Magisterarbeit, 2007
66 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Das Kunstmärchen
2.1. Benennung
2.2. Nähe zum Volksmärchen
2.3. Entstehungsgeschichte
2.3.1. Italienische und französische Einflüsse
2.3.2. Aufklärung in Deutschland
2.3.3. Romantik
2.4. Der Wirklichkeitsbegriff im Kunstmärchen
3. Novalis’ Märchenpoetologie
3.1. Theoretische Zusammenfassung
3.2. Novalis’ Poesiekonzeption im Roman
4. Inhaltsanalyse des Klingsohr-Märchens
4.1. Der Beginn in Arcturs Reich
4.2. Der Anfang auf der Erde
4.3. Das Reich des Mondes
4.4. Unterdessen zu Hause
4.5. Erster Eintritt in die Unterwelt
4.6. Arctur als Helfer Fabels
4.7. Das Opfer und der Weg nach Hause
4.8. Die Tanzkleider der Parzen
4.9. Die Feuerblume
4.10. Untergang der Parzen
4.11. Fabels dritte Bitte
4.12. Die letzte Vereinigung
4.13. Das Bild des goldenen Zeitalters
5. Die Funktion im Gesamtroman
5.1. Die Arion Sage
5.2. Die Geschichte von Atlantis
5.3. Vergleich der drei Einlagen
5.4. Die Bedeutung der Einlagen im Gesamtroman
5.5. Das Klingsohr-Märchen als Hersteller der poetisierten Welt
6. Zusammenfassung
Diese Magisterarbeit untersucht die Funktion und Bedeutung des Klingsohr-Märchens innerhalb von Novalis' Romanfragment "Heinrich von Ofterdingen". Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Rolle das Märchen bei der Entwicklung des Protagonisten zum Dichter einnimmt und inwiefern es die poetologische Theorie des "magischen Idealismus" sowie die Versöhnung von Wirklichkeit und Wunderbarem innerhalb des Romans praktisch umsetzt.
4.1. Der Beginn in Arcturs Reich
Schon der erste Satz führt in die vorangegangene Thematik. „Die lange Nacht war eben angegangen.“58. „Nacht“ ist hier nicht mehr zeitlich zu verstehen, da das reale Zeitverhältnis aufgehoben worden ist. Es bedeutet einen Übergang des zuvor bestehenden Tages - dem ursprünglichen herrlichen Urzustand - zu einer Dunkelheit, in die die geistige Welt gehüllt ist.
Die Eiszeit ist angebrochen in der ein Springquell erstarrt, Bäume zu Metall und Pflanzen zu Kristall werden, wie es der Vorgarten zu Arcturs Schloss zeigt59. Die Gassen sind öde, nur Getümmel von Spießen und Schwertern ist zu sehen, doch das helle Licht, welches aus dem Palast strahlt und Figuren belebt, ist das erste Zeichen einer Wandlung der Situation. Hinter den Fenstern beginnt der Weg in eine neue Zukunft.
Herrscher über das Reich im Himmel ist Arctur, der „Geist des Lebens“. Die Benennung des Königs erfolgt nicht zufällig. Ein kurzer naturwissenschaftlicher Einblick belegt dies:
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die thematische Herausforderung ein, das Märchen als Schlüsseltext des fragmentarischen Romans zu deuten und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Das Kunstmärchen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Kunstmärchens, grenzt es vom Volksmärchen ab und beleuchtet die Entstehungsgeschichte sowie den spezifischen Wirklichkeitsbegriff.
3. Novalis’ Märchenpoetologie: Hier wird Novalis’ theoretisches Verständnis von Poesie, insbesondere der Begriff des "magischen Idealismus" und das Konzept des "Romantisierens", analysiert.
4. Inhaltsanalyse des Klingsohr-Märchens: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte, chronologische Analyse der dreizehn Szenen des Klingsohr-Märchens, von der Ausgangssituation in Arcturs Reich bis hin zur Etablierung des goldenen Zeitalters.
5. Die Funktion im Gesamtroman: Hier wird das Klingsohr-Märchen in den Kontext der anderen Einlagen (Arion-Sage, Atlantis-Geschichte) gesetzt und seine zentrale Rolle als Ausbildungsinstanz für den Protagonisten herausgearbeitet.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und bekräftigt die exemplarische Bedeutung des Märchens für Novalis' gesamtes Werk.
Novalis, Heinrich von Ofterdingen, Kunstmärchen, Klingsohr-Märchen, Romantik, Poetologie, Magischer Idealismus, Goldene Zeitalter, Einlage, Wirklichkeit, Wunderbare, Fabel, Eros, Poesie, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit analysiert die Funktion des Klingsohr-Märchens, das als Binnenerzählung im neunten Kapitel des Romans "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis enthalten ist.
Im Zentrum stehen die poetologische Theorie von Novalis, die Definition des romantischen Kunstmärchens, die Symbolik der Figuren sowie die Funktion der Erzählung innerhalb der Entwicklung des Protagonisten Heinrich zum Dichter.
Ziel ist es, die Bedeutung des Märchens für die Gesamtstruktur des Romans zu ergründen und aufzuzeigen, wie Novalis seine theoretischen Ansätze zur "Poetisierung der Welt" und zum "magischen Idealismus" in dieser Erzählung praktisch umsetzt.
Die Autorin wählt eine chronologische Methode, um die dreizehn Szenen des Märchens zu gliedern und zu untersuchen. Zudem vergleicht sie diese Einlage mit anderen Erzählungen im Roman, um die inhaltliche und funktionale Steigerung aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Märchenpoetologie und eine detaillierte Inhaltsanalyse des Klingsohr-Märchens, bei der einzelne Motive wie der Schwertsplitter, die Figur der Fabel oder das Bild des goldenen Zeitalters analysiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kunstmärchen, Romantik, Poetologie, Magischer Idealismus und die Verbindung von Wirklichkeit und Wunderbarem geprägt.
Die Zahl "Drei" wird als heilige oder magische Zahl identifiziert, die für Synthese, Wachstum und die dreigeteilte Natur der Welt (Himmel, Erde, Wasser) steht und sich in verschiedenen Aspekten der Märchenstruktur widerspiegelt.
Der Schreiber wird als Verkörperung des Verstandes und des Bösen interpretiert, der die Poesie behindern will, jedoch letztlich vor der Weisheit der Poesie unterliegt.
Das Märchen fungiert als letzte Ausbildungsinstanz, die Heinrich dabei hilft, sein inneres Selbst zu erkennen und die Vereinigung von Liebe, Weisheit und Poesie in sich zu vollziehen, um so zum Dichter zu werden.
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