Diplomarbeit, 2007
131 Seiten, Note: 1,0
1. Die Problemstellung der Untersuchung
2. Die ökonomische Diskussion über die Unabhängigkeit von Zentralbanken
2.1 Die Begründung für die Unabhängigkeit einer Zentralbank
2.1.1 Gründe für die Errichtung einer staatliche Zentralbank
2.1.1.1 Ökonomische Gründe für ein staatliches Geldmonopol
2.1.1.2 Politische Argumente für eine staatliche Zentralbank
2.1.2 Gründe für eine unabhängige Zentralbank
2.2 Merkmale der Unabhängigkeit einer Zentralbank
2.2.1 Die funktionelle Unabhängigkeit einer Zentralbank
2.2.2 Die instrumentelle Unabhängigkeit
2.2.3 Die personelle Unabhängigkeit
2.2.4 Die finanzielle Unabhängigkeit
2.2.5 Politische und ökonomische Bedingungen
3. Die Reichsbank in der Zeit des Kaiserreichs bis zur Weimarer Republik: Eine unabhängige Institution?
3.1 Der rechtliche Rahmen der Reichsbank im Kaiserreich
3.1.1 Funktionelle Unabhängigkeit
3.1.2 Instrumentelle Unabhängigkeit
3.1.3 Die Personelle Unabhängigkeit
3.1.4 Die Finanzielle Unabhängigkeit
3.2. Die Unabhängigkeit der Reichsbank in der Praxis
4. Die Reichsbank in der Zeit der Weimarer Republik: Eine unabhängige Institution?
4.1 Die erste Amtszeit Hjalmar Schachts
4.1.1 Die Unabhängigkeit unter rechtlicher Perspektive
4.1.1.1 Die Unabhängigkeit unter der personeller Perspektive
4.1.1.2 Die institutionelle und die finanzielle Unabhängigkeit
4.1.1.3 Die funktionelle und instrumentelle Unabhängigkeit
4.1.2 Die Unabhängigkeit der Zentralbank in der Praxis
4.1.2.1 Die Wahl Schachts zum Reichsbankpräsidenten
4.1.2.2 Währungsstabilität und Kreditrestriktionen
4.1.2.3 Die Problematik ausländischer Kredite
4.1.2.4 Die Aufsicht des Reichsbankpräsidenten über Gelder aus öffentlichen Institutionen
4.1.2.5 Die Rolle der Reichsbank bei den Reparationsverhandlungen
4.1.2.6 Der Rücktritt Schachts
4.2 Die Reichbankpräsidentschaft Hans Luthers
4.2.1 Der rechtliche Rahmen der Unabhängigkeit der Reichsbank
4.2.2 Die Unabhängigkeit der Zentralbank in der Praxis
4.2.2.1 Die Berufung Luthers zum Reichsbankpräsidenten
4.2.2.2 Die Unterstützung der Deflationspolitik Brünings
4.2.2.3 Die Rolle der Reichsbank während Bankenkrise des Jahres 1931
4.2.2.4 Luthers Konflikte mit der Reichsregierung
4.2.2.5 Das Verhältnis der Reichsbank zu den Regierungen Papen und Schleicher
5. Die Reichsbank in der Zeit des Dritten Reiches: Eine unabhängige Institution?
5.1 Die Unabhängigkeit unter rechtlicher Perspektive
5.2 Die Unabhängigkeit der Zentralbank in der Praxis
5.2.1 Der erneute Aufstieg Schachts in dem Dritten Reich
5.2.1.1 Die ersten nationalsozialistischen Übergriffe auf das Bankenwesen
5.2.1.2 Die Bankenaufsicht durch die Reichsbank
5.2.1.3 Die Regelung der deutschen Auslandsschulden
5.2.1.4 Der Aufbau geheimer Goldreserven
5.2.2 Der zunehmende Verlust der Unabhängigkeit der Reichsbank
5.2.2.1 Die Unterstützung der Reichsbank der Politik Hitlers
5.2.2.2 Die Beschränkung des Kapitalmarktes
5.2.2.3 Die Restrukturierung der Kreditschuld des Staates
5.2.2.4 Die Probleme des Geldüberhang und Preiskontrollen
5.2.3 Konfliktfälle zwischen Reichsbank und politischer Führung
5.2.3.1 Der Verlust Schachts über die Kontrolle der Devisen
5.2.3.2 Die Abwertung der Reichsmark
5.2.3.3 Das Ende der Unabhängigkeit der Reichsbank
5.3 Bewertung der Unabhängigkeit der Reichsbank im Dritten Reich
6. Quantitative Bewertung der Unabhängigkeit der Reichsbank
6.1 Die Unabhängigkeit der Reichsbank nach den Prüfkriterien von ALESINA und SUMMERS
6.1.1 Vorläufer zur Untersuchung von Alesina und Summers
6.1.2 Die Methodische Vorgehensweise
6.1.3 Elemente der Unabhängigkeit der Reichsbank
6.1.4 Vergleich der Reichsbank mit modernen Zentralbanken
6.2 Die Unabhängigkeit der Reichsbank nach den Prüfkriterien von CUKIERMAN
6.2.1 Methodische Vorgehensweise
6.2.2 Elemente der Unabhängigkeit der Reichsbank
6.2.3 Vergleich der Reichsbank mit modernen Zentralbanken
6.3 Diskussion der Ergebnisse
7. Resümee : Abhängig oder unabhängig? - Die Reichsbank von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende
Die Arbeit untersucht den Status der Unabhängigkeit der deutschen Reichsbank im Zeitraum zwischen 1930 und 1937 unter Berücksichtigung sowohl rechtlicher Kriterien als auch der tatsächlichen politischen Praxis. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie sich dieser besondere Status der Unabhängigkeit im Kontext des Übergangs zur nationalsozialistischen Diktatur verändert hat.
1. Die Problemstellung der Untersuchung: Zur Frage der Unabhängigkeit der Reichsbank von 1930 bis 1937
„Nicht alle Deutschen glauben an Gott – Aber alle Deutschen glauben an die Bundesbank“. besagt ein Bonmot, das Jacques Delors, dem Präsidenten der EU-Kommission, zugeschrieben wird. Es beschreibt das große Vertrauen der deutschen Bevölkerung in ihre Währung. Dieses Verhältnis war nicht immer so emotional positiv besetzt, sondern es musste in den zurückliegenden Jahrzehnten ganz unterschiedliche historische Vertrauensprüfungen und Vertrauenskrisen durchlaufen.
Da die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank den europäischen Experten bei den Planungsgesprächen als Erfolgsmodell erschien, wurde auch die Europäische Zentralbank nach diesem Vorbild konzipiert Die Bundesbank erhielt aber ihren besonderen Status aufgrund der wirtschaftspolitischen Erfahrungen mit ihrer Vorläuferin, der Reichsbank.
Als Hüterin der Währung war sie in den 20er Jahren ebenso maßgeblich an der Entstehung, wie an der Bekämpfung der Inflation beteiligt. In der Zeit des Nationalsozialismus spielte die Reichsbank eine doppelte, zwiespältige Rolle: Als formal unabhängige Institution und, besonders hervorgehoben durch die Persönlichkeit Hjalmar Schachts, als Präsidenten mit einem exzellenten Ruf in Politik und Finanzwelt, wurde sie als vermutlich letzte öffentliche Einrichtung im Deutschen Reich erst im Jahre 1939 durch die Schaffung der Deutschen Reichsbank gleichgeschaltet.
1. Die Problemstellung der Untersuchung: Einführung in die Thematik der Zentralbankunabhängigkeit mit Fokus auf den historischen Zeitraum 1930-1937 und die zentrale Forschungsfrage.
2. Die ökonomische Diskussion über die Unabhängigkeit von Zentralbanken: Theoretische Auseinandersetzung mit den Gründen und Merkmalen einer unabhängigen Zentralbank.
3. Die Reichsbank in der Zeit des Kaiserreichs bis zur Weimarer Republik: Eine unabhängige Institution?: Historische Einordnung des rechtlichen Rahmens und der Praxis der Reichsbank von ihrer Gründung bis zur Weimarer Zeit.
4. Die Reichsbank in der Zeit der Weimarer Republik: Eine unabhängige Institution?: Analyse der Amtszeiten von Hjalmar Schacht und Hans Luther im Hinblick auf Autonomie und politische Einflüsse.
5. Die Reichsbank in der Zeit des Dritten Reiches: Eine unabhängige Institution?: Untersuchung der zunehmenden Unterordnung der Reichsbank unter die Ziele der nationalsozialistischen Führung.
6. Quantitative Bewertung der Unabhängigkeit der Reichsbank: Methodische Einordnung mittels moderner ökonomischer Prüfkriterien (Alesina & Summers sowie Cukierman) und Vergleich mit modernen Zentralbanken.
7. Resümee : Abhängig oder unabhängig? - Die Reichsbank von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Beantwortung der Forschungsfrage.
Reichsbank, Unabhängigkeit, Zentralbank, Geldpolitik, Hjalmar Schacht, Hans Luther, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Goldstandard, Inflation, Bankenkrise, Instrumentelle Unabhängigkeit, Finanzielle Unabhängigkeit, Fiskalpolitik, Rüstungsfinanzierung
Die Arbeit analysiert die Autonomie der deutschen Reichsbank in der Zeit zwischen 1930 und 1937, einem Zeitraum, der den Übergang von der Weimarer Republik zum Dritten Reich umfasst.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Zentralbankunabhängigkeit, die historische Entwicklung der Reichsbank sowie deren quantitative Bewertung mittels moderner wirtschaftswissenschaftlicher Methoden.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich der besondere Status der Unabhängigkeit der Reichsbank im Dritten Reich verändert hat.
Der Autor kombiniert historische Analysen der rechtlichen Rahmenbedingungen und der praktischen Anwendung mit quantitativen Verfahren, insbesondere den Unabhängigkeitsindizes von Alesina & Summers sowie Cukierman.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Untersuchung der Rolle der Reichsbank im Kaiserreich, der Weimarer Republik (unter Schacht und Luther) sowie ausführlich im Dritten Reich.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Reichsbankunabhängigkeit, Zentralbank-Autonomie, Hjalmar Schacht, Goldstandard, Geldpolitik und Rüstungsfinanzierung geprägt.
Während Schacht seine Unabhängigkeit und politische Stellung durch ein hohes Maß an persönlichem Machtstreben und Kritik an der Regierungspolitik zu wahren versuchte, agierte Luther in engerer Absprache mit der Regierung, um die Stabilität in der Wirtschaftskrise zu sichern.
Die MeFo-Wechsel waren ein Instrument der Rüstungsfinanzierung, das es dem Staat ermöglichte, die gesetzlichen Kreditbeschränkungen der Reichsbank zu umgehen, was deren instrumentelle Unabhängigkeit massiv unterwanderte.
Der Generalrat fungierte als ein zentrales Kontroll- und Aufsichtsgremium. Seine Abschaffung im Dritten Reich wird in der Arbeit als signifikanter Schritt zur Schwächung der institutionellen Unabhängigkeit identifiziert.
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