Bachelorarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Galizien bis 1848
2.1 Galizien bis 1772
2.1.1 Kiewer Rus´ (981)
2.1.2 Königreich Polen-Litauen (1340 bzw. 1387)
2.2 „Königreich Galizien und Lodomerien“ bis 1848
2.2.1 Lage der Bauern
2.2.2 Österreichische Reformen
2.2.3 Auswirkungen der Neuordnung
3 Voraussetzungen für die Neubelebung der ukrainischen Nationalbewegung
3.1 Revolution von 1848/49
3.1.1 Kulturelles Erwachen
3.1.2 Politisches Erwachen
3.2 Politische Entwicklungen 1850-1914
3.2.1 Politik des Neoabsolutismus 1850-1859
3.2.2 Die konstitutionelle Ära (seit 1859)
3.3 „Der Kampf um Boden, Wald und Wiesen“
3.4 Nationalbewegung und nationale Identität
3.4.1 Erste Organisationsversuche
3.4.2 Überwindung der Distanz?
3.4.3 Neue Generation politisch aktiver Bauern
3.4.4 Zusammenrücken innerhalb der Nationalbewegung
4 Schlussbetrachtung
5 Abstract
6 Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung der ukrainischen Nationalbewegung in Galizien von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, mit besonderem Fokus auf die Rolle und Integration der bäuerlichen Bevölkerung in diesen Prozess.
3.1.1 Kulturelles Erwachen
Schon 1816 wurde in Przemysl die „Gesellschaft der galizischen griechisch-katholischen Geistlichkeit zur Verbreitung der Bildung und Kultur durch Schriften unter den Gläubigen auf Grund der christlichen Religion“ gegründet.67
Die 1784 in Lemberg gegründete Universität wurde 1824 mit Deutsch als Unterrichtssprache wieder eröffnet. 1826 erhielt sie einen Lehrstuhl für polnische Sprache und Literatur und 1848 auch einen für Ruthenische.68
In den 1830er Jahren formierten sich auch in Lemberg patriotische Gemeinschaften griechisch-katholischer Geistlicher und Seminaristen.69 1834 wurde die erste „ruthenische“ Grammatik und 1837 der erste in ukrainischer Umgangssprache verfasste literarische Almanach mit dem Titel „Die Nymphe des Dniester“ herausgegeben. 70 Dies waren die wichtigsten Ergebnisse der ruthenischen kulturellen Aktivität; sie stellen nach Hrochs Drei-Phasenschema die Phase A dar.
1 Einleitung: Definiert das Thema der ukrainischen Nationsbildung und setzt Begriffe wie Nation und Nationalbewusstsein in einen theoretischen Rahmen.
2 Galizien bis 1848: Analysiert die historische Genese der Region und die prekäre soziale sowie wirtschaftliche Lage der leibeigenen Bauern unter adliger Herrschaft.
3 Voraussetzungen für die Neubelebung der ukrainischen Nationalbewegung: Untersucht die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen ab 1848, die Bauern als Akteure in die Nationalbewegung einbanden.
4 Schlussbetrachtung: Fasst den Nationsbildungsprozess zusammen und betont die wachsende Integration der Bauernschaft in die moderne ukrainische Nation bis 1914.
Galizien, ukrainische Nationalbewegung, Bauernschaft, Nationsbildung, Ruthenen, Nationalidentität, Servituten, Revolution 1848, Gutsherrschaft, griechisch-katholische Kirche, politische Mobilisierung, Autonomie, 19. Jahrhundert, Habsburger Monarchie, Jungruthenen.
Die Arbeit analysiert die Ursprünge nationaler Identität und die Entwicklung der ukrainischen Nationalbewegung bei der bäuerlichen Bevölkerung in Galizien zwischen der Mitte des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Themenfelder umfassen die soziale und wirtschaftliche Situation der Bauern, die Rolle der griechisch-katholischen Kirche, den Einfluss der österreichischen Reformpolitik sowie die politische Mobilisierung der Bauern durch die ukrainische Intelligenz.
Ziel ist es zu klären, wo die Ursprünge der ukrainischen Nationalbewegung liegen und wie sich diese, getragen durch die bäuerliche Bevölkerung, zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Massenbewegung entwickeln konnte.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und orientiert sich methodisch am Hroch´schen Ansatz der Drei-Phasentheorie zur Entwicklung von Nationalbewegungen bei kleinen Völkern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte Galiziens vor 1848, die Auswirkungen der Revolution 1848/49, die politischen Entwicklungen unter dem Neoabsolutismus und der konstitutionellen Ära sowie die spezifischen Kämpfe der Bauern um Bodenrechte und die Gründung ukrainischer Organisationen.
Wichtige Schlagworte sind neben Galizien und der ukrainischen Nationalbewegung insbesondere Servitutenkonflikte, Agrarreformen, bäuerliche Integration und die Transformation zur Massenbewegung.
Sie verbesserten die rechtliche und wirtschaftliche Lage der Bauern durch die Aufhebung der Leibeigenschaft und das Robotpatent, ließen aber das grundsätzliche Spannungsfeld zwischen Gutsherren und Bauern hinsichtlich der Servituten ungeklärt.
Sie war geprägt von einer kurzzeitigen Zusammenarbeit zwischen Jungruthenen und der polnischen Seite, die zwar Bildungserfolge brachte, aber gleichzeitig zu tiefen Spaltungen innerhalb des ukrainischen Lagers führte.
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