Diplomarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Einführung
2.1 Historische Entwicklung des VVaG und der Versicherungs-AG
2.2 Rahmenbedingungen auf dem Versicherungsmarkt
2.3 Wirtschaftliche Bedeutung des VVaG und der Versicherungs-AG
3 Die Besonderheiten des VVaG
3.1 Rechtsgrundlagen und Rechtsformidee
3.2 Entstehung des VVaG
3.3 Organe des VVaG
3.4 Mitgliedschaft beim VVaG
3.5 Rechtsformimmanente Nachteile des VVaG
3.5.1 Eigenkapital, Eigenmittel und Finanzierungsmöglichkeiten
3.5.1.1 Eigenkapital und Eigenmittel
3.5.1.2 Finanzierungsmöglichkeiten des VVaG
3.5.1.2.1 Gründungsfinanzierung
3.5.1.2.2 Selbstfinanzierung
3.5.1.2.3 Gläubigerfinanzierung
3.5.2 Konzernbildung
3.6 Auflösung und Abwicklung des VVaG
4 Besonderheiten der Versicherungs-AG
4.1 Rechtsgrundlagen und Rechtsformidee
4.2 Entstehung der Versicherungs-AG
4.3 Organe der Versicherungs-AG
4.4 Mitgliedschaft bei der Versicherungs-AG
4.5 Eigenkapitalausstattung und Finanzierungsmöglichkeiten
4.5.1 Grundkapital
4.5.2 Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten
4.5.2.1 Ordentliche und bedingte Kapitalerhöhung
4.5.2.2 Genehmigtes Kapital und Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
4.6 Auflösung und Abwicklung der Versicherungs-AG
5 Demutualisierung
5.1 Demutualisierung nach deutschem Recht
5.1.1 Allgemeines
5.1.2 Vor- und Nachteile einer Demutualisierung
5.1.3 Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG)
5.1.3.1 Verschmelzung
5.1.3.2 Spaltung
5.1.3.3 Formwechsel
5.1.3.4 Vermögensübertragung
5.1.4 Bestandsübertragung nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
5.2 Demutualisierung nach britischem Recht
6 Demutualisierung und Börsengang der Standard Life
6.1 Standard Life - Das Unternehmen und seine Mitglieder
6.1.1 Allgemeine Unternehmensinformationen
6.1.2 Geschäftstätigkeit, Hauptstärken und Strategie von Standard Life
6.1.3 Mitgliedschaft
6.1.3.1 Grundsätzliches zur Mitgliedschaft
6.1.3.2 Anspruchsberechtigte und stimmberechtigte Mitglieder
6.2 Gründe für eine Demutualisierung und Alternativen
6.2.1 Gründe für eine Demutualisierung
6.2.1.1 Verändertes Wirtschafts- und Gesetzesumfeld
6.2.1.2 Risikoabnahme für Versicherungsnehmer mit überschussberechtigten Verträgen
6.2.1.3 Zugang zu externem Kapital
6.2.1.4 Freisetzung des Unternehmenswertes
6.2.2 Scheitern der Demutualisierung im Jahr 2000
6.2.3 Alternativen zur Demutualisierung
6.3 Voraussetzungen für die Umsetzung des Demutualisierungsvorhabens
6.3.1 Erforderliche Prüfungen
6.3.2 Außerordentliche Mitgliederversammlung
6.3.3 Weitere Verfahren zur Umsetzung des Vorhabens
6.4 Main Scheme
6.4.1 Umstrukturierungen gemäß Main Scheme
6.4.2 Umstrukturierungen außerhalb des Main Scheme
6.4.3 Schutzvorkehrungen im Main Scheme
6.5 Wesentliche Merkmale des Demutualisierungsvorhabens
6.5.1 Ausgleichsleistungen für den Verlust von Mitgliedschaftsrechten
6.5.2 Vorzugsangebot und Bonusaktien
6.5.3 Börsengang und Verwendung der Erlöse
7 Fazit
Ziel der Arbeit ist es, die Gründe für den Rückgang von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (VVaG) und den weltweiten Trend zur Demutualisierung zu analysieren, wobei untersucht wird, ob die Rechtsform des VVaG Wettbewerbsnachteile birgt und ob eine Demutualisierung eine erstrebenswerte Strategie darstellt.
6.2.1.1 Verändertes Wirtschafts- und Gesetzesumfeld
Im Oktober 2004 veranstaltete die AISAM (Association Internationale des Sociétés d´Assurance Mutuelle) ihre 23. Generalversammlung in Berlin. Die AISAM hat die Intention, die Gegenseitigkeitsversicherer und ihre Grundsätze zu vertreten und ging in dieser Generalversammlung der Frage nach, ob Gegenseitigkeitsvereine auch in Zukunft ihre Stärken unter Beweis stellen können. Zu diesem Thema äußerte sich auch Sandy Crombie, Generaldirektor der Standard Life, und erläuterte das Wirtschafts- und Gesetzesumfeld der Standard Life zu diesem Zeitpunkt, welches von einer niedrigen Inflation, niedrigen Zinssätzen und einem schwächelnden Aktienmarkt geprägt war. Diese Situation traf die Standard Life besonders hart, da das britische Unternehmen die Gelder seiner Kunden in größerem Umfang in Aktien investiert hatte als der Großteil der Konkurrenz. Im Gegensatz zu deutschen Versicherungsunternehmen, deren Aktienquote in Anlageportfolios 35 % nicht überschreiten darf, unterliegen die britischen Versicherungsunternehmen diesbezüglich keinen Restriktionen. Die fallenden Börsenkurse führten dazu, dass Standard Life ihre Aktienquote drastisch reduzieren musste. Hinzu kamen striktere Anforderungen an die Kapitalbasis, welche die britische Finanzdienstleistungsaufsicht (FSA) den Versicherungsunternehmen auferlegte und die Standard Life kurzfristig dazu veranlassten, kostspielige Anleihen aufzulegen und Aktien an der Immobiliengesellschaft Hammerson plc zu verkaufen, um Kapital zu beschaffen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung, den Rückgang der Marktanteile von VVaG und die Zielsetzung der Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Standard Life.
2 Einführung: Hier werden die historische Entwicklung von VVaG und Versicherungs-AG sowie die Rahmenbedingungen auf dem Versicherungsmarkt und deren ökonomische Bedeutung dargestellt.
3 Die Besonderheiten des VVaG: Das Kapitel analysiert tiefgreifend die Rechtsgrundlagen, die Organe, die Mitgliedschaftsrechte sowie die spezifischen Eigenkapital- und Konzernbildungsprobleme von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit.
4 Besonderheiten der Versicherungs-AG: Aufbauend auf dem vorangegangenen Kapitel werden die rechtlichen Strukturen, die Kapitalausstattungsmöglichkeiten sowie die Organe der Versicherungs-Aktiengesellschaft untersucht.
5 Demutualisierung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die verschiedenen Umwandlungsoptionen nach deutschem Recht (UmwG, VAG) sowie die Rahmenbedingungen unter britischem Recht.
6 Demutualisierung und Börsengang der Standard Life: Das zentrale Praxisbeispiel analysiert detailliert die Unternehmensgeschichte, die Beweggründe der Standard Life für die Demutualisierung, das "Main Scheme" der Umstrukturierung sowie den erfolgreichen Börsengang.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Vor- und Nachteile der beiden Rechtsformen und zieht eine Bilanz zur Notwendigkeit und den Risiken von Demutualisierungsvorhaben.
Demutualisierung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, VVaG, Versicherungs-Aktiengesellschaft, Standard Life, Kapitalmarkt, Solvabilität, Umwandlungsgesetz, Börsengang, Versicherungsaufsicht, Rechtsform, Konzernbildung, Mitgliedschaft, Versicherungsmarkt, Eigenkapital.
Die Arbeit untersucht die rechtlichen und ökonomischen Unterschiede zwischen der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) und der Versicherungs-Aktiengesellschaft (Versicherungs-AG) im Kontext des weltweiten Demutualisierungstrends.
Die zentralen Themen sind die Rechtsformbesonderheiten beider Versicherungsmodelle, die Mechanismen und Hürden einer Demutualisierung sowie die praktische Umsetzung einer solchen Umwandlung anhand eines prominenten Beispiels.
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Rechtsform des VVaG Nachteile für das Versicherungsgeschäft birgt, welche Faktoren den weltweiten Trend zur Demutualisierung treiben und ob eine solche Umwandlung für betroffene Unternehmen tatsächlich eine erstrebenswerte und notwendige Strategie darstellt.
Die Autorin verwendet einen kombinierten Ansatz aus einer theoretischen Aufarbeitung der Rechtsgrundlagen und Strukturen beider Gesellschaftsformen sowie eine praxisorientierte Fallstudie der Standard Life zur Veranschaulichung der komplexen Umstrukturierungsvorgänge.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Rechtsformen (Kapitel 3 und 4), die rechtlichen Optionen für Demutualisierungen (Kapitel 5) und eine umfassende Darstellung der Demutualisierung der Standard Life inklusive der Vorbereitungen, der Umstrukturierung ("Main Scheme") und des Börsengangs (Kapitel 6).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demutualisierung, VVaG, Versicherungs-AG, Kapitalbeschaffung, Solvabilität und Unternehmensumwandlung geprägt.
Die Standard Life war zum Zeitpunkt der Arbeit ein hochaktuelles Beispiel für eine umfassende und erfolgreiche Demutualisierung in Großbritannien, die als größte Börseneinführung des Landes seit 2001 als ideales Praxisbeispiel für die komplexe Komplexität und die Auswirkungen einer solchen Umwandlung diente.
Das "Main Scheme" bezeichnet den offiziellen Umstrukturierungsplan, durch den der Geschäftsbetrieb der Standard Life in eine Aktiengesellschaft (Standard Life plc) überführt und die Risiken für die Versicherungsnehmer neu strukturiert wurden, um Kapitalmarktzugang zu erhalten.
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