Diplomarbeit, 2005
122 Seiten, Note: 1,6
0. EINLEITUNG
1. DAS FORSCHUNGSTHEMA KORRUPTION
1.1 Der Begriff Korruption
1.2 Formen politischer Korruption
1.3 Korruption im Mehrebenenmodell
1.3.1 Die Mechanismen individuellen Korruptionsverhaltens
1.3.2 Vom Mikrophänomen zur Institutionalisierung der Korruption
1.4 Ursachen und Konsequenzen der Korruption
1.4.1 Politikwissenschaftliche Überlegungen
1.4.2 Ökonomische Zusammenhänge
1.4.3 Soziologische Zusammenhänge
1.5 Vor- und Nachteile der Korruption
2. DIE MESSUNG VON KORRUPTION
2.1 Die Fälle des CPI 1995 bis 2004
2.2 Ein Überblick über die Verteilung der Staaten im CPI
2.3 Die Berechnung eines Zusammenhangs zwischen Wohlstand und Korruptionsniveau
2.3.1 Operationalisierung der Begriffe und Vorgehensweise
2.3.2 Analyse der Fälle in den Streuungsdiagrammen
2.4 Die Ausreißer der Regressionsgeraden
2.4.1 Die Ausreißer im standardisierten Abweichungsbereich unter dem Wert –2.0
2.4.2 Die Ausreißer im standardisierten Abweichungsbereich über dem Wert +2.0
2.4.3 Die Analyse einflussreicher Fälle mit dem standardisierten DFBETA-Wert
2.5 Fazit der Regressionsanalyse
3. DIE EINZELFALLANALYSE DER CHILENISCHEN SITUATION
3.1 Das südamerikanische Umfeld
3.1.1 Die CPI-Daten der südamerikanischen Länder
3.1.2 Allgemeine Erklärungen für die Entwicklung hoher Korruption in Südamerika
3.2 Chiles historische Entwicklung
3.3 Korruption in Chile
3.4 Chiles Abweichen vom Standardfall eines südamerikanischen Landes
3.4.1 Antikorruptionsmechanismen in der chilenischen Demokratie
3.4.1.1 Das Justizsystem
3.4.1.2 Die Medien
3.4.1.3 Die Zivilgesellschaft
3.4.2 Die zugrundeliegende Wirtschaftsethik Chiles
3.5 Fazit der Einzelfallanalyse Chiles
4. CHILE ALS VORBILD FÜR KORRUPTE LÄNDER
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Wohlstand eines Staates und seinem Korruptionsniveau anhand einer quantitativen Regressionsanalyse der CPI-Daten (1995-2004) sowie einer vertiefenden Einzelfallanalyse des chilenischen Modells, um zu ergründen, warum Chile trotz eher niedrigem Wohlstand ein vergleichsweise niedriges Korruptionsniveau aufweist.
1.4.1 Politikwissenschaftliche Überlegungen
Ein in der Politikwissenschaft häufig diskutierter Zusammenhang wird zwischen Demokratie und Korruption hergestellt. „The less democracy the more corruption“ (Andvig u.a. 2000, S.52) bringt die These auf den Punkt. Grundlegend stellt man verringerte Korruption bei steigendem Grad der Demokratisierung fest, „Korruption [kann] in Demokratien stärker im Zaum gehalten [werden] als in Autokratien“ (Borchert u.a. 2000, S.110). Allerdings muss dieser Zusammenhang differenzierter betrachtet werden, denn Fälle wie Singapur zeigen, dass auch sehr undemokratische Regime Korruption zurückdrängen können: „The most authorian (totalitarian) systems are able to control the levels of corruption and thus keep it at an economically viable level“ (Andvig u.a. 2000 , S.57). Die von den Akteuren zu kalkulierenden Kosten aus hoher Strafe bei großer Vollzugswahrscheinlichkeit drängen in diesem Land die Korruption zurück. Gleichzeitig zeigte der Fall des eisernen Vorhangs, dass viele Länder im Transformationsprozess vom totalitären oder autoritären zum demokratischen System einen Anstieg ihres Korruptionsniveaus verzeichnen.
Es gibt folglich keinen linearen Zusammenhang zwischen dem Grad der Demokratisierung eines Landes und dem Grad der Korruption, Andvig u.a. sprechen von einer glockenförmigen Funktion (Andvig u.a. 2000, S.57) mit einem Ansteigen der Korruption bei der Abkehr vom totalitären oder autoritären System und deren Abflauen nach erfolgreicher Durchsetzung demokratischer Grundprinzipien sowie „far-reaching economic reforms“ (Kaufman 1997, S.121). Möglicherweise spielt die Kontrollfähigkeit eines Regimes eine wichtigere Rolle als die Art der politischen Führung. Diktaturen und autoritäre Regime können Korruption durch allgegenwärtige Kontrolle zurückdrängen, Länder in Umbruchphasen können dagegen häufig schlecht Kontrolle auf ihren Staatsapparat ausüben.
0. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema Korruption als multidimensionales, gesellschaftsschädigendes Phänomen und Erläuterung der Forschungsfrage am Beispiel Chile.
1. DAS FORSCHUNGSTHEMA KORRUPTION: Theoretische Grundlegung des Korruptionsbegriffs, seiner Formen sowie soziologischer Modelle zur Entstehung auf Mikro- und Makroebene.
2. DIE MESSUNG VON KORRUPTION: Methodische Auseinandersetzung mit der Messbarkeit von Korruption mittels CPI, Regressionsanalyse von Wohlstand und Korruption sowie Identifikation statistischer Ausreißer.
3. DIE EINZELFALLANALYSE DER CHILENISCHEN SITUATION: Detaillierte Untersuchung Chiles als positive Ausnahmeerscheinung in Südamerika, unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und spezifischer Antikorruptionsmechanismen.
4. CHILE ALS VORBILD FÜR KORRUPTE LÄNDER: Synthese der Ergebnisse mit Empfehlungen für eine erfolgreiche Korruptionsbekämpfung durch Stärkung staatlicher Institutionen und gesellschaftlicher Normen.
Korruption, CPI, Wohlstand, Regressionsanalyse, Chile, Südamerika, Demokratisierung, Wirtschaftsethik, Good Governance, Institutionen, Antikorruptionsmechanismen, DFBETA, Residuenanalyse, Rechtschaffenheit.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Wohlstand eines Staates und seinem Korruptionsniveau und analysiert insbesondere den Fall Chile als signifikante Ausnahme von der Regel.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Modellierung von Korruption, der methodischen Problematik ihrer Messung (CPI) und dem empirischen Nachweis von Zusammenhängen mittels Regressionsanalysen sowie einer vertiefenden Fallstudie.
Das Ziel ist es, zu erklären, warum Chile trotz eines im Vergleich zu westlichen Industrienationen eher moderaten Wohlstands eine bemerkenswert geringe Korruption aufweist.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen mit einer quantitativen Regressionsanalyse (SPSS) zur Überprüfung des Zusammenhangs zwischen BIP und Korruption sowie einer qualitativen Einzelfallanalyse für Chile.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische und empirische Messung von Korruption sowie eine historische und institutionelle Einzelfallanalyse der politischen und wirtschaftlichen Situation in Chile.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung soziologischer Korruptionstheorien mit ökonomischen Daten (GDP) und politikwissenschaftlichen Länderanalysen aus.
Chile weicht systematisch von der statistisch berechneten Regressionsgeraden ab, da das Land ein deutlich niedrigeres Korruptionsniveau aufweist, als es sein Wohlstandsniveau eigentlich vermuten ließe.
Der Autorin zufolge hat Chile aufgrund seiner starken Exportabhängigkeit eine Ethik entwickelt, die im internationalen Handel hohe Rechtschaffenheit fordert, welche wiederum auf die innenpolitischen Verwaltungsstrukturen ausstrahlt.
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