Masterarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 1,3
1.) Einleitung
2.) Die konsumorientierte Besteuerung in der Praxis
2.1.) Die Ausgangssituation in Kroatien
2.1.1.) Das kroatische Steuersystem bis 1994
2.1.2.) Eine mögliche Alternative: Die Besteuerung nach dem S-H-S-Prinzip
2.1.2.1.) Die Einkommensdefinition nach Schanz
2.1.2.2.) S-H-S-Systeme der Kapitaleinkommensbesteuerung
2.1.2.3.) Kritik am S-H-S-Prinzip
2.2.) Das kroatische Steuersystem von 1994-2001
2.2.1.) Kriterien für das reformierte kroatische Steuersystem
2.2.2.) Die persönliche Einkommensteuer
2.2.3.) Die Steuer auf Unternehmensgewinne
2.2.3.1.) Der Schutzzins
2.2.3.2.) Die Kalkulation der unternehmerischen Gewinnsteuer
2.3.) Das kroatische Steuersystem seit 2001
2.3.1.) Die wirtschaftliche Entwicklung
2.3.2.) Die Ausgestaltung des neuen Systems
3.) Die Theorie der konsumorientierten Besteuerung
3.1.) Die Cashflow-Steuer auf Unternehmensebene
3.1.1.) Die Behandlung der einzelnen Finanzierungsformen
3.1.2.) Die Kapitalkosten
3.1.3.) Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2.) Die unterschiedlichen Alternativen einer Cashflow-Steuer
3.2.1.) Die R-Base
3.2.2.) Die R+F-Base
3.2.3.) Die S-Base
4.) Kritikpunkte
4.1.) Verlust von Steuereinnahmen
4.2.) Auftreten von Verteilungseffekten
4.3.) Besteuerung von Banken und Finanzinstituten
4.3.1.) Darstellung der Grundproblematik
4.3.2.) Die zinsbereinigte Gewinnsteuer
4.4.) Anfälligkeit für „Income Shifting“
5.) Rückblick auf die kroatische Steuerreform der 90er Jahre
6.) Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Implementierbarkeit eines konsumorientierten Steuerkonzepts im Bereich der Unternehmensbesteuerung. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung der Effizienz und Neutralität solcher Systeme sowie die kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Anwendung, insbesondere anhand des kroatischen Steuersystems der 1990er Jahre.
2.1.2.3.) Kritik am S-H-S-Prinzip
Ein Vorteil des S-H-S-Prinzips der Besteuerung ist die Tatsache, dass alle Einkommensarten demselben Steuersatz unterworfen werden. Dadurch ist die Festsetzung des Einkommens erst einmal relativ einfach und gerecht. Keine Einkommensart erfährt eine Bevorzugung und somit ergibt sich zwangsläufig, dass Individuen mit identischem Einkommen auch eine identische Steuerlast zu tragen haben. Dadurch erfüllt sich auch der Wunsch nach horizontaler Gerechtigkeit der Besteuerung. Werden zudem auch noch Steuerzahler mit einem höheren Einkommen mit einem progressiven Steuersatz zur Besteuerung herangezogen, dann erfüllt sich auch noch die Forderung nach vertikaler Gerechtigkeit.
Allerdings existieren auch Kritikpunkte am Konzept der umfassenden Einkommensteuer. Durch die Besteuerung von Kapitaleinkünften kommt es zu einer Verzerrung der intertemporalen Konsumpräferenzen und somit zu einer Benachteiligung des Sparens. Ersparnisse repräsentieren einen verzögerten Konsum und mit den daraus resultierenden Zinseinnahmen die Gelegenheit in zukünftigen Perioden mehr zu konsumieren. Der Zinssatz dient somit als Entschädigung für den Konsumverzicht in der aktuellen Periode und beeinflusst folglich auch das Ausmaß der Sparneigung der Haushalte. Eine Besteuerung von Kapitaleinkommen reduziert jedoch den Nettozinssatz und damit auch den Sparanreiz. Somit beeinträchtigt ein solches Steuersystem die Kapitalbildung, verhindert dadurch Investitionen und reduziert letztendlich das Wirtschaftswachstum.
Zudem liegt die Inzidenz der Besteuerung von Kapitalerträgen in den vorgestellten S-H-S-Systemen nicht allein auf dem Faktor Kapital, sondern wird vielmehr auf den Faktor Arbeit überwälzt. In einer Volkswirtschaft, in der die Kapitalbildung durch eine Kapitalertragssteuer behindert wird, wird natürlich eine geringere Summe an Kapital von den Haushalten zur Verfügung gestellt. Setzt man nun eine positive Grenzproduktivität von Arbeit in Verbindung mit dem Kapital und einer Arbeitsentlohnung nach eben diesem Wertgrenzprodukt voraus, dann führt die Besteuerung der Kapitaleinkünfte im Endeffekt zu einer Abnahme der Beschäftigung.
1.) Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das theoretische Konzept der konsumorientierten Besteuerung und skizziert das methodische Vorgehen, das von einer Fallstudie zu Kroatien hin zu einer theoretischen Analyse führt.
2.) Die konsumorientierte Besteuerung in der Praxis: Dieses Kapitel untersucht die historische Umsetzung in Kroatien, angefangen beim Schedulensystem bis zur Einführung und späteren Abkehr vom konsumorientierten Modell.
3.) Die Theorie der konsumorientierten Besteuerung: Hier werden die theoretischen Hintergründe, insbesondere die Cashflow-Steuer und verschiedene Basissysteme (R-Base, R+F-Base, S-Base), detailliert modelliert.
4.) Kritikpunkte: Das Kapitel erörtert die Herausforderungen konsumorientierter Steuersysteme, darunter Steuerausfälle, Verteilungseffekte, die Besteuerung von Finanzinstituten und Probleme beim internationalen Income Shifting.
5.) Rückblick auf die kroatische Steuerreform der 90er Jahre: Die Ergebnisse werden in einen Rückblick integriert, um die Diskrepanz zwischen theoretischer Überlegenheit und praktischer Schwierigkeiten bei der Umsetzung in Kroatien zu beleuchten.
6.) Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und bewertet die Übertragbarkeit der ACE-Tax auf andere Länder wie Deutschland.
Konsumorientierte Besteuerung, Unternehmensbesteuerung, S-H-S-Prinzip, Cashflow-Steuer, Kroatien, Schutzzins, ACE-Tax, Kapitalkosten, Investitionsneutralität, Income Shifting, Transferpreise, Steuerreform, Finanzierung, Kapitaleinkommensbesteuerung, Steuersystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Beurteilung von Steuersystemen, die nicht das Einkommen, sondern den Konsum als Bemessungsgrundlage fokussieren, mit besonderem Fokus auf die Unternehmensbesteuerung.
Im Zentrum stehen die theoretischen Mechanismen von Cashflow-Steuern, der Vergleich zu traditionellen Systemen (S-H-S-Prinzip) und eine detaillierte Fallstudie zur Steuerreform in Kroatien.
Das Ziel ist es, die Implementierbarkeit und die ökonomischen Auswirkungen einer konsumorientierten Besteuerung unter Bedingungen internationaler Kapitalmobilität wissenschaftlich zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Modellierung (z.B. Herleitung von Kapitalkosten und Steuerbasen) und einer empirisch orientierten Fallstudie über die kroatische Steuergesetzgebung der 1990er und 2000er Jahre.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der konsumorientierten Theorie, die mathematische Herleitung von Finanzierungseffekten und eine kritische Diskussion der Nachteile, wie etwa Verteilungseffekte und die steuerliche Behandlung von Finanzinstituten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Cashflow-Steuer, die ACE-Tax, Investitionsneutralität, Schutzzins und Income Shifting.
Kroatien dient als zentrales Praxisbeispiel, da das Land in den 1990er Jahren eine umfassende Steuerreform durchführte, die Elemente der konsumorientierten Besteuerung (Schutzzins auf Eigenkapital) enthielt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine Implementierung einer konsumorientierten Steuerform wie der ACE-Tax in Deutschland aufgrund politischer Widerstände und der medialen sowie öffentlichen Wahrnehmung als "Steuergeschenk für Reiche" derzeit äußerst unwahrscheinlich ist.
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