Diplomarbeit, 2003
127 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Sonderpädagogische Leitideen in ihrer Bedeutung für das Leben von Menschen mit Behinderung
2.1 Integration
2.2 Normalisierung
2.3 Selbstbestimmung
2.4 Kurze Zusammenfassung
3. Ursachen und Wesensmerkmale des Autismus
3.1 Erscheinungsbild des frühkindlichen Autismus
3.1.1 Wahrnehmung
3.1.2 Kommunikation und Sprache
3.1.3 Motorische Kontrolle und autonome Funktionen
3.1.4 Sozialverhalten
3.1.5 „Inselbegabungen“
3.1.6 Kognition
3.1.7 Selbstverletzende Verhaltensweisen
3.1.8 Kurze Zusammenfassung
3.2 Mögliche Ursachen des frühkindlichen Autismus
3.2.1 Hirnorganische Ursachen
3.2.2 Chemische und biochemische Verursachungstheorien
3.2.3 Genetische Verursachungstheorien
3.2.4 Psychologische und psychogenetische Verursachungstheorien
3.2.5 Theorien im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen
3.2.6 Kurze Zusammenfassung
4. Die Tagesstätte für erwachsene Menschen mit Autismus in Nürnberg
4.1 Der Personenkreis – beispielhaft dargestellt an drei Biographien
4.1.1 Anna
4.1.2 Michael
4.1.3 Erik
4.2 Tages – und Wochenstruktur
4.3 Das Angebot der Tagesstätte
4.3.1 Kommunikationsorientierte Förderung
4.3.2 Wahrnehmungsorientierte Förderung
4.3.3 Beziehungsorientierte Förderung
4.3.4 Förderung der Selbständigkeit
4.3.5 Einzelförderangebote
4.3.6 Erwachsenenbildung
4.3.7 Heilpädagogisches Reiten
4.3.8 Kurze Zusammenfassung
4.4 Der Arbeitsbereich – ein vielversprechender Anfang auf einem weiten Weg
4.4.1 Praktika
4.4.2 Assistenzdienste
4.4.3 Grenzen der Eingliederung
5. Der Beitrag der Tagesstätte zu einem möglichst normalen und selbstbestimmten Leben
5.1 Integration
5.2 Normalisierung
5.3 Selbstbestimmung
6. Schlussgedanken
7. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Menschen mit autistischem Verhalten ein weitestgehend normales und selbstbestimmtes Leben führen können, indem sie die pädagogische Arbeit der Tagesstätte für erwachsene Menschen mit Autismus in Nürnberg analysiert.
3.1.2 Kommunikation und Sprache
“Not being able to talk doesn`t mean to have nothing to say” Rosemary Crossley, in: Slotta 2002, 74
„A second distinctive feature was noted as the failure to use language for the purpose of communication. In three of the 11 cases, speech failed to develop altogether [S.N.] . The remaining eight rapidly developed a precocity of articulation which, coupled with unusual facility in rote memory, resulted in the ability to repeat endless numbers of rhymes, catechisms, lists of names, and other semantically useless exercises.[…] The repetition of stored phrases while failing to recombine words into the original and personalized sentences gave rise to the phenomena of delayed echolalia, pronominal reversal [S.N.], literalness, and affirmation by repetition” (Kanner 1973, 92). Mit diesen Worten beschreibt Leo Kanner seine Beobachtungen bezüglich der Sprachentwicklung bei den 11 Kindern seiner Erstbeschreibung aus dem Jahre 1943 und spricht damit alle bekannten Phänomene dieses Entwicklungsbereiches an.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Bedeutung der gesellschaftlichen Inklusion von Menschen mit Behinderung und führt in die spezifische Problematik autistischer Menschen ein.
2. Sonderpädagogische Leitideen in ihrer Bedeutung für das Leben von Menschen mit Behinderung: Das Kapitel stellt die theoretischen Fundamente der Integration, Normalisierung und Selbstbestimmung vor.
3. Ursachen und Wesensmerkmale des Autismus: Hier werden das Erscheinungsbild, die verschiedenen Facetten des Autismus sowie aktuelle Forschungsergebnisse zu den Ursachen dargelegt.
4. Die Tagesstätte für erwachsene Menschen mit Autismus in Nürnberg: Das zentrale Praxiskapitel beschreibt die Struktur, das Förderangebot und die Lebensgeschichten von Besuchern der Einrichtung.
5. Der Beitrag der Tagesstätte zu einem möglichst normalen und selbstbestimmten Leben: Eine kritische Reflexion darüber, wie die Tagesstätte die theoretischen Leitideen in der Praxis umsetzt und wo Grenzen bestehen.
6. Schlussgedanken: Ein resümierender Ausblick auf die Notwendigkeit spezieller Betreuungsangebote für die Lebensqualität autistischer Erwachsener.
Autismus, frühkindlicher Autismus, Tagesstätte, Integration, Normalisierung, Selbstbestimmung, Gestützte Kommunikation, FC, Wahrnehmungsförderung, Lebenshilfe, Inklusion, berufliche Eingliederung, Sozialverhalten, Pädagogik.
Die Arbeit analysiert die pädagogische Arbeit einer Tagesstätte für erwachsene Menschen mit Autismus in Nürnberg und deren Beitrag zu einem selbstbestimmten Leben der Betroffenen.
Neben den theoretischen sonderpädagogischen Leitideen stehen das Erscheinungsbild des Autismus, die praktische Konzeption der Tagesstätte sowie Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie autistische Menschen durch gezielte Förderung und die Achtung ihrer Rechte integriert und in ihrer Selbstbestimmung gestärkt werden können.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zur Theorie des Autismus mit der praxisbezogenen Darstellung einer spezifischen Einrichtung sowie der Auswertung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Autismus und eine detaillierte Beschreibung der Tagesstätten-Konzeption, einschließlich konkreter Förderbereiche wie Kommunikation und Wahrnehmung.
Wesentliche Begriffe sind Autismus, Normalisierung, Integration, Selbstbestimmung, Gestützte Kommunikation (FC) und Erwachsenenbildung.
Da viele Menschen mit frühkindlichem Autismus über keine verbale Sprache verfügen, bietet FC die einzige Möglichkeit, ihre Bedürfnisse zu äußern und am sozialen Leben mitzubestimmen.
Die Lebensgeschichten von Anna, Michael und Erik dienen dazu, die theoretischen Ausführungen zu personalisieren und die individuellen Bedürfnisse sowie Entwicklungschancen autistischer Menschen zu verdeutlichen.
Sie beschreibt die aktuelle Situation als schwierig, da bestehende Integrationsfachdienste oft nicht auf die speziellen Bedürfnisse autistischer Menschen ausgerichtet sind, was eine Anpassung der Rahmenbedingungen erforderlich macht.
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