Diplomarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Unternehmensbesteuerung in der EU
2.1 Abgrenzung internationaler Unternehmensbeziehungen
2.2 Institutionen und Grundsätze der europäischen Steuerpolitik
2.3 Die Körperschaftsteuer
2.3.1 Körperschaftsteuersysteme im Überblick
2.3.2 Körperschaftsteuersätze und Bemessungsgrundlagen
2.3.3 Die effektive Durchschnittssteuerbelastung
2.4 Problemfelder in der Unternehmensbesteuerung in der EU
2.4.1 Die Verrechnungspreisproblematik
2.4.2 Gewinnverlagerung durch Kreditvergabe
2.4.3 Steuervergünstigungen
2.4.4 Gefahren vor dem Hintergrund der Ost-Erweiterung
2.4.5 Der Einfluss von Steuern auf Standortentscheidungen
2.5 Bisherige Maßnahmen zur Beseitigung der Probleme
3 Steuerharmonisierung gegen Steuerwettbewerb
3.1 Konsequenzen des Steuerwettbewerbs
3.2 Politische Zielsetzung der Harmonisierung
3.3 Entwicklung der Harmonisierungsbestrebungen in der EU
4 Harmonisierung der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage
4.1 Instrumente zur Harmonisierung der Bemessungsgrundlage
4.1.1 Sitzlandbesteuerung
4.1.2 Gemeinsame konsolidierte Bemessungsgrundlage (GKKB)
4.1.3 Europäische Gesellschaftssteuer
4.1.4 Harmonisierte Besteuerungsgrundlage
4.1.5 Überblick
4.2 Die GKKB als derzeitiges Zentrum der Diskussion
4.3 Von der separaten zur gemeinsamen Gewinnermittlung
4.3.1 Bestimmung des Verteilungsschlüssels
4.3.2 Auswirkungen auf die Steuerbemessungsgrundlage
4.3.3 Einfluss der GKKB auf Gewinnverlagerungsaktivitäten
4.4 Nachteile der GKKB
4.5 Interessenskonflikte zwischen den EU-Mitgliedstaaten
4.6 Offene Fragen und Forschungsbedarf
4.7 Beurteilung der Realisierungschancen der GKKB
5 Fazit und kritische Würdigung
Diese Arbeit befasst sich mit der Harmonisierung der Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage in der Europäischen Union als mögliches Instrument zur Eindämmung der gewinnverlagernden Steuerplanung multinationaler Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob eine solche Harmonisierung sinnvoll ist, um Verzerrungen im Binnenmarkt zu reduzieren, und welche Auswirkungen die Einführung einer Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) auf Steuereinnahmen und Gewinnverlagerungsaktivitäten hätte.
2.4.1 Die Verrechnungspreisproblematik
Die derzeitige Koexistenz von 27 verschiedenen Systemen der Unternehmensbesteuerung eröffnet viele Möglichkeiten der Steuerhinterziehung und -vermeidung mittels Verrechnungspreisen.46 Das diese Möglichkeiten auch genutzt werden, haben Bartelsman und Beetsma (2000) empirisch belegt.
Interne Verrechnungspreise für Vorleistungen werden dazu genutzt, um entweder die Kosten am Endleistungsstandort zu heben bzw. zu senken oder die Einnahmen am Vorleistungsstandort zu erhöhen bzw. zu verringern.47 Dieses Vorgehen wird als bilanzielle Gewinnverlagerung bezeichnet. Derzeit finden 60% des Welthandels innerhalb multinationaler Unternehmen statt, was die Bedeutung von Verrechnungspreisen verdeutlicht.48
In der EU wird das System der separaten Gewinnermittlung angewandt. In diesem System haben grenzüberschreitend tätige Unternehmen die Möglichkeit für den konzerninternen, grenzüberschreitenden Transfer von Gütern und Dienstleistungen Preise anzusetzen, die nicht den eigentlichen Marktpreisen entsprechen und auf diese Weise Steuerersparnisse zu realisieren. Dabei werden Kosten in das Land mit hohen Steuersätzen verlagert, um die zu besteuernden Erträge zu mindern. Das Einkommen wird dagegen in Niedrigsteuerländer verlagert, um die aggregierte Steuerbelastung zu senken.49 Die sich daraus ergebende Konsequenz ist die, dass Länder, aus denen die Gewinne abfließen im Endeffekt weniger Steuereinnahmen verzeichnen. Da nationale Unternehmen, die keine Möglichkeit zur Gewinnverlagerung haben gegenüber multinationalen Unternehmen benachteiligt sind, stellt dieses System eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes dar.50
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Unternehmensbesteuerung im Kontext der Globalisierung und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen der Unternehmensbesteuerung in der EU: Das Kapitel vermittelt die theoretischen Grundlagen, stellt Körperschaftsteuersysteme vor und analysiert die spezifischen Problemfelder wie Verrechnungspreise und Steuervergünstigungen.
3 Steuerharmonisierung gegen Steuerwettbewerb: Hier werden die wissenschaftlichen Ansichten zum Steuerwettbewerb und die politische Zielsetzung einer koordinierten Steuerpolitik in der EU diskutiert.
4 Harmonisierung der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage: Dieses Kapitel stellt verschiedene Harmonisierungsinstrumente vor, mit besonderem Fokus auf die GKKB, und analysiert deren Funktionsweise, Vorteile sowie Nachteile.
5 Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob eine Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung unter den gegebenen Rahmenbedingungen ein empfehlenswertes Instrument ist.
Körperschaftsteuer, Unternehmensbesteuerung, Europäische Union, Steuerharmonisierung, GKKB, Gewinnverlagerung, Verrechnungspreise, Steuerwettbewerb, Steuersenkungswettlauf, Steuerplanung, Standortentscheidungen, Binnenmarkt, Steuerbemessungsgrundlage, Formelzerlegung, Doppelbesteuerung
Die Arbeit analysiert die Problematik der Unternehmensbesteuerung innerhalb der EU, die durch 27 unterschiedliche Steuersysteme geprägt ist, und untersucht, ob eine Harmonisierung der Bemessungsgrundlage ein geeignetes Mittel gegen Gewinnverlagerungen und Wettbewerbsverzerrungen darstellt.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Steuerwettbewerbs, die verschiedenen Instrumente zur Harmonisierung (insbesondere die GKKB), sowie die Interessenskonflikte der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung einheitlicher Steuerregeln.
Ziel ist es, die derzeit diskutierten Harmonisierungsansätze zu evaluieren und ihre Auswirkungen auf Gewinnverlagerungen, Steuereinnahmen sowie ihren Beitrag zur Effizienz des Binnenmarktes zu beurteilen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturstudie, um die Auswirkungen unterschiedlicher Steuersysteme und Reformvorschläge auf Basis ökonomischer Prinzipien zu bewerten.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Unternehmensbesteuerung in der EU, der Debatte um Steuerwettbewerb versus Harmonisierung sowie der detaillierten Betrachtung der GKKB und deren Realisierungschancen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Körperschaftsteuer, EU-Binnenmarkt, Gewinnverlagerung, GKKB, Verrechnungspreise und Steuerharmonisierung charakterisieren.
Die GKKB wird von der Europäischen Kommission derzeit als aussichtsreichste Variante angesehen, um die mit Verrechnungspreisen verbundenen Probleme und Doppelbesteuerungssachverhalte zu lösen, weshalb sie die aktuelle politische Debatte dominiert.
Das Einstimmigkeitsprinzip bei Steuerentscheidungen in der EU stellt eine wesentliche Hürde dar, da es einzelnen Mitgliedstaaten ermöglicht, die Umsetzung von Harmonisierungsvorhaben wie der GKKB zu blockieren, um ihre eigene Steuerautonomie oder Steuervorteile zu schützen.
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