Diplomarbeit, 2002
96 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Geschichte
4. Voraussetzungen der hospizlichen Arbeit
4.1 Bedürfnisse Sterbender
4.2 Vergleich mit den Prinzipien der Sozialarbeit
5. Aufgaben eines Sozialarbeiters im Hospiz
5.1 Kritische Lebensereignisse und Krisenintervention
5.2 Angehörigenarbeit und Trauerbegleitung
5.3 Verbale und non-verbale Kommunikation
5.3.1 Das erste Gespräch
5.3.2 Phasen des Sterbeprozesses: Fragen und Antworten
6. Hilfestellung für sozialarbeiterische Arbeit im Hospiz
6.1 Grenzen bei der Arbeit
6.2 Prävention von Burn- Out: Lösungsvorschläge
7. Finanzierung
8. Qualitätssicherung und Zukunftsperspektiven
8.1 Professionalisierung - ja oder nein
8.2 Reflexion
8.3 Ausbildung
9. Fazit & Ausblick: Wieviele Hospize braucht Deutschland?
10. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Aufgabenbereiche von Sozialarbeitern in der Hospizbewegung, um ein ganzheitliches Verständnis von Sterbebegleitung und Palliativmedizin in Deutschland zu fördern und die Notwendigkeit psychosozialer Unterstützung in der letzten Lebensphase aufzuzeigen.
5.3.2 Phasen des Sterbeprozesses: Fragen und Antworten
Über den eigentlichen Sterbeprozess liegen relativ wenig Befunde vor. Ein Nachlassen kognitiver Leistungsfähigkeit, stärkeres Ausgeprägtsein verschiedener Abwehrmechanismen und z.T. extreme Stimmungsschwankungen sind als Komponenten eines "präfinalen Syndroms" mit zunehmend geringerer zeitlicher Distanz zum eigenen Tode nachweisbar. Zusätzlich lässt sich oft noch eine gewisse Fixierung auf einzelne Persönlichkeitsbereiche und/oder Lebensthemen feststellen. Relativ sicher scheint, dass eine tief verankerte Akzeptanz des vorangegangenen Lebens die Akzeptanz des eigenen Sterbens nach sich ziehen kann (Munnichs, 1972).
Sterbeprozesse durchlaufen verschiedene Phasen. Sie ereignen sich parallel, in anderer Reihenfolge oder treten nicht auf (Kübler-Ross, 1982). Dabei ist die Wirkung von verabreichten Medikamenten zu beachten und folgende Fragen sind zu stellen: Wie würde er den besten Aspekt seiner selbst beschreiben, das höchste Potential, das er erreichen kann? Welche Schritte könnten getan werden, um dieses Potential zu verwirklichen. Kann derjenige sein Leiden als Katalysator nutzen, um Aspekte seines Lebens zu verändern, von denen er weiß, dass sie ohnehin verändert werden müssen (Longaker, 1997)? Die folgenden Phasen sind zu Beginn Heinrich Peras einschlägiger Literatur entnommen und werden um Phasen anderer Autoren mit den häufigsten Fragen von Sterbenden in diesen Zeiträumen ergänzt.
1. Einleitung: Beschreibt die aktuelle Situation des Sterbens in Deutschland und die Notwendigkeit einer menschlicheren Begleitung durch die Hospizbewegung.
2. Definitionen: Erläutert zentrale Begriffe wie Tod, Sterbebegleitung, Sterbehilfe und definiert, was eine Hospizeinrichtung ausmacht.
3. Geschichte: Skizziert die historischen Wurzeln der Hospizbewegung von den Anfängen des Christentums bis zur modernen Entwicklung in Deutschland.
4. Voraussetzungen der hospizlichen Arbeit: Beleuchtet die ethischen Grundlagen, Teamstrukturen und die spezifischen Bedürfnisse Sterbender.
5. Aufgaben eines Sozialarbeiters im Hospiz: Analysiert den Einsatz von Sozialarbeitern in der Kommunikation, Krisenintervention und Angehörigenarbeit.
6. Hilfestellung für sozialarbeiterische Arbeit im Hospiz: Diskutiert berufliche Grenzen und Maßnahmen zur Prävention von Burn-Out im Helferteam.
7. Finanzierung: Beschreibt die komplexen Strukturen der Kostenabsicherung und gesetzlichen Rahmenbedingungen für Hospize.
8. Qualitätssicherung und Zukunftsperspektiven: Setzt sich kritisch mit Standards, Professionalisierung und Ausbildungsanforderungen auseinander.
9. Fazit & Ausblick: Wieviele Hospize braucht Deutschland?: Bewertet den aktuellen Bedarf und plädiert für eine bessere Integration in das Gesundheitssystem.
10. Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Diplomarbeit zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Bewusstseinswandels.
Hospizarbeit, Sterbebegleitung, Sozialarbeit, Palliativmedizin, Trauerbegleitung, Krisenintervention, Symptomkontrolle, Lebensqualität, Ehrenamt, Berufsethik, Sterben, Tod, Patientenverfügung, Interdisziplinäres Team, Burn-Out-Prävention.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Beitrag der Sozialarbeit zur Hospizarbeit in Deutschland und der Unterstützung schwerkranker und sterbender Menschen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Sterbebegleitung, der Kommunikation, dem interdisziplinären Teamgefüge, der Angehörigenarbeit sowie den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Ziel ist es, die Rolle des Sozialarbeiters im Hospiz zu definieren und aufzuzeigen, wie ganzheitliche Sterbebegleitung unter Einbeziehung psychosozialer Aspekte gelingen kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Praxisbeispielen sowie persönlichen Mitteilungen, um die Theorie mit dem realen Hospizalltag zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsanalyse, Aufgabenbereiche wie Gesprächsführung und Krisenintervention, die Abgrenzung zur professionellen Überlastung sowie Fragen der Qualitätssicherung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Sozialarbeit, Interdisziplinarität und Bedürfnisorientierung charakterisiert.
Der Sozialarbeiter fokussiert sich primär auf die soziale, emotionale und biographische Dimension der Begleitung, während das medizinische Personal die symptomatische Schmerztherapie verantwortet.
Sie wird als fester Bestandteil der Sterbebegleitung verstanden, um Angehörigen bei der Bewältigung des Verlusts zu helfen und pathologische Trauerverläufe zu verhindern.
Aufgrund der emotionalen Belastung durch das Miterleben des Sterbens ist die professionelle Distanzierung notwendig, um Burn-Out zu vermeiden und langfristig handlungsfähig zu bleiben.
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