Diplomarbeit, 2006
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kunsttherapie
2.1. Ansätze der Kunsttherapie
2.1.1. Der kunstpsychologische Ansatz
2.1.2. Der kunstpädagogische Ansatz
2.1.3. Der psychiatrische Ansatz
2.1.4. Der heilpädagogische Ansatz
2.1.5. Der kreativ- und gestaltungstherapeutische Ansatz
2.1.6. Der tiefenpsychologische Ansatz
2.1.7. Der humanistische Ansatz
2.1.8. Der antroposophische Ansatz
2.2. Zusammenfassung
3. Zielsetzungen kunsttherapeutischer Arbeit Methodik und spezifische Methoden
3.1. Zielsetzungen
3.1.1. Kunsttherapie als Psychotherapie
3.1.2. Kunsttherapie als Selbsterfahrung
3.1.3. Kunsttherapie als Förderprozess
3.2. Beispiele kunsttherapeutischer Methodik
3.2.1. Psychoanalytisch ausgerichtete Methodik
3.2.2. Kunsttherapeutische Methodik nach C. G. Jung
3.2.3. Humanistisch ausgerichtete Methodik
3.2.4. Schulenübergreifende Methodik
3.3. Zusammenfassung
3.4. Spezifische kunsttherapeutische Methoden
3.4.1. Gestalterischer Dialog
3.4.2. Messpainting
3.4.3. Begleitetes Malen
3.4.4. Zentrierende Methoden, Mandalaarbeit
3.4.5. Themenbezogene Arbeit
3.4.5.1 Märchenarbeit
3.4.5.2 Körperbilder
3.4.5.3 Andere Thematische Vorgaben
3.4.6. Imaginativ-gestalterische Methoden
3.4.7. Tonfeldarbeit und Geführtes Zeichnen
3.4.8. Kunsttherapie in Gruppen
3.5. Klientel und Methodenwahl
4. Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit Beziehungen, Überschneidungen, Abgrenzungen
4.1. Der Einsatz bildnerischer Methoden in der Sozialen Arbeit
4.1.1. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Fördermethode
4.1.2. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Ausdrucksmethode
4.1.3. Bildnerische Gestaltungsarbeit als diagnostisches Instrument
4.1.4. Bildnerische Gestaltungsarbeit als Mittel der Beziehungsgestaltung
4.2. Weitere Überschneidungsbereiche
4.2.1. Ausdrucksmalen
4.2.2. Spielen und Gestalten
4.3. Grenzen sozialarbeiterischen Handelns
4.3.1. Gesetzliche Grenzen
4.3.2. Fachliche Grenzen
4.4. Gegenüberstellung von Fallbeispielen
4.4.1. Kunsttherapeutische Prozesse
4.4.2. Soziale Arbeit mit Methoden der Kunsttherapie
5. Schlußbetrachtung
Diese Arbeit untersucht, inwieweit kunsttherapeutische Methoden, die primär in klinischen Kontexten beheimatet sind, auf die Soziale Arbeit übertragen werden können. Dabei wird hinterfragt, wie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen kreativ-gestalterische Techniken nutzen können, ohne dabei eine therapeutische Behandlung im psychotherapeutischen Sinne zu ersetzen.
3.4.1. Gestalterischer Dialog
Unter „gestalterischer Dialog“ versteht Baer die unmittelbare Kommunikation zweier Menschen mit Hilfe von gestalterischen Mitteln (vgl. Baer 2002, S. 27). Der gestalterische Dialog kann stattfinden in Form des dialogischen Malens, indem zwei Personen, z. B. ein Erwachsener und ein Kind, mit Pinseln und Farben oder Stiften auf einem Blatt Papier kommunizieren.
Die einfachste Form des dialogischen Zeichnens ist von dem Psychoanalytiker Winnicott entwickelt worden: Im sogenannten „Schnörkelspiel“ zeichnet der Therapeut einfach ein paar Linien auf das Blatt und fordert das Kind auf, irgendetwas daraus zu machen (vgl. Winnicott 1971, S. 27). Auch wenn dieses einfache Zeichenspiel dem Analytiker Stoff geben soll für eine Deutung, enthält es bereits ein starkes partnerschaftliches Element (vgl. Biniek 1982, S. 49). Die Form des dialogischen Zeichnens und Malens ist seit Winnicott im partnerschaftlichen Sinne weiterentwickelt worden. Biniek sagt dazu: „Dialogisches Gestalten meint (...) Kommunikation zwischen zwei oder mehreren gleichberechtigten Partnern mit nichtsprachlichen, gestalterischen Mitteln“ (Biniek 1982, S. 49).
Das Empfinden gleichberechtigt zu sein, kann sich bei dem Kind dadurch einstellen, dass der sonst verbal überlegene Erwachsene sich auf das Niveau des Kindes begibt, ihm nicht zeigt, dass er zeichnerisch überlegen ist. Einziger Gegenstand des gestalterischen Miteinanders ist der Maldialog an sich (vgl. ebd., S. 49). Das Malprodukt ist dabei zweitrangig. Im Interaktionsprozess können die Partner sich auf dem Blatt Papier begegnen, meiden, aufeinander zugehen, warten, verstecken, offenbaren, ausbreiten, zurückziehen, angreifen und verteidigen, Gemeinsames wie Fremdes entdecken (vgl. ebd., S. 49).
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine berufliche Motivation und die zentrale Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit kunsttherapeutischer Methoden in der Sozialen Arbeit.
2. Kunsttherapie: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene kunsttherapeutische Ansätze, von der Kunstpsychologie bis hin zum anthroposophischen Ansatz.
3. Zielsetzungen kunsttherapeutischer Arbeit Methodik und spezifische Methoden: Es werden die grundlegenden Zielsetzungen wie Psychotherapie, Selbsterfahrung und Förderprozess differenziert und eine Vielzahl spezifischer Techniken wie das Messpainting oder die Mandalaarbeit detailliert beschrieben.
4. Kunsttherapeutische Methoden in der Sozialen Arbeit Beziehungen, Überschneidungen, Abgrenzungen: Das Kernkapitel analysiert, wie bildnerische Methoden als Förder- und Diagnoseinstrumente sowie zur Beziehungsgestaltung in der Sozialarbeit eingesetzt werden können, unter Berücksichtigung rechtlicher und fachlicher Grenzen.
5. Schlußbetrachtung: Der Autor fasst zusammen, dass Kreativmethoden in der Sozialpädagogik als wertvolle, gleichberechtigte Ergänzung dienen können, warnt jedoch vor einer undifferenzierten Anwendung psychotherapeutischer Verfahren ohne entsprechende fachliche Qualifikation.
Kunsttherapie, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Kreativität, Bildnerisches Gestalten, Therapie, Pädagogik, Selbsterfahrung, Entwicklungsförderung, Kommunikation, Methodenlehre, Beziehungsgestaltung, Ausdrucksmalen, Psychoanalyse, Diagnostik.
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit und Anwendbarkeit kunsttherapeutischer Methoden auf die Soziale Arbeit und beleuchtet die fachliche sowie ethische Legitimation dieses Vorgehens.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Therapie und Pädagogik, die Rolle von Kreativität in der Persönlichkeitsentwicklung und die Funktion des bildnerischen Gestaltens als Kommunikationsmittel.
Das Ziel ist es, zu klären, wie kreative Gestaltungsmethoden sinnvoll in den sozialpädagogischen Alltag integriert werden können, ohne die therapeutische Grenze zu überschreiten.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, die auf Fachliteratur, psychologischen Modellen (insb. Tiefenpsychologie und Humanistische Psychologie) sowie Falldarstellungen und Praxiserfahrungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung verschiedener kunsttherapeutischer Richtungen und die konkrete Anwendung bildnerischer Mittel in der Sozialen Arbeit, inklusive der methodischen Differenzierung zwischen therapeutischen und pädagogischen Zielen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kunsttherapie, Sozialpädagogik, Methodenintegration, Prävention, Ausdrucksfähigkeit und ganzheitliche Entwicklung charakterisieren.
Der Autor betont, dass das Begleitete Malen zwar heilsame Effekte hat, in der pädagogischen Anwendung jedoch primär als Lernhilfe dient und eine wertschätzende, nicht-interpretierende Haltung des Pädagogen erfordert.
Es bietet eine Möglichkeit, blockierte Affekte zu neutralisieren und die Kreativität zu mobilisieren, was insbesondere bei Klienten in schwierigen Lebenslagen hilfreich sein kann, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden.
Sozialarbeiter/Sozialpädagogen dürfen keine psychotherapeutischen Tätigkeiten ausüben, sofern sie nicht über die entsprechende Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) verfügen.
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