Examensarbeit, 2001
78 Seiten, Note: 2.0
I Einleitung
Totaler Kommunismus
II Die Zeit um Brave New World: 1929-1933
1. Brave New World als Totaler Kommunismus
1.1. Philosophischer Hintergrund des Kommunismus
1.2. Umsetzung von Endgültigkeitsverheißung und Weltanspruch des Kommunismus in Brave New World
1.3. Von der Planwirtschaft zum totalen Kommunismus
2. Figuren als Träger der Systeme
2.1. Die Kommunisten: Bernard Marx und Lenina Crowne
2.2. Die Kapitalisten: Mustapha Mond und die Gottheit Ford
2.3. Die Funktion der Figurenkonstellation in Brave New World
3. Gewalt
4. Vermeintliche Widersprüche zwischen Huxleys Essays und Brave New World
4.1. Kommunistische Planung und demokratisches Chaos
4.2. Politische Ersatzreligionen: Demokratie, Nationalismus, Idealismus
4.3. Pervertierung wissenschaftlichen Fortschritts, Diktatur und Gewalt
4.4. Bewertung
III Die Zeit um Ends and Means: 1934-1945
1. Fortgeführte Kritik am totalen Kommunismus – Philosophische Irrtümer
2. Politische Grundfehler
3. Missbrauch von Religion
4. Planung
5. Gewalt
6. Vergleich zwischen Nationalsozialismus, Kommunismus und Brave New World
6.1. Parallelen
6.2. Unterschiede
7. Bewertung
IV Die Zeit um Brave New World Revisited: 1946-1963
1. Neues Problem: Überbevölkerung
2. Durchgehaltene Grundsätze
3. Aufgegebene Prinzipien
4. Bewertung
V Zusammenfassung und Kritik
1. Stärken
1.1. Zeitlose Aktualität
1.2. Zutreffende wissenschaftliche Prognosen
1.3. Zutreffende politische Prognosen
2. Schwächen
VI Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der politischen Kritik Aldous Huxleys am „totalen Kommunismus“ über drei zentrale Phasen seines Schaffens hinweg, von seinem Roman Brave New World über den Essayband Ends and Means bis hin zu seiner späteren Analyse in Brave New World Revisited, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Huxleys Systemkritik durch historische Ereignisse geprägt wurde und wie sich sein Verhältnis zu den zeitgenössischen politischen Systemen wandelte.
2.1. Die Kommunisten: Bernard Marx und Lenina Crowne
Mit den Figuren Bernard Marx und Lenina ironisiert Huxley den historischen Karl Marx, den Begründer des Marxismus/Kommunismus, und Wladimir Iljitsch Lenin, den „russischen revolutionäre[n] Staatsmann“, der den Leninismus als seine eigene Interpretation des Marxismus begründete und Russland nach der gewaltsamen bolschewistischen Revolution von 1918 bis ca. 1922/23 regierte.
An den fiktiven Charakteren der beiden Romanfiguren lässt sich zwar Huxleys Kritik an den historischen Personen belegen, aber nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung der kommunistischen Lehre schließen. Dabei ist die Kritik an Lenin deutlich stärker.
Bernard Marx ist ein Alpha-Plus und deshalb aufgrund der genetischen Konditionierung der Menschen in der schönen neuen Welt schon von vorneherein „intelligenter“ als Lenina, die nur eine Beta-Frau ist. Huxley stufte demzufolge Karl Marx, den studierten Philosophen, intellektuell höher als den Juristen Lenin ein.
Die Zweifel am gesellschaftlichen System plagen Bernhard Marx und nicht Lenina, die dessen Gedanken nicht versteht und sie deshalb für ketzerisch und schrecklich hält.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in Huxleys kritische Auseinandersetzung mit politischen Systemen ein und erläutert die Grundprämisse der Untersuchung zur Entwicklung seines Standpunkts zwischen 1929 und 1963.
II Die Zeit um Brave New World: 1929-1933: In diesem Kapitel wird das Gesellschaftssystem des Romans Brave New World als negative Zukunftsvision einer totalen kommunistischen Gesellschaft analysiert und der philosophische Kontext dieser Frühphase beleuchtet.
III Die Zeit um Ends and Means: 1934-1945: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die veränderten politischen Schwerpunkte Huxleys während des Aufstiegs des Nationalsozialismus und der zunehmenden pazifistischen Ausrichtung seiner Überzeugungen.
IV Die Zeit um Brave New World Revisited: 1946-1963: Das Kapitel betrachtet die späte Phase, in der Überbevölkerung als neue, primäre Gefahr identifiziert wird und sich Huxleys Verhältnis zur Demokratie entscheidend positiv wandelt.
V Zusammenfassung und Kritik: Hier werden die Ergebnisse hinsichtlich der Stärken (wie der zeitlosen Aktualität) und Schwächen (wie teilweise unscharfen oder widersprüchlichen Prognosen) von Huxleys politischer Analyse zusammengefasst.
VI Fazit: Das Fazit resümiert, dass Huxleys politische Kritik stark durch zeitgeschichtliche Ereignisse beeinflusst war und sich sein Werk von einer skeptischen Systembetrachtung hin zu einer dezidierten Verteidigung der Demokratie entwickelte.
Aldous Huxley, Brave New World, Totaler Kommunismus, Ends and Means, Brave New World Revisited, Politische Systemkritik, Marxismus, Ersatzreligion, Planwirtschaft, Genetische Manipulation, Totalitarismus, Nationalsozialismus, Demokratiekritik, Pazifismus, Überbevölkerung
Die Arbeit analysiert die politische Dimension in Aldous Huxleys Werken und untersucht, wie er den sogenannten „totalen Kommunismus“ über drei Jahrzehnte hinweg kritisch reflektierte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik an ideologischen Systemen, der Funktion von Ersatzreligionen, der Gefahr totalitärer Planung und der Entwicklung von Huxleys eigenem politischen Standpunkt.
Ziel ist es, die Entwicklung von Huxleys Kritik am „totalen Kommunismus“ nachzuvollziehen und zu zeigen, wie historische Ereignisse und philosophische Irrtümer seine Analysen und Prognosen beeinflusst haben.
Der Autor führt eine literatur- und ideengeschichtliche Analyse durch, bei der Huxleys fiktionale Werke mit seinen nicht-fiktionalen Essays in den jeweiligen historischen Kontext gesetzt werden.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die drei Phasen von 1929-1933, 1934-1945 und 1946-1963, wobei jeweils die gesellschaftspolitischen Analysen Huxleys und ihre Auswirkungen auf die Interpretation seiner Werke untersucht werden.
Zu den prägenden Begriffen gehören Totaler Kommunismus, Ersatzreligion, Planwirtschaft, Totalitarismus sowie die Analyse von Freiheit, Gewalt und technischem Fortschritt in Huxleys Dystopien.
Huxley erkennt zwar die Parallelen in der totalitären Machtausübung und der Verwendung von Propaganda, bewertet jedoch die philosophischen Grundlagen unterschiedlich und sieht im Faschismus bzw. Nationalsozialismus eine spezifische Form der „Pseudoreligion“.
Während er zu Beginn der dreißiger Jahre die Demokratie für ihre Ineffizienz und Planlosigkeit kritisierte, erkennt er nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, dass die Demokratie das beste System darstellt, um notwendige Reformen im Sinne der individuellen Freiheit umzusetzen.
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