Magisterarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Fragestellung
1.3. Quellen und Methoden
1.4. Forschungsstand
2. Die Abbildung der Wirklichkeit? – Hintergründe des dokumentarischen Filmens
2.1. Die Anfänge des Dokumentarfilms
2.2. Dokumentarische Genres und Formate im Fernsehen
2.3. Hybride Formen
2.4. Living History im deutschen Fernsehen
3. Multiperspektivische Untersuchung des Formats Living History am Beispiel von Windstärke 8 – Das Auswandererschiff
3.1. Einführung
3.2. Projektanalyse - Der Versuch einer Zeitmaschine
3.3. Windstärke 8 aus Sicht der Produzierenden
3.4. Windstärke 8 aus Sicht der Mitreisenden
3.5. Windstärke 8 aus Sicht der Wissenschaftler
3.6. Windstärke 8 aus Sicht der Zuschauer
3.7. Zusammenfassung
4. Diskussion und Ausblick
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das TV-Format „Living History“ am Beispiel der Serie „Windstärke 8 – Das Auswandererschiff“, um die Faszination für dieses Genre zu ergründen und die Gründe für dessen Erfolg im deutschen Fernsehen aus multiperspektivischer Sicht zu analysieren.
3.2. Projektanalyse - Der Versuch einer Zeitmaschine
Die rekonstruierte Zeit ist für das Jahr 1855 angelegt, d.h. für das Ende der ersten großen Auswanderungswelle aus deutschen Ländern (1845-1854). Zu dieser Zeit verbesserten sich die Bedingungen für Auswanderer in die Vereinigten Staaten. Seit den 1830er Jahren gab es immer mehr Schutzbestimmungen, die das Überladen der Schiffe verhindern sollten und die Verpflegungssituation verbesserten. Bremerhaven gehörte zu den wichtigsten Einschiffungshäfen und erlebte in den 1850er Jahren einen Aufschwung: 1847 gab es einen Eisenbahnanschluss bis Bremen, 1851 wurde mit dem Neuen Hafen das Hafengelände wesentlich vergrößert und ab 1854 gab es eine Pferdepostverbindung nach Bremen sowie eine Behörde für das Auswanderungswesen. Für die in Amerika ankommenden Schiffe gab es ab 1855 das Einwanderungsdepot Castle Garden an der Südspitze Manhattans. Windstärke 8 als Auswanderer-Segelschiff zwischen Bremerhaven und New York im Jahr 1855 anzulegen, ist also eine repräsentative Konzeption.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Fragestellung, der gewählten Quellen und Methoden sowie des aktuellen Forschungsstandes.
2. Die Abbildung der Wirklichkeit? – Hintergründe des dokumentarischen Filmens: Analyse der Geschichte des Dokumentarfilms, der Entwicklung hybrider Formate und der Etablierung von „Living History“ im deutschen Fernsehen.
3. Multiperspektivische Untersuchung des Formats Living History am Beispiel von Windstärke 8 – Das Auswandererschiff: Detaillierte Untersuchung des Projekts aus verschiedenen Blickwinkeln, inklusive Projektanalyse, Macher, Mitreisenden, Wissenschaftlern und Zuschauern.
4. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Definitionsproblematik des Formats und Ausblick auf künftige Entwicklungen im Fernsehen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage, inwiefern sich das Format für die Geschichtsvermittlung eignet.
Living History, Windstärke 8, Dokumentarfilm, Fernsehen, Auswanderung, Geschichtsvermittlung, Reenactment, Reality-TV, Doku-Soap, Authentizität, Historische Rekonstruktion, Zuschauerresonanz, Geschichtsbewusstsein, Mediale Dramaturgie, Identifikation.
Die Arbeit analysiert kritisch das Fernsehformat „Living History“ am Beispiel der Serie „Windstärke 8“, das versucht, historische Lebensbedingungen in einer experimentellen Versuchsanordnung nachzustellen.
Im Zentrum stehen die dokumentarische Filmgeschichte, der Aufbau hybrider Fernsehformate, die praktische Umsetzung der Serie sowie die unterschiedliche Wahrnehmung durch Macher, Akteure und Zuschauer.
Die Autorin untersucht, warum Menschen das Format fasziniert, worauf der Erfolg beruht und welche Rückschlüsse die Popularität solcher Formate auf aktuelle gesellschaftliche Tendenzen zulässt.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der durch eine multiperspektivische Auswertung von Interviews mit den Beteiligten (Produzenten, Teilnehmer, Wissenschaftler) und die Analyse von Zuschauerreaktionen in Internetforen geprägt ist.
Der Hauptteil beleuchtet die Herausforderungen bei der Umsetzung der „Zeitreise“, die Beweggründe der Teilnehmer, die kritische Einschätzung durch Fachwissenschaftler sowie die Rezeption im Forum der Sendung.
Begriffe wie „Authentizitätswahrnehmung“, „Doku-Soap“, „Inszenierung“ und „Geschichtsvermittlung“ bilden den theoretischen Kern der Arbeit.
Die Einschätzungen sind zwiespältig: Während die Bemühung um Seriosität anerkannt wird, kritisieren einige Experten die methodische Ungenauigkeit und das Risiko einer Verfälschung historischer Tatsachen zugunsten der Unterhaltung.
Ein wesentliches Merkmal war der bewusste Verzicht auf vorab definierte Rollenbilder für die Teilnehmer, was die Serie stärker in den Bereich der Beobachtung von Individualverhalten rückte.
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