Diplomarbeit, 2007
80 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Die Mensch-Tier-Beziehung
1.1 Die Historie der Mensch-Tier-Beziehung mit Bezugnahme auf die Domestikation des Haushundes
1.2 Die Biophilie-Hypothese
1.3 Der Begriff der Du–Evidenz
1.4 Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier
1.5 Die Bindungstheorie
1.5.1 Darstellung der Bindungstheorie
1.5.2 Die Fremden Situation und das Erwachsenen–Bindungsinterview (AAI)
1.5.3 Die Entstehung von Bindungsqualität
1.5.4 Die Psychobiologie des Bindungsverhaltens bei Mensch und Tier
2. Tiergestützte Therapie und Pädagogik
2.1 Die Historie der tiergestützten Arbeit
2.2 Erklärung verschiedener Begriffe der tiergestützten Arbeit
2.2.1 Tiergestützte Aktivitäten (AAA, Animal-Assisted-Activities)
2.2.2 Tiergestützte Erziehung/Pädagogik (AAE, Animal-Assisted Education/AAP, Animal-Assisted-Pedagogy)
2.2.3 Tiergestützte Therapie (AAT, Animal-Assisted-Therapy)
2.3 Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener Spezies in der tiergestützten Arbeit
2.3.1 Allgemeine Auswahlkriterien der Tiere
2.3.2 Hunde
2.3.3 Katzen
2.3.4 Nagetiere
2.3.5 Vögel und Fische
2.3.6 Pferdeartige
2.3.7 Nutztiere
2.3.8 Kameliden
2.3.9 Delfine
2.4 (Aus-) Wirkungen der tiergestützten Arbeit
2.4.1 Physische Auswirkungen
2.4.2 Psychische Auswirkungen
2.4.3 Soziale Auswirkungen
3. Möglichkeiten und Auswirkungen des Einsatzes tiergestützter Arbeit in ausgewählten Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit
3.1 Die Auswirkungen des pädagogischen Einsatzes von Tieren auf die Arbeit mit Kindern
3.2 Der Einsatz von Tieren bei Arbeit mit Senioren
3.3 Behinderte Menschen und der Einsatz von Tieren
3.4 Möglichkeiten der Tiergestützten Arbeit in der Therapie
3.5 Die Resozialisation von Strafgefangenen unter zur Hilfenahme der Tiergestützten Arbeit
3.6 Probleme und Grenzen beim Einsatz tiergestützter Arbeit
3.6.1 Artgerechte Tierhaltung und Tierschutz
3.6.2 Ausbildung
3.6.3 Kontraindikationen
3.6.4 Grenzen der tiergestützten Arbeit
4. Zusammenfassung der Ergebnisse
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen tiergestützter Therapie und Pädagogik unter bindungstheoretischen Gesichtspunkten. Ziel ist es zu erklären, wie die Beziehung zwischen Mensch und Tier wirkt und unter welchen Voraussetzungen diese Arbeit erfolgreich in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden kann, um Patienten bei ihrer Entwicklung und Heilung zu unterstützen.
1.4 Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier
In unserer „menschlichen Welt“ nimmt die digitale Kommunikation einen zentralen Raum ein. Gerade am Telefon, in E-Mails, Briefen u. ä. sind die analogen Anteile der Kommunikation nicht zu klassifizieren und können zu Missverständnissen beim Empfänger führen. Ähnliches geschieht bei Double-Bind-Botschaften. Dabei sendet der Sender inkongruente Nachrichten an den Empfänger, welche vom Empfänger oft nicht adäquat verstanden werden können. Insofern ist der von Angesicht zu Angesicht stattfindende Nachrichtenaustausch der verständlichste, da sowohl die verbal-digitale als auch die nonverbal-analoge Kommunikation vom Empfänger parallel empfangen werden können (vgl. Förster 2005, S. 23 f.).
Watzlawick unterscheidet digitale und analoge Kommunikation. Bei der digitalen Kommunikation ist die Beziehung zwischen dem Wort und dem ausgedrückten Gegenstand zufällig oder auch unwillkürlich gewählt. Es besteht eine semantische Übereinstimmung zwischen Gegenstand und Wort - ähnlich wie bei der Digitalisierung eines Computers. Dahingegen drückt die analoge Kommunikation immer auch die Beziehung zum Objekt aus. Sie hat ihre Wurzeln in archaischen Entwicklungsperioden und besitzt damit eine allgemeinere Gültigkeit. Sie ist nonverbal, nutzt Gestik, Mimik, Stimmmodulation, Rhythmus u. a. und ist unverfälscht.
Menschen benutzen beide Kommunikationsarten parallel, wobei der Schwerpunkt auf der digitalen Form, der Wissensvermittlung liegt. Die analoge Kommunikation haben wir trotz aller Veränderung im Verlauf der Phylogenese von unseren tierischen Vorfahren behalten und nutzen sie vor allem im weiten Bereich der (sozialen) Beziehungen (vgl. Watzlawick/ Beavin/Jackson 1969, S. 62 f.). Sie verläuft immer noch auf gleiche Art und Weise wie bei unseren Vorfahren und ist ein zentrales Moment, welches Kultur und vermutlich auch Spezies übergreifend existiert. Wir benötigen die analoge Kommunikation um Empathie auszudrücken. Es ist nicht der bloße Besitz des Tieres, welcher empathisch macht, „sondern es ist die durch Interaktion angeregte Fähigkeit zum Mitschwingen, aber auch zum Mitleiden mit anderen Lebewesen, die Fähigkeit, zum leidenschaftlich miteinander - Leben“ (Olbrich 1998, S. 119).
Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz der Mensch-Tier-Beziehung und Zielsetzung der Arbeit.
1. Die Mensch-Tier-Beziehung: Theoretische Herleitung durch Evolutionsbiologie, Kommunikation und Bindungstheorie.
2. Tiergestützte Therapie und Pädagogik: Historische Entwicklung, Definitionen der Arbeitsformen und Analyse der Auswirkungen auf den Menschen.
3. Möglichkeiten und Auswirkungen des Einsatzes tiergestützter Arbeit in ausgewählten Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit: Konkrete Anwendung in pädagogischen, therapeutischen und resozialisierenden Kontexten sowie kritische Reflexion der Grenzen.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur bindungstheoretischen Fundierung und zum praktischen Einsatz.
Tiergestützte Arbeit, Bindungstheorie, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit, Tiergestützte Therapie, Tiergestützte Pädagogik, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Kommunikation, Resozialisation, Therapiebegleithunde, Artgerechte Tierhaltung, Tierschutz, Psychosoziale Gesundheit, Heilung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Einsatz von Tieren in der Therapie und Pädagogik, insbesondere in der Sozialen Arbeit, und untersucht diesen auf der Basis bindungstheoretischer Erkenntnisse.
Im Zentrum stehen die Mensch-Tier-Beziehung, die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, die verschiedenen Formen der tiergestützten Arbeit (AAA, AAE, AAT) sowie deren konkrete Einsatzmöglichkeiten und Grenzen.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob tiergestützte Arbeit wissenschaftlich untermauert werden kann und wie diese unter bindungstheoretischen Gesichtspunkten zum Erfolg in pädagogischen und therapeutischen Settings beitragen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Studien zu den physiologischen, psychologischen und sozialen Auswirkungen der Mensch-Tier-Interaktion basiert.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die Definitionen der Begriffe, die spezifischen Einsatzmöglichkeiten bei verschiedenen Zielgruppen (Kinder, Senioren, Behinderte, Strafgefangene) sowie Probleme und Grenzen, einschließlich ethischer Aspekte und Tierschutz.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tiergestützte Arbeit, Bindungstheorie, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit, Psychosoziale Gesundheit und Tierschutz charakterisieren.
Straftäter können durch die Verantwortung für Tiere während der Haftzeit soziale Kompetenzen entwickeln, Stress abbauen und durch den Umgang mit den Tieren positive Erfahrungen sammeln, die den Weg zur Resozialisation erleichtern.
Die Bindungstheorie dient als Modell, um zu erklären, wie der Aufbau einer sicheren Bindung zum Tier autistischen Kindern helfen kann, Kommunikationsbarrieren zu durchbrechen und soziale Kompetenzen zu erwerben, da sie den "Königsweg" über die analoge, nonverbale Kommunikation bietet.
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