Diplomarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,6
Vorwort
Konzeptioneller Bezugsrahmen
0 Überblick Elterngeld
Bezugspunkt 1: Das demographische Defizit
1.1 Problemaufriss
1.2 Bevölkerungsentwicklung
1.2.1 Bevölkerungsentwicklung im Überblick
1.2.2 Bevölkerungsvorausschau bis 2050
1.2.3 Geburtenziffern in Ost- und Westdeutschland 1952-2000
1.2.4 Altersstruktur der Gesellschaft
1.3 Gründe für den Geburtenrückgang
1.3.1 Generatives Verhalten
1.3.1.1 Heiratsneigung und alternative Lebensformen
1.3.1.2 Anstieg des Erstheiratsalters
1.3.1.3 Scheidungshäufigkeit
1.3.1.4 Schwangerschaftsabbrüche
1.3.1.5 Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes
1.3.2 Kinderwunsch und Kinderlosigkeit
1.3.2.1 Sinkender Kinderwunsch
1.3.2.2 Beschränkung des Zeitrahmens
1.3.2.3 Kinderlosigkeit
1.3.3 Kostenfaktor Kind
1.3.4 Liberalisierungstrends
1.4 Zwischenresümee - Das Elterngeld und die Entwicklung der Geburtenrate
Bezugspunkt 2: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Auseinandersetzung mit einer spannungsreichen Problematik
2.1 Historische Gesichtspunkte
2.2 Die Verdeutlichung der Problematik in Thesenform
2.3 Konzepte zur Lösung des Vereinbarkeitskonflikts
2.3.1 Das sukzessive Modell
2.3.2 Das simultane Modell
2.4 Forderungskatalog an die Familienpolitik
2.5 Zwischenresümee – Das Elterngeld und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bezugspunkt 3: Die Rolle der Väter
3.1 Zur Forschungslage
3.2 Vaterschaftsmodelle im Wandel der Zeit
3.3 Männliche Identität
3.4 Männer zwischen Erwerbsarbeit und Familie
3.5 Der fehlende Vater
3.6 Die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes
3.7 Zwischenresümee - Das Elterngeld und die Väter
4 Fokuswechsel: Gedanken zum Kindeswohl
4.1 Zur Begriffsbestimmung des Kindeswohls und historischen Auffassung über das Kindeswohl
4.2 Elterngeld und Kindeswohl
4.2.1 Die Verteilung des Elterngeldes auf die Familien
4.2.2 Kleinkindbetreuung als familienpolitische Lücke
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Elterngeld als zentrales Element der aktuellen deutschen Familienpolitik. Im Zentrum steht die theoretische Analyse der Ziele, die die Bundesregierung mit dieser Maßnahme verfolgt, sowie eine kritische Prüfung, inwieweit das Elterngeld zur Unterstützung von Familien beiträgt und wo seine Grenzen und Kritikpunkte liegen.
3.3 Männliche Identität
Um Vaterschaft und damit verbundene Schwierigkeiten verstehen zu können, sei es auf der individuellen oder auf der gesellschaftlichen Ebene, ist ein Blick auf den Aspekt der Krisenhaftigkeit der männlichen Identität unumgänglich. Die Wurzeln für entstehende Verwirrungen im Bereich der männlichen Identität und damit auch von Vaterschaft liegen oftmals im Fehlen von positiven väterlichen Vorbildern begründet. Inwiefern Männlicheit in eine Krise geraten ist, soll im Folgenden deutlich werden:
In Bezug auf männliche Identität herrscht in unserer Zeit eine große Verunsicherung. “So ist gegenwärtig männliche Identität angekratzt, erschüttert, ja zerborsten” (Hollstein 1990: 7). Dies hat offenbar auch mit der Veränderung der Geschlechterrollen zu tun. In diesem Zusammenhang formuliert Hollstein (1990: 14) treffend: “Es gibt heute ein kohärentes, begründetes, vorwärtsgewandtes und damit auch offensives Frauenbild, während umgekehrt nur noch Versatzstücke eines Männerbildes vorhanden sind – inkohärent, torsohaft, fragmentarisch, entwertet, nicht mehr überzeugend und vor allem: defensiv”.
Wie kam dieser Umbruch zustande? Tellenbach schreibt in den 80er Jahren: “Wohin man den Blick wendet, tritt einem der Vater entgegen als der absurde, der tragische, der scheiternde, als der Narr, der Geizhals, [...], hassend oder gehasst, von trauriger Gestalt, doch kein Ritter” (1988: 21).
0 Überblick Elterngeld: Gibt einen kurzen Überblick über die Einführung, Funktionsweise und Ziele des Elterngeldgesetzes zum 1. Januar 2007 als staatliches finanzielles Unterstützungsinstrument.
Bezugspunkt 1: Das demographische Defizit: Analysiert die demographische Entwicklung Deutschlands, insbesondere den Geburtenrückgang und die damit verbundenen Herausforderungen für die soziale Sicherung.
Bezugspunkt 2: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Auseinandersetzung mit einer spannungsreichen Problematik: Untersucht das historische Spannungsfeld zwischen Erwerbsarbeit und Familienleben und stellt verschiedene Modelle zur Lösung des Vereinbarkeitskonflikts vor.
Bezugspunkt 3: Die Rolle der Väter: Beleuchtet den Wandel der Väterrolle, die Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung und die Krisenhaftigkeit männlicher Identität in der modernen Gesellschaft.
4 Fokuswechsel: Gedanken zum Kindeswohl: Hinterfragt die Definition und Interpretation des Kindeswohls im Kontext staatlicher Eingriffe und familienpolitischer Maßnahmen.
5 Schlussbetrachtung: Reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Wirksamkeit des Elterngeldes sowie Notwendigkeiten für eine zukünftige, nachhaltige Familienpolitik.
Elterngeld, Familienpolitik, Kindeswohl, Geburtenrate, demographischer Wandel, Vaterschaft, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbsarbeit, Geschlechterrollen, Gender Mainstreaming, Familienforschung, Sozialisationsprozess, demographisch-ökonomisches Paradoxon, Kinderbetreuung, Elternzeit
Die Arbeit analysiert das 2007 eingeführte Elterngeld als ein familienpolitisches Steuerungsinstrument, das als "Kristallisationspunkt" für diverse gesellschaftliche Debatten fungiert.
Zu den Schwerpunkten gehören der demographische Wandel, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit, der Rollenwandel von Vätern und die Frage nach dem Kindeswohl in staatlich gesteuerten Systemen.
Das Ziel ist eine theoretische Auseinandersetzung mit den Zielen der Bundesregierung bei der Elterngeldeinführung sowie die Untersuchung, inwieweit dieses Konzept tatsächlich zur Unterstützung von Familien beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Diskursanalyse, bei der aktuelle familienpolitische Maßnahmen mit Erkenntnissen aus Familienforschung, Demographie, Psychologie und Soziologie in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Bezugspunkte: das demographische Defizit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Rolle der Väter, ergänzt durch einen Fokuswechsel zum Thema Kindeswohl.
Die Kernbegriffe umfassen Familienpolitik, Elterngeld, Vaterschaft, Kindeswohl, demographischer Wandel und das Spannungsfeld zwischen privatem Lebensentwurf und staatlicher Vorgabe.
Die Autorin stellt fest, dass das Elterngeld allein keine demographische Wende herbeiführen kann; vielmehr seien hierfür auch ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft und tiefgreifende strukturelle Änderungen erforderlich.
Sie betont, dass das Konzept oft zu kurz greift, da es die multikomplexe Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung vernachlässigt und die Wahlfreiheit von Familien durch den Druck, den Beruf unterbrechen zu müssen, faktisch einschränkt.
Die Autorin weist darauf hin, dass das Kindeswohl schwer definierbar ist und das Elterngeld primär ökonomische Anreize setzt, während die notwendige pädagogische Qualität der Betreuung und das individuelle Wohlbefinden der Kinder oft in den Hintergrund geraten.
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