Bachelorarbeit, 2005
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Highlife-Entwicklung in Ghana
3. Highlife in den 1970er Jahren
4. Krise des Highlife
4.1 Wirtschaftliche Krise
4.2 Musikindustrielle Krise
4.3 Ausgangssperren
4.4 Niedergang der Live-Musik
4.5 Aktuelle Situation vor Ort
5. Zukunft des Highlife
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der populären Musik in Ghana mit einem besonderen Fokus auf die Krise des Highlife seit den späten 1970er Jahren. Dabei wird analysiert, welche wirtschaftlichen, politischen und medienkulturellen Faktoren zum Niedergang der einst einflussreichen Musikform führten und welche Perspektiven für deren Zukunft bestehen.
4.1 Wirtschaftliche Krise
Die wirtschaftliche Entwicklung seit der Unabhängigkeit von 1957 ist von Höhen und Tiefen gekennzeichnet, wobei vor allem das verlorenen Jahrzehnt von 1975 bis 1984 die Wirtschaft weit unter den Stand zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit geführt hat.
In den 50er Jahren gehörte Ghana mit einem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt von über 6 % noch zu den reichsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern Schwarzafrikas.
Ghana hat nach massiven sozialen Unruhen seit Mitte der 70er Jahre mit einer langsam kumulierenden Wirtschaftskrise zu kämpfen, die bis in das 21. Jahrhundert hineinreicht. Mehrere zivile wie militärische Regierungen wechselten seit dem Sturz von Kwame Nkrumah einander ab und führten das Land in diese schwere Krise. Die unterschiedlichen Administrationen hatten zu viele Kredite bei internationalen Banken aufgenommen, so dass Ghana in einen Strudel aus Schulden und Haushaltsdefiziten hineingezogen wurde.
Insbesondere die Inflationsrate stieg in der Zeit von 1975 bis 1985 rapide an. Während diese in den 70er Jahren durchschnittlich 40 % betrug, stieg dieser Wert zwischen 1980 und 1984 auf 70 % an. Ein Cedi hatte 1985 nur noch ein Zehntel von seinem vorherigen Wert im Jahre 1971, was in vielen Wirtschaftssektoren des Landes ein großes Problem darstellte.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Highlife als populäre Musikform in Ghana und Vorstellung der Zielsetzung, die Krise seit den späten 1970er Jahren zu untersuchen.
2. Highlife-Entwicklung in Ghana: Darstellung der kulturellen Ursprünge und der verschiedenen musikalischen Stränge, die den Highlife im 20. Jahrhundert prägten.
3. Highlife in den 1970er Jahren: Analyse der stilistischen Vielfalt und Einflüsse westlicher Popmusik, wobei die Krise zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennbar war.
4. Krise des Highlife: Detaillierte Untersuchung der wirtschaftlichen und musikindustriellen Faktoren sowie politischer Restriktionen, die zum Niedergang führten.
4.1 Wirtschaftliche Krise: Beschreibung des wirtschaftlichen Abstiegs Ghanas und dessen Auswirkungen auf das tägliche Leben und die Kulturszene.
4.2 Musikindustrielle Krise: Erläuterung der Stagnation der Plattenproduktion, Materialmangel und des Rückgangs lokaler Produktionen.
4.3 Ausgangssperren: Analyse der Auswirkungen diktatorischer Maßnahmen auf Live-Auftritte und die gesamte Unterhaltungsszene.
4.4 Niedergang der Live-Musik: Untersuchung der Verlagerung von Live-Kultur hin zu DJ-gesteuerter Unterhaltung und elektronischer Musik.
4.5 Aktuelle Situation vor Ort: Darstellung der modernen Lage basierend auf eigenen Forschungsergebnissen aus dem Jahr 2004.
5. Zukunft des Highlife: Diskussion über Archivierungsbemühungen, politische Impulse und die Chancen einer Koexistenz von Highlife und Hiplife.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ursachen für den Niedergang und Einschätzung der künftigen Entwicklungschancen des Highlife.
Highlife, Ghana, Musikgeschichte, Wirtschaftskrise, Popmusik, Live-Musik, Musikindustrie, Kulturelles Erbe, Afrobeat, Hiplife, Nkrumah, Musikethnologie, Digitalisierung, Identität, Westafrika.
Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Highlife in Ghana, einer populären Tanzmusik, und analysiert die Ursachen für die tiefgreifende Krise, in die diese Musikform seit den späten 1970er Jahren geriet.
Zentrale Themen sind die historische Genese des Highlife, die wirtschaftliche und politische Instabilität Ghanas, der Niedergang der Musikindustrie, die Konkurrenz durch westliche Popkultur und die Bemühungen zur kulturellen Bewahrung.
Das Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Highlife aus dem Bewusstsein der Bevölkerung – insbesondere der Jugend – verdrängt haben, und mögliche Wege für einen Erhalt oder eine Revitalisierung zu untersuchen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie eigenen qualitativen Forschungsergebnissen, die durch einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Ghana im Jahr 2004 (Interviews, Teilnahmen an Konzerten und Archivarbeit) gewonnen wurden.
Im Hauptteil werden detailliert die wirtschaftliche Krise, der Zusammenbruch der Musikindustrie, die politischen Ausgangssperren sowie der technologische Wandel und die Verschiebung der Musikpräferenzen bei der Jugend analysiert.
Wichtige Begriffe sind Highlife, Ghana, Musikindustrie, wirtschaftlicher Niedergang, kulturelle Identität, Hiplife und musikalische Archivierung.
Politische Entscheidungen, insbesondere durch den Putsch von J.J. Rawlings und die Verhängung von Ausgangssperren, werden als direkte Katalysatoren für den Niedergang der Live-Musikszene identifiziert.
Hiplife ist eine modernere, von westlichem Hip-Hop beeinflusste Bewegung, die lokale Sprachen nutzt. Während sie sich kulturell auf den Highlife bezieht, unterscheidet sie sich musikalisch stark von ihm und wird oft als "das krasse Gegenteil" beschrieben.
Die Aussichten für ein reines Revival werden als fraglich eingestuft, jedoch werden Ansätze zur Archivierung und eine mögliche Koexistenz mit dem Hiplife als Wege zur Bewahrung dieses nationalen Kulturerbes diskutiert.
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