuer für Privatanleger auf Einkünfte aus Kapitalvermögen, einem Teileinkünfteverfahren für betriebliche Anleger, Änderungen bzw. Senkungen bei der Gewerbe- und Körperschaftssteuer, einer Thesaurierungsbegünstigung für Personengesellschaften, einer Einführung einer Zinsschranke, sowie weiteren, nicht unerheblichen Gegenfinanzierungsmaßnahmen.
Zukünftig wird die Besteuerung von Zinseinkünften, Dividendeneinkünften und sonstigen Einkünften aus Kapitalvermögen danach zu unterscheiden sein, welcher Art von Vermögen diese zugerechnet werden. Werden Kapitaleinkünfte dem Betriebsvermögen zugerechnet, so wird das Halbeinkünfteverfahren in ein Teileinkünfteverfahren umgewandelt. 60% unterliegen dann der persönlichen Einkommensteuer nach dem Einkommensteuertarif gemäß § 32a EStG.
Bei Privatanlegern, bzw. wenn Kapitaleinkünfte dem Privatvermögen zugerechnet werden, wird das noch bis zum 31.12.2008 bestehende Halbeinkünfteverfahren abgeschafft und durch eine vollständige und einheitliche Besteuerung mit einer Abgeltungssteuer in Höhe von 25% ersetzt.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die steuerpolitischen Ziele der Bundesregierung im Rahmen der Reform 2008 und stellt die Problemstellung der Bewertung von Kapitalgesellschaften unter geänderten steuerlichen Bedingungen dar.
2 Grundlagen der Unternehmens- und Anteilsbewertung unter Berücksichtigung von Veräußerungsgewinnen: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament durch die Diskussion von Bewertungsanlässen, Funktionenlehren und verschiedenen Methoden der Unternehmensbewertung unter Einbezug des Steuerrechts.
3 Grenzpreisorientierte Wertbestimmung: Dieser analytische Hauptteil befasst sich mit der Grenzpreisermittlung bei unterschiedlichen Besitzerstrukturen unter Berücksichtigung der Veräußerungsgewinnbesteuerung.
4 „Objektivierte“ Wertbestimmung: Hier wird der Einfluss der Abgeltungssteuer auf die objektivierte Wertbestimmung nach IDW S1 mittels des Tax-CAPM-Ansatzes untersucht.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Unternehmensbewertung, Unternehmenssteuerreform 2008, Veräußerungsgewinnbesteuerung, Abgeltungssteuer, Grenzpreis, Tax-CAPM, IDW S1, Kapitalkosten, Ausschüttungspolitik, Thesaurierungsbegünstigung, Steuerdiskriminierung, Lock-in-Effekt, Teileinkünfteverfahren, Unternehmenswert, Ertragswertverfahren.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Bewertung von Kapitalgesellschaften auswirkt, insbesondere unter dem Aspekt der steuerlichen Behandlung von Veräußerungsgewinnen.
Die zentralen Felder umfassen die grundlegende Unternehmensbewertung, die Integration steuerlicher Einflüsse in Bewertungskalküle, die Analyse der Grenzpreisbildung sowie die objektivierte Unternehmensbewertung nach dem IDW S1-Standard.
Ziel ist es, ein integriertes Bewertungsmodell zu schaffen, das die interdependente Beziehung zwischen Veräußerungserlösen und persönlicher Besteuerung löst und die Auswirkungen auf den Beteiligungswechsel analysiert.
Verwendet werden mathematische Bewertungskalküle, wie das Ertragswertverfahren und DCF-Methoden (speziell Tax-CAPM), ergänzt durch eine retrograd-sukzessive Bewertungstechnik zur Grenzpreisermittlung in Mehrbesitzer-Strukturen.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Die Analyse der grenzpreisorientierten Wertbestimmung in Besitzerstrukturen (Kapitel 3) und die Untersuchung der „objektivierten“ Wertbestimmung im Kontext der Abgeltungssteuer (Kapitel 4).
Wichtige Begriffe sind Unternehmenssteuerreform 2008, Veräußerungsgewinnbesteuerung, Abgeltungssteuer, Tax-CAPM, Grenzpreisermittlung und Thesaurierungsbegünstigung.
Die Besteuerung des Veräußerungsgewinns im Zeitpunkt der Veräußerung führt dazu, dass Anteilseigner ihr Engagement eher beibehalten (Lock-in), da eine Veräußerung steuerlich belastet wird und somit wertmindernd wirkt.
Um Wertneutralität zu erreichen, müssen Dividenden und Kursgewinne sowohl beim Bewertungsobjekt als auch bei der Alternative äquivalent zufließen und besteuert werden; dies erfordert eine periodische Besteuerung der Kursgewinne.
Das Tax-CAPM dient als Grundlage zur Ermittlung marktobjektivierter Risikozuschläge, um den Einfluss der Abgeltungssteuer auf die objektivierte Unternehmensbewertung unter realistischeren steuerlichen Annahmen als beim Standard-CAPM abzubilden.
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