Diplomarbeit, 2007
181 Seiten, Note: 1,7
1 Überblick
2 Ziele
3 Begriffsbestimmung Tourismuskritik
4 Internationaler Tourismus als System
5 Protagonisten der Tourismuskritik
5.1 Kritiker in den Herkunftsländern
5.2 Kritiker in den Zielländern - die "Bereisten"
5.3 Tätigkeiten der Tourismuskritiker
5.3.1 Arbeitspraxis tourismuskritischer NGOs am Beispiel von respect, iz3w und akte
5.3.2 Zusammenarbeit und Kooperation in der tourismuskritischen Bewegung
6 Chronologische Entwicklung und Richtungen der Tourismuskritik
6.1 Die Anfänge: 50er Jahre
6.2 „Dritte Welt“ und Wachstumsgrenzen: die 60er und 70er Jahre
6.3 Ökobewegte Zeiten und Nachhaltigkeit: die 80er und 90er Jahre
6.4 Alter Wein in neuen Schläuchen?: nach der Jahrtausendwende
7 Inhalte der Tourismuskritik
7.1 Tourismusformen im Zentrum der Kritik
7.1.1 All-inclusive Tourismus
7.1.2 Kreuzfahrttourismus
7.1.3 Golftourismus
7.1.4 Jagd- und Safaritourismus
7.1.5 (Kinder)Sextourismus
7.2 Menschenrechte, Marginalisierte und "Indigene" - unter die Räder geraten?
7.3 Negative Folgen der globalen Tourismusentwicklung
7.3.1 Auf ökologischer Ebene
7.3.2 Auf sozioökonomischer Ebene
7.3.3 Auf soziokultureller Ebene
8 Handlungsansätze
Exkurs: Optionen für zukunftsfähigen Tourismus
8.1 Ethik im Tourismus als (theoretische) Verhaltensgrundlage
8.2 Ansätze mit Schwerpunkt auf der ökologischen Ebene
8.2.1 "Sanfter Tourismus" und "Ökotourismus"
8.2.2 Freiwillige "Klimakompensation": Atmosfair und Co.
8.2.3 Alternative Verkehrsmittel
8.3 Ansätze mit Schwerpunkt auf der sozioökonomischen Ebene
8.3.1 Einbezug der externen Kosten
8.3.1.1 Verbesserte Bilanzierung und Statistik im Tourismus
8.3.2 Konferenzen und Erklärungen: Selbstverpflichtungen, Ethikkodizes und Co.
8.3.3 Partizipation von Bereisten/Bevölkerung
8.3.4 Labels: grüne Koffer und blaue Flaggen
8.3.5 Reisekonto
8.4 Ansätze mit Schwerpunkt auf der soziokulturellen Ebene
8.4.1 "Alternativtourismus"
8.4.2 "Ghettoisierung", Isolierung und Konzentration des Tourismusaufkommens
8.4.3 Künstliche Ferienwelten: Center Parcs und Co.
8.4.4 Touristenisolierung
8.5 Übergreifende, "integrale" Ansätze
8.5.1 "Reiseführerschein"
8.5.2 Fairer Handel im Tourismus
8.5.3 "Reisestern"
8.5.4 Qualifizierung und Reiseerziehung
9 Hindernisse der Umsetzung tourismuskritischer Forderungen
9.1 Falsche "Gesinnung“ und fehlender „politischer Wille“?
9.2 Sachzwänge und technische Grenzen
9.2.1 Tourismus im Freihandelsabkommen GATS
9.2.2 (Tourismus)Politische Rahmenbedingungen
9.2.3 Mobilität und (Flug)Verkehr
9.2.4 Wachstumszwang, Marktmacht und Konzentration der Reisekonzerne
9.3 Tourismus im freien Welthandel - neue Ungerechtigkeit und Neokolonialsimus?
9.3.1 Schuldenpolitik und die Abhängigkeit von „Entwicklungsländern“
9.3.2 Marktöffnung, Investoren und Spekulanten
9.3.3 Süd-Nord-Reisen und Migration - Fremde nur in der Fremde erwünscht?
9.4 Gesellschaftliche Ausgangsbedingungen der touristischen Herkunftsländer
9.4.1 Das "Fehlverhalten" der Reisenden
9.4.1.1 Reisemotivation und Tourismusnachfrage
9.4.1.2 Reiseverhalten
9.4.2 Medien und Werbung - Anheizer und Desinformierer?
9.4.3 Desintegration der Lebensbereiche und die Trennung von Subjekt und Objekt
10 Wirksamkeit der Tourismuskritik: eine Erfolgsgeschichte?
10.1 Macht verträglicher Tourismus Fortschritte?
10.2 Zukunft: Agenda und Chancen der Tourismuskritik
11 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht das Phänomen Tourismuskritik als kritische Reflexion des globalen Tourismusgeschehens. Ziel ist es, die vielfältigen, oft unübersichtlichen Strömungen tourismuskritischer Ansätze zu ordnen, ihre Akteure und Lösungsansätze vorzustellen und die Wirksamkeit tourismuskritischer Forderungen kritisch zu hinterfragen, um einen Beitrag zu einer zukunftsfähigeren Gestaltung des Reisens zu leisten.
Die Sicht der „Bereisten“
Es erscheint nicht verwunderlich, dass die geistige Grundhaltung bei den Tourismuskritikern des Südens im Allgemeinen stärker kulturkritisch und stärker gegen das westliche Kultur- und Entwicklungsmodell gerichtet ist. Den Betroffenen zeigen sich negative Tourismusauswirkungen unmittelbar vor Augen. Beispielhaft seien hier einige der „10 Thesen zum Tourismus“ von Paul Gonsalves (EQUATIONS-Gründer und Asiendirektor der ECTWT/ECOT), die Veranstaltern und Touristen auf der ITB 1986 präsentiert wurden, wiedergegeben:
1. Der Nutzen soll uns auch in Form von Kontrolle und Eigentum zugute kommen.
2. Wir erkennen das Recht auf Erholung und Freizeit an. Unser Recht auf unsere Lebensweise und Privatsphäre ist jedoch wichtiger.
3. Wir heißen alle willkommen, die unsere Würde respektieren und bereit sind, sich anzupassen
…
5. Investitionen in Flughäfen und Transportwege bedeuten weniger Geld für Schulen und Gesundheitsversorgung.
6. Wir fordern Geschäftspraktiken nach ethischen Grundsätzen und nicht den Missbrauch überlegener Wirtschaftsmacht (zit. n. GNR (Hrsg.) 1991, S.77 f.)
1 Überblick: Diese Einleitung skizziert den normativen Ansatz der Arbeit, der von einer derzeit nicht zukunftsfähigen Entwicklung im globalen Tourismus ausgeht und die methodische Herangehensweise über Literaturanalyse und Experteninterviews erläutert.
2 Ziele: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die kritische Reflexion des weltweiten Tourismusgeschehens zu ordnen und bestehende Widersprüche zwischen touristischem Wachstum und Nachhaltigkeitsforderungen zu untersuchen.
3 Begriffsbestimmung Tourismuskritik: Hier wird der Begriff Tourismuskritik als Gesamtheit aller schriftlich und mündlich hervorgebrachten Äußerungen definiert, die Schwachstellen, Fehler und negative Begleiterscheinungen des Tourismus mit dem Ziel der Verbesserung oder Veränderung adressieren.
4 Internationaler Tourismus als System: Dieses Kapitel führt das System Tourismus als ein institutionelles Schema von Akteuren ein, um tourismuskritische Kritikformen von lokalem Protest bis hin zu globalen Abkommen gedanklich einzuordnen.
5 Protagonisten der Tourismuskritik: Hier werden die verschiedenen Akteure, von Einzelpersonen wie Publizisten und Wissenschaftlern bis hin zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und kirchlichen Institutionen, in ihrer heterogenen Zusammensetzung und ihren unterschiedlichen Ansätzen vorgestellt.
6 Chronologische Entwicklung und Richtungen der Tourismuskritik: Ein historischer Abriss der Tourismuskritik über die letzten 50 Jahre, unterteilt in Phasen wie die Anfänge der 50er Jahre, die Kritik der 60er/70er Jahre, die ökobewegten 80er/90er Jahre bis hin zur aktuellen Debatte nach der Jahrtausendwende.
7 Inhalte der Tourismuskritik: Dieser Hauptteil analysiert konkrete Tourismusformen wie All-inclusive, Kreuzfahrten, Golf- und Jagdtourismus sowie Auswirkungen auf Menschenrechte, Indigene und die ökologische/sozioökonomische Ebene.
8 Handlungsansätze: Eine systematische Darstellung verschiedener Lösungsstrategien, unterteilt in ökologische, sozioökonomische und soziokulturelle Ansätze sowie integrierte Konzepte zur Verbesserung des Tourismus.
9 Hindernisse der Umsetzung tourismuskritischer Forderungen: Dieses Kapitel analysiert die Hemmnisse, die einer Umsetzung zukunftsfähiger Tourismuskonzepte entgegenstehen, wie politische Interessen, Machtkonzentrationen, globale Handelsabkommen und das individuelle Verhalten der Reisenden.
10 Wirksamkeit der Tourismuskritik: eine Erfolgsgeschichte?: Eine kritische Bilanz, die hinterfragt, ob die Tourismuskritik tatsächlich Fortschritte erzielt hat oder ob ihre Forderungen in Rhetorik und Greenwashing-Strategien der Tourismusindustrie untergehen.
11 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass pragmatische Ansätze allein nicht ausreichen und plädiert für eine tiefgreifendere Bewusstseinsänderung sowie für Humor und Satire als neue Wege in der tourismuskritischen Öffentlichkeitsarbeit.
Tourismuskritik, Nachhaltigkeit, Massentourismus, Ökotourismus, NGOs, Globale Gerechtigkeit, Neokolonialismus, GATS, Fairer Handel, Reiseverhalten, System Tourismus, Zukunftsfähiges Reisen, Soziokulturelle Auswirkungen, Ökologische Belastung.
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen Tourismuskritik. Sie analysiert, wie in wissenschaftlichen und journalistischen Diskursen die problematischen Strukturen und Auswirkungen des globalen Tourismus hinterfragt und bewertet werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kritik an Tourismusformen (wie All-inclusive oder Kreuzfahrten), der Rolle der Akteure (NGOs, Betroffene), den ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen sowie konkreten Handlungsansätzen für eine zukunftsfähigere Tourismusentwicklung.
Das Ziel ist es, einen Überblick über die europäische deutschsprachige Tourismuskritik zu verschaffen, deren heterogene Ansätze zu ordnen, die dahinterstehenden Protagonisten vorzustellen und Lösungsstrategien kritisch auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer diskursiven Auswertung einschlägiger Literatur sowie auf qualitativ-empirischen Daten aus Experteninterviews mit Repräsentanten tourismuskritischer Nichtregierungsorganisationen.
Im Hauptteil werden die Akteure der Tourismuskritik, die historische Entwicklung, die inhaltliche Kritik an spezifischen Tourismusformen, konkrete Handlungsansätze (z.B. Labels, Reisekonto) sowie die Hindernisse bei der Umsetzung dieser Forderungen analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Tourismuskritik, Nachhaltigkeit, Massentourismus, Ökotourismus, NGOs, Neokolonialismus, GATS, Fairer Handel und Reiseverhalten.
Der Begriff bezieht sich auf die von Tourismusentwicklungen betroffenen Bevölkerungen in den Zielländern. Tourismuskritik fordert, dass diese "Bereisten" nicht nur Objekte touristischer Inszenierungen bleiben, sondern als Subjekte über ihre eigene Entwicklung mitbestimmen können.
Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit ist es, auch die "Kritik an der Tourismuskritik" zu beleuchten, da es innerhalb der tourismuskritischen Bewegung selbst inhaltliche Sackgassen und unterschiedliche "Lager" (Pragmatiker vs. Fundamentalkritiker) gibt, die den Erfolg der Bewegung beeinflussen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

