Bachelorarbeit, 2006
50 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Generationsforschung
2.1.1 Definition des Begriffs 'Generation' und Kritikpunkte
2.1.2 Revolutionäre Generationen
2.1.3 Minderheitenprägung
2.1.4 Fremdwahrnehmung und Selbstreferentialität
2.1.5 Die Generation der 68er in Deutschland
2.1.6 Zusammenfassung
2.2 Autobiographische Texte in der Geschichtswissenschaft
2.2.1 Autobiographie oder Selbstzeugnis?
2.2.2 Persönlichkeitskonzepte im arabischen Kulturraum
2.2.3 Palästinensische Selbstzeugnisse nach 1948
2.2.4 ‚Weibliche’ Selbstzeugnisse
2.3 Palästinensische Selbstzeugnisse am Beispiel von Leila Khaleds Mein Volk soll leben; Hanan Ashrawis Ich bin in Palästina geboren und Fawaz Turkis The Disinherited
2.3.1 Textauswahl
2.3.2 Begründung der Textauswahl
3. Die ausgewählten Selbstzeugnisse im Kontext der historischen Entwicklung von 1948 bis 1970
3.1 Die Vertreibung 1948 und der Beginn der palästinensischen Freiheitsbewegung
3.1.1 „Palästinensisches Bewusstsein“ für Geschichte und Politik
3.1.2 Gründung von al-Fatah und PLO
3.2 Der Juni-Krieg 1967 und die Folgen
3.2.1 Niederlage und Demütigung
3.2.2 Die PFLP und der Guerilla-Kampf
3.3 Der Zerfall der palästinensischen Revolution
3.3.1 „Der schwarze September“ in Jordanien
3.3.2 Marxistische Ideologie und das Scheitern von Bewusstseinsgenerierung
4. Identität und Generation der Palästinensischen 67er
4.1 ‚Generation’ als Konstruktion des kollektiven Gedächtnisses
4.2 Palästinensische Identität – Palästinenser-Sein
4.3 Die Palästinensische 67er Generation
4.4 Moderne und Feminismus
4.5 Die deutschen 68er und die palästinensischen 67er im Vergleich
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob ein historisches Konstrukt als "palästinensische 67/68er Generation" existiert, indem sie die Selbstdefinitionen von Zeitzeugen anhand dreier autobiografischer Texte analysiert und in den historischen Kontext der palästinensischen Geschichte zwischen 1948 und 1970 sowie in einen internationalen Vergleich setzt.
3.1.2 Gründung von al-Fatah und PLO
Nach dem Zerfall der VAR 1961 wurde immer deutlicher, dass die offizielle Politik der arabischen Staaten sich der Sache der Palästinenser nicht annehmen würde. Es gab Bemühungen eine eigene politische Vertretung zu etablieren, um die Situation in der die Palästinenser lebten, nach außen zu tragen und aktiv auf eine Veränderung hinzuarbeiten.
1959 wurde al-Fatah von Yassir Arafat, Abu Iyad und Abu Jihad gegründet. Sie stellte die erste erfolgreiche palästinensische Befreiungsorganisation dar, die in der Lage war über die Jahre eine größere Anhängerschaft um sich zu versammeln.
Im Gründungsdokument der Fatah werden die wichtigsten sieben Punkte aufgeführt, welche die Ziele der Organisation verdeutlichten (Auszug):
“1. Fatah, the Palestine National Liberation Movement, is the expression of the Palestine people and of its will to free its land from Zionist colonisation in order to recover its national identity.
3. Fatah, the Palestine National Liberation Movement, rejects any solution that does not take account of the existence of the Palestinian people and its right to dispose of itself.
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die zentrale Fragestellung, ob es eine palästinensische 67/68er Generation gibt und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand von drei autobiografischen Texten.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel etabliert eine theoretische Basis für die Generations- und Selbstzeugnisforschung, um die untersuchten Werke in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen.
3. Die ausgewählten Selbstzeugnisse im Kontext der historischen Entwicklung von 1948 bis 1970: Das Kapitel verknüpft die Lebensgeschichten der Autoren mit historischen Schlüsselereignissen wie der Vertreibung 1948 und dem Juni-Krieg 1967.
4. Identität und Generation der Palästinensischen 67er: Hier wird die Identitätskonstruktion der Generation analysiert, die Rolle des Feminismus beleuchtet und ein Vergleich zur deutschen 68er-Generation gezogen.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die langfristige Bedeutung und das weitere Schicksal der Akteure der 67er-Generation.
Generation, Palästina, 67er Generation, Autobiografie, Selbstzeugnis, Identität, Revolution, Freiheitskampf, Juni-Krieg, 1967, al-Fatah, PFLP, Exil, Widerstand, Feminismus
Die Arbeit untersucht, ob und wie man von einer palästinensischen "67/68er Generation" sprechen kann, indem sie die Selbstverständnisse palästinensischer Akteure in autobiografischen Texten analysiert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Generationsforschung, der Bedeutung palästinensischer Selbstzeugnisse für die Geschichtsschreibung, der historischen Entwicklung von 1948 bis 1970 sowie dem Vergleich mit der globalen 68er-Bewegung.
Ziel ist es, eine Definition für eine "palästinensische 67er Generation" zu finden, die auf dem kollektiven Erleben und der anschließenden Deutung politischer Ereignisse durch die Protagonisten basiert.
Die Autorin wählt einen qualitativ-empirischen Ansatz, bei dem autobiografische Texte von Leila Khaled, Hanan Ashrawi und Fawaz Turki in Bezug auf Identität und Generationszugehörigkeit untersucht werden.
Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Rahmen von 1948 bis 1970, der Gründung von Befreiungsorganisationen, der Bedeutung des Juni-Krieges 1967 und der ideologischen Konstruktion von Identität innerhalb dieser Generation.
Zentrale Begriffe sind Generation, Identität, Revolution, Exil, Widerstand und der palästinensische Kontext der 1960er Jahre.
Er gilt als das Ereignis, das die Radikalisierung und Politisierung der palästinensischen Generation entscheidend prägte und als gemeinsamer Ausgangspunkt für ihr kollektives Bewusstsein fungierte.
Während bei den deutschen 68ern die Auseinandersetzung mit der "Tätergeneration" und das Erbe des Nationalsozialismus im Fokus stand, war die palästinensische Generation durch die Erfahrung von Exil, Vertreibung und den Wunsch nach nationaler Selbstbestimmung geprägt.
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