Diplomarbeit, 2004
118 Seiten, Note: 1,15
1 Einleitung
1.1 Zum Thema
1.2 Forschungsergebnisse
1.3 Fragestellungen, Thesen, Zielsetzung
1.4 Methodik
1.5 Ablauf der Untersuchung
2 Strukturell-rechtliche Rahmenbedingungen der pflegerisch-ärztlichen Zusammenarbeit im Krankenhaus
2.1 Geschichte der pflegerisch-ärztlichen Zusammenarbeit im Krankenhaus
2.2 Arbeitsorganisation im Krankenhaus
2.2.1 Arbeitsteilung im Krankenhaus
2.2.2 Organisationsstruktur
2.2.3 Hierarchiesystem Pflege
2.2.4 Funktionspflege
2.2.6 Kommunikation im Hierarchiesystem Krankenhaus
2.3 Rechtliche Bedingungen
2.3.1 Grund- und Behandlungspflege
2.3.2 Haftungsgrundlage und Weisungsrecht
2.4 Fazit
3 Individuell-sozialisatorische Rahmenbedingungen der pflegerisch -ärztlichen Zusammenarbeit im Krankenhaus
3.1 Berufliche Sozialisation in der Ausbildung
3.1.1 Ausbildung der Pflegekräfte
3.1.2 Ausbildung der MedizinerInnen
3.2 Leitbilder
3.2.1 Leitbilder und Prioritäten der Pflege
3.2.2 Leitbilder und Prioritäten der Akutmedizin
3.3 Sprache
3.3.1 Sprache der Pflegenden
3.3.2 Die Sprache der MedizinerInnen
3.4 Fazit
4 Gelingende Kooperation
4.1 Begriffsbestimmungen
4.1.1 Kooperation
4.1.2 Gruppe
4.1.3 Gruppenarbeit
4.1.4 Teamarbeit
4.2 Gelingende Kooperation
4.2.1 Gleichheit
4.2.2 Kommunikation und Kommunikationsfähigkeit
4.2.3 Gemeinsame Zieldefinition
4.3 Fazit
5 Gelingende Kooperation unter gegebenen Bedingungen
5.1 Strukturell-rechtliche Gleichheit der Kooperationspartner
5.1.1 Matrix-Organisation
5.1.2 Pflegesysteme
5.1.3 Rechtliche Bedingungen
5.2 Kommunikation
5.2.1 Die Transaktionsanalyse
5.3 Gemeinsame Zielsetzung
5.3.1 Patientenorientierung
5.4 Fazit
6 Relevanz für die Pflegeausbildung
6.1 Lerninhalte
6.2 Lernziele
6.2.1 Wahrnehmung von Gefühlen
6.2.2 Umgang mit Gefühlen
6.3 Beziehungsgestaltung
6.3.1 Partizipation
6.3.3 Das TZI-Postulat: “Störungen haben Vorrang“
6.4 Methodische Ansatzpunkte
6.4.1 Erfahrungsbezogenes Lernen
6.5 Fazit
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin im Krankenhaus unter Berücksichtigung kooperations- und kommunikationstheoretischer Aspekte. Ziel ist es, die strukturellen und individuell-sozialisatorischen Determinanten der Zusammenarbeit zu verstehen, Defizite aufzuzeigen und daraus ein pflegedidaktisches Konzept abzuleiten, das die notwendigen Kompetenzen für eine gelingende Kooperation in der Pflegeausbildung fördert.
1.1 Zum Thema
In der vorliegenden Arbeit geht es um die Aspekte der Kooperation und Kommunikation in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Pflege und Medizin unter stationären Rahmenbedingungen. Einführend wird diesbezüglich die derzeitige Situation des Krankenhausgeschehens (vgl. Kapitel 1.1) und der aktuelle Forschungsstand der berufsübergreifenden Zusammenarbeit dargestellt (vgl. Kapitel 1.2). Daran anschließend werden die themenrelevanten Fragestellungen, Thesen und Zielsetzungen der vorliegenden Arbeit erläutert (vgl. Kapitel 1.3) sowie die Untersuchungsmethode vorgestellt (vgl. Kapitel 1.4). Im abschließenden Kapitel 1.5 wird ein Überblick auf den Ablauf der Untersuchung gegeben.
Während es in anderen Wirtschaftsbereichen aufgrund neuer Konzepte der Arbeitsorganisation und veränderten Arbeitsinhalten zu einer Renaissance der Team- bzw. Gruppenarbeit (Lean Production, Total Quality Management, Kaizen) und einer einhergehenden Diskussion der Schlüsselqualifizierung zur Kooperationsfähigkeit kam (vgl. Antoni 2000:S.7; Henning et al.1998:S.16; Spieß 1996:S.114ff; Seyfried 1995:S.15), scheint sich die interdisziplinäre, obligate Zusammenarbeit von Pflegenden und MedizinerInnen nur schwerfällig diesen neuen Vorstellungen zu öffnen (vgl. Cassier-Woidasky 1997:S.46). Aufgrund gesellschaftlicher und gesundheitsökonomischer Veränderungen müssen nunmehr aber die traditionellen Organisationsstrukturen der berufsübergreifenden Zusammenarbeit in Frage gestellt werden, um eine zeitgemäße, effektive und für alle Parteien gleichermaßen befriedigende Arbeitsgestaltung zu erreichen, denn „für das Erleben und Verhalten des Menschen in Organisationen ist es nicht unerheblich, ob Kooperation gelingt oder scheitert“ (von Rosenstiel 1992, zit. n. Spieß 1996:S.228).
1 Einleitung: Stellt das Thema der interdisziplinären Zusammenarbeit vor, definiert die Zielsetzung der Arbeit und erläutert die hermeneutische Untersuchungsmethode.
2 Strukturell-rechtliche Rahmenbedingungen der pflegerisch-ärztlichen Zusammenarbeit im Krankenhaus: Analysiert die historische Entwicklung, die Organisationsstrukturen (Einliniensystem, Funktionspflege) sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und das ärztliche Weisungsrecht.
3 Individuell-sozialisatorische Rahmenbedingungen der pflegerisch -ärztlichen Zusammenarbeit im Krankenhaus: Untersucht die Auswirkungen der unterschiedlichen Ausbildungen, beruflicher Leitbilder und Fachsprachen auf die Zusammenarbeit.
4 Gelingende Kooperation: Definiert zentrale Begriffe wie Kooperation, Gruppe und Team und leitet theoretische Anforderungen für erfolgreiches kooperatives Handeln ab.
5 Gelingende Kooperation unter gegebenen Bedingungen: Zeigt konkrete organisatorische und kommunikative Lösungsansätze wie die Matrix-Organisation und das Primary Nursing Modell auf.
6 Relevanz für die Pflegeausbildung: Transferiert die gewonnenen Erkenntnisse in ein pflegedidaktisches Konzept unter Einbezug von Themenzentrierter Interaktion (TZI) und erfahrungsbezogenem Lernen.
7 Schlussbetrachtung: Vergleicht die Ergebnisse mit den anfänglichen Thesen und zieht ein abschließendes Resümee über die Notwendigkeit von Kommunikations- und Kooperationskompetenzen in der Pflege.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Krankenhaus, Pflege, Medizin, Kooperation, Kommunikation, Patientenorientierung, Pflegeausbildung, Hierarchie, Transaktionsanalyse, Funktionspflege, Primary Nursing, Berufliche Sozialisation, Didaktik, Teamarbeit
Die Arbeit untersucht die problematische interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Medizinern im Krankenhaus und zeigt Wege auf, wie durch bessere Kommunikation und Kooperation die Patientenversorgung verbessert werden kann.
Die zentralen Felder sind die strukturell-rechtlichen Rahmenbedingungen im Krankenhaus, die sozialisatorischen Hintergründe der beteiligten Berufsgruppen sowie kommunikationstheoretische Ansätze zur Verbesserung der Zusammenarbeit.
Das primäre Ziel ist es, ein pflegedidaktisches Konzept zu entwickeln, welches Pflegenden die notwendigen Kompetenzen für eine effiziente interdisziplinäre Kooperation mit der Medizin vermittelt.
Die Arbeit nutzt den hermeneutischen Ansatz als geisteswissenschaftliche Arbeitsweise, um durch Interpretation und Kontextualisierung von Literatur ein tieferes Verständnis des Problemzusammenhangs zu erlangen.
Der Hauptteil analysiert die historischen und organisatorischen Hierarchien, die verschiedenen Sozialisationsprozesse in der Ausbildung, die theoretischen Grundlagen der Kooperation sowie die Anwendung der Transaktionsanalyse zur Verbesserung der Kommunikation.
Wichtige Begriffe sind interdisziplinäre Zusammenarbeit, Krankenhaus, Kooperation, Kommunikation, Patientenorientierung, Transaktionsanalyse und Pflegeausbildung.
Die Funktionspflege verstärkt durch ihre stark hierarchische, tätigkeitsorientierte Struktur die Kommunikationsbarrieren zwischen Pflege und Medizin und begünstigt ein Vermeidungsverhalten bei interdisziplinären Konflikten.
Die Transaktionsanalyse dient als theoretisches Instrument, um misslingende, häufig als "Spiele der Erwachsenen" bezeichnete verdeckte Transaktionen zu analysieren und Wege hin zu offenen Erwachsenen-zu-Erwachsenen-Kommunikationen aufzuzeigen.
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