Diplomarbeit, 2007
121 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Gegenüberstellung der relevanten Rechnungsstile
2.1 Kameralistik
2.1.1 Struktur und Merkmale der Kameralistik
2.1.2 Weitere Stile der Kameralistik
2.2 Doppik
2.2.1 Struktur und Merkmale der Doppik nach HGB
2.2.2 Argumente für die Doppikeinführung
2.2.3 Doppik in der öffentlichen Verwaltung
3 Status quo
4 Betrachtung der Modellvorhaben im Ländervergleich
4.1 Haushaltsgliederung
4.2 Jahresabschluss
4.3 Haushaltsausgleich und Deckungsregeln
4.4 Gesamtabschluss
5 Praktische Umsetzung
5.1 Einführungsstrategie
5.2 Projektorganisation und Projektrealisierung
5.3 Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter
5.4 Software Implementierung
5.5 Erstellung der Eröffnungsbilanz
6 Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Neugestaltung des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens durch den Übergang von der Kameralistik zur Doppik. Das primäre Ziel ist es, die Motive für diese Modernisierung zu analysieren, die verschiedenen in den Bundesländern etablierten Modellvorhaben zu vergleichen und die praktischen Anforderungen an eine erfolgreiche Implementierung aufzuzeigen.
2.2.2 Argumente für die Doppikeinführung
Neben der Erweiterten Kameralistik sollte optional die doppische Rechnungslogik nach dem Handelsgesetzbuch auf den öffentlichen Sektor übertragen werden. Insbesondere wurde diese Entscheidung mit den Schwachstellen des traditionellen Systems begründet.
Einerseits erfüllt die Kameralistik eine Kontrollfunktion und andererseits eine Informationsfunktion. Ebenso gibt die Kameralistik sehr gut Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Das heißt der kamerale Rechnungsstil stellt korrekte und vollständige Informationen über geleistete Auszahlungen und empfangene Einzahlungen bereit.
Durch die Orientierung an dem Geldverbrauch, beschränkt sich der Kameralstil ausschließlich auf die Abbildung finanzieller Größen, d.h. nur Einnahmen und Ausgaben. Zwar kann somit die Über- bzw. Unterschreitung der Haushaltsvorgaben aufgedeckt werden, aber Informationen hinsichtlich der Leistungserbringung sowie dem optimalen Mitteleinsatz sind nicht ersichtlich. Im Zusammenhang mit dem Geldverbrauchskonzept finden Kosten und Leistungen sowie Aufwand und Ertrag keine Berücksichtigung. Kosten werden nur abgebildet, wenn sie in einem Zusammenhang mit Ausgaben stehen. Jedoch werden sie nicht den verursachenden Ämtern angelastet. Stattdessen werden sie in Sammelnachweisen aufgeführt.
Der Differenzbetrag aus den Ausgaben und Einnahmen ist zwar ein Indikator für die Beurteilung der finanziellen Lage einer Kommune, aber die Abschreibungen schlagen sich scheinbar nur teilweise nieder. Das heißt es werden Abschreibungen für Dienstleistungen berücksichtigt, die aber durch einen sog. Stornoposten wieder ausgeglichen werden und somit nie in Erscheinung treten.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Debatte um die Neugestaltung des kommunalen Haushaltswesens und führt in die Ziele der Arbeit ein.
2 Gegenüberstellung der relevanten Rechnungsstile: Analysiert und vergleicht die Konzepte der Kameralistik sowie der Doppik auf Basis des Handelsgesetzbuches.
3 Status quo: Gibt einen Überblick über den aktuellen Reformstand und die Präferenzen der Bundesländer bezüglich der neuen Rechnungssysteme.
4 Betrachtung der Modellvorhaben im Ländervergleich: Untersucht spezifische Unterschiede in Haushaltsgliederung, Jahresabschluss, Deckungsregeln und Gesamtabschluss zwischen NKF, NKR und NKRS.
5 Praktische Umsetzung: Erläutert operative Aspekte wie Einführungsstrategien, Projektmanagement, Personalqualifizierung und die technische Software-Implementierung.
6 Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die Auswirkungen der Umstellung auf das kommunale Finanzmanagement.
Kameralistik, Doppik, Neues Kommunales Finanzmanagement, NKF, NKR, NKRS, Ressourcenverbrauchskonzept, Haushaltsausgleich, Jahresabschluss, Gesamtabschluss, intergenerative Gerechtigkeit, öffentliche Verwaltung, Rechnungswesen, Haushaltsrecht, Reform
Die Arbeit untersucht die Transformation des kommunalen Finanzwesens von den traditionellen kameralen Methoden hin zu modernen doppischen Rechnungssystemen.
Im Fokus stehen die Konzepte der Kameralistik und Doppik, der Vergleich verschiedener Ländermodelle sowie die praktischen Herausforderungen bei der Implementierung, etwa durch Software oder Personalschulungen.
Das Hauptziel ist es, die Beweggründe für die Reformbewegungen aufzuzeigen, Unterschiede in den angewandten Modellen (NKF, NKR, NKRS) herauszuarbeiten und Entscheidungshilfen für die praktische Umsetzung zu liefern.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, um die unterschiedlichen Rechnungsstile und landesspezifischen Ausgestaltungen des kommunalen Haushaltsrechts gegenüberzustellen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Rechnungsstile, vergleicht die Implementierungsstrategien in verschiedenen Bundesländern und beleuchtet detailliert Aspekte wie Haushaltsgliederung und Gesamtabschluss.
Die zentralen Begriffe umfassen das Ressourcenverbrauchskonzept, die intergenerative Gerechtigkeit, die Produktorientierung und die kaufmännische Buchführung im öffentlichen Sektor.
Sie identifiziert die erstmalige Aufstellung der Eröffnungsbilanz als besonders problematisch, da die bisherigen kameralen Bestandsverzeichnisse oft lückenhaft sind und neue Bewertungskonzepte hohe Anforderungen stellen.
Die Software-Implementierung ist ein kritischer Erfolgsfaktor; sie muss das neue betriebswirtschaftliche Konzept abbilden, wobei Anforderungen aus der Konzeptphase sorgfältig im Pflichtenheft definiert werden müssen.
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