Magisterarbeit, 2007
114 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
I. Sozialgestalt der französischen kommunikationswissenschaftlichen Forschung
1. Les sciences de l’information et de la communication
1.1. Die Vorreiter
1.2. Die Institutionalisierung
1.3. Die Informations- und Kommunikationswissenschaften heute
2. Die Entstehung des Forschungsfelds „Unternehmenskommunikation“
2.1. Entstehung eines neuen Berufsfelds und Einrichtung von neuen Studiengängen
2.2. Von der „Unternehmenskommunikation“ zur „Organisationskommunikation“
2.3. Das Forschungsfeld „Organisationskommunikation“ heute
3. Grundsätzliche Anmerkungen über die untersuchte Fachliteratur
3.1. Charakterisierung der untersuchten Fachliteratur
3.2. Grundsätzliche Diskussionen in der untersuchten Fachliteratur
4. Zusammenfassung
II. Theoriengestalt der Forschung zur internen Unternehmenskommunikation
1. Grundsätzliche Anmerkungen
2. Das positivistische Paradigma
2.1. Funktionalistische Forschungsperspektive
2.2. Humanistische Forschungsperspektive
3. Das interpretative Paradigma
3.1. Semiotische Forschungsperspektive
3.2. Systemische Forschungsperspektive
4. Paradigmenwechsel?
III. Thematische Fokussierung auf Kommunikationsnetze und Unternehmenskultur
1. Kommunikationsnetzwerke
2. Die Unternehmenskultur
3. Fazit
Die vorliegende Arbeit identifiziert und bündelt Positionen, Diskussionen sowie Ergebnisse der französischen Kommunikationswissenschaft im Bereich der internen Unternehmenskommunikation. Das primäre Ziel besteht darin, diese im deutschen Sprachraum bisher kaum rezipierten Forschungsansätze aufzuarbeiten, um ein besseres Verständnis für die Unterschiede und Synergien zwischen der französischen und deutschen Forschung zu schaffen.
2.1. Funktionalistische Forschungsperspektive
Unter dem Begriff „funktionalistische Forschungsperspektive“, der ursprünglich aus der Philosophie stammt, werden hier Organisations- und Kommunikationsmodelle zusammengefasst, die die Funktion von Kommunikation und Organisationen ins Zentrum der Beachtung rücken und ihre Funktionsweise bzw. Wirkung auf die Meso-Ebene zu erklären versuchen.
Funktionalistische Organisationsmodelle stellen Unternehmen meist als weitgehend geschlossene, soziale Gebilde dar, die eine relativ stabile, formale Struktur aufweisen. Zweck eines Unternehmens ist, das vom Unternehmenseigentümer zur Verfügung gestellte Kapital zu vermehren, das heißt Gewinne zu erwirtschaften. Dazu werden Rohstoffe bzw. Güter (Inputs) durch Arbeit zu höherwertigen Produkten (Outputs) transformiert und gewinnbringend abgesetzt. Arbeiter werden in diesen Modellen als Produktionsmittel betrachtet, die entsprechend dem Menschbild „homo oeconomicus“ rational handeln und vor allem über monetäre Anreize zur Arbeit motiviert werden können. Implizit werden Unternehmen dadurch einer mehr oder wenig hoch entwickelten Maschine gleichgesetzt, die für das Management zentral steuerbar ist und deren Produktivität optimiert werden soll.
Nicht überraschend ist daher, dass in diesem Zusammenhang häufig auf einen Ingenieur verwiesen wird, Frederik W. Taylor, obwohl dieser in The Principles of Scientific Management (1911) eigentlich kein Modell, sondern eher eine Methode zur Rationalisierung der Unternehmensführung darlegte.
I. Sozialgestalt der französischen kommunikationswissenschaftlichen Forschung: Dieses Kapitel erläutert die späte Institutionalisierung des Fachs in Frankreich sowie die Entstehung der Unternehmenskommunikation als Forschungsfeld und charakterisiert die untersuchte Literatur.
II. Theoriengestalt der Forschung zur internen Unternehmenskommunikation: Das Kapitel kategorisiert das Forschungsfeld anhand des positivistischen und interpretativen Paradigmas und stellt verschiedene Forschungsperspektiven, von der funktionalistischen bis zur systemischen Sicht, vor.
III. Thematische Fokussierung auf Kommunikationsnetze und Unternehmenskultur: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den beiden Schwerpunktthemen Kommunikationsnetzwerke und Unternehmenskultur innerhalb der französischen Forschung.
Französische Kommunikationswissenschaft, Unternehmenskommunikation, Organisationskommunikation, Sozialgestalt, Ideengestalt, Forschungsperspektive, Funktionalismus, Interpretatives Paradigma, Kommunikationsnetzwerke, Unternehmenskultur, Semiotik, Systemtheorie, Wissenskulturen, Interne Kommunikation, Institutionen.
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über die französische kommunikationswissenschaftliche Forschung im Bereich der internen Unternehmenskommunikation, um diese für den deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen.
Die Arbeit fokussiert auf die Sozial- und Theoriengestalt des Fachs sowie spezifisch auf Kommunikationsnetzwerke und das Konzept der Unternehmenskultur.
Das Ziel ist die Identifizierung und zusammenfassende Darstellung der französischen Positionen und Ergebnisse zur internen Unternehmenskommunikation, die bisher in Deutschland eher marginal wahrgenommen wurden.
Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Analyse bestehender Fachliteratur, Dossiers der Fachzeitschrift "Communication & Organisation" und Beiträge der Tagungen der Fachgruppe "Org&Co" im Zeitraum von 1992 bis 2002.
Der Hauptteil analysiert die theoretische Entwicklung des Feldes, unterteilt in positivistische und interpretative Paradigmen, sowie die spezifische Untersuchung von Netzwerken und Unternehmenskultur.
Zentrale Begriffe sind Kommunikationswissenschaft, Organisationskommunikation, Paradigmenwechsel, Semiotik und Wissenskulturen.
In Frankreich wird Kommunikation in einem umfassenderen Sinne verstanden, der stärker semiotische und interpersonelle Aspekte integriert, während die deutsche Forschung traditionell stärker massenmedial und empirisch geprägt ist.
Der Begriff ist stark in der Praxis verwurzelt und gilt in der französischen Wissenschaft teilweise als "alten Wein in neuen Schläuchen", weshalb er lange kritisch betrachtet und eher vermieden wurde.
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