Fachbuch, 2007
260 Seiten
Einführung
Buebs Missbrauch der Disziplin
Plädoyer für eine personale Erziehung
Störungen und Stärken
Was sind Kinderstärken?
Goethes Erziehungsempfehlung
Stärkenentwicklung durch Grundbedürfnisbefriedigung
Vier grundlegende Erziehungsaufgaben
Ein übergeordnetes Erziehungsziel
Das Grundmodell einer stärkenorientierten Erziehung
1 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Bindung befriedigen
Drei wichtige Grundbegriffe der Bindungstheorie
Zur Bedeutung elterlicher Feinfühligkeit
Weitere Elternfähigkeiten, die Bindungssicherheit fördern
Vier unterschiedliche Bindungsstile
Eine gefühlsbezogene Gesprächskultur aufbauen und pflegen
Verbindliche Regeln aushandeln
Die Selbstbestimmungsmöglichkeiten des Jugendlichen fördern
Zur „privaten Bindungstheorie“ von Kindern und Jugendlichen
Stärken von sicher gebundenen Kindern und Jugendlichen
Zusammenfassung
2 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Kontrolle und Orientierung befriedigen
Das Kontrollbedürfnis des Kindes befriedigen
Kinder zur Selbständigkeit erziehen
Selbstbestimmtes Lernen unterstützen
Interessen fördern
Das Orientierungsbedürfnis des Kindes befriedigen
Grenzen setzen
Orientierungsfähigkeiten aufbauen
Zusammenfassung
3 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz befriedigen
Kinder selbstwertdienlich erziehen
Dem Kind uneingeschränkte Wertschätzung zeigen
Selbstwertbedrohliche Situationen gemeinsam meistern
Das Selbstwertgefühl des Kindes stärken
Mit kindlicher Selbstüberschätzung richtig umgehen
Kinder zur angemessenen Selbstwerterhöhung erziehen
Wie Kinder und Jugendliche zu guten Selbstwertschützern werden können
Zusammenfassung
4 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Lustgewinn und Unlustvermeidung befriedigen
Wie Kinder nach Unlustvermeidung und Lustgewinn streben
Gründe für die Vernachlässigung von positiven Gefühlen
Das „Gute“ an positiven Emotionen
Lustgewinn, Unlustabbau und Stärkenentwicklung beim Spiel und anderen kreativen Tätigkeiten
Wie können Eltern zur Entwicklung einer positiven Emotionalität ihrer Kinder beitragen?
Der Lustgewinn kann nicht grenzenlos sein
Zusammenfassung
5 Entwurf eines neuen Erziehungsmodells
Grundpfeiler des neuen Erziehungsmodells
Hierarchischer Modellaufbau
Stärkenorientierte Erziehungsplanung
6 Zur Praxis einer stärkenorientierten Erziehung
Stärkennutzung und Stärkenentwicklung
Aktivierung verfügbarer Stärken
Zur besseren Nutzung nicht optimal genutzter Stärken
Nutzbarmachung nicht wahrgenommener Stärken
Nutzbarmachung anderer nicht wahrgenommener Stärken
Stärkenentwicklung
Stärkende Umweltmöglichkeiten nutzen
Stärkung durch Eltern
Stärkung durch Geschwister
Stärkung von Geschwisterbeziehungen durch Rivalitätsabbau
Stärkung durch (Ur-)Großeltern
Stärkung durch Gleichaltrige
Stärkung durch Freunde
Stärkungsmöglichkeiten des erweiterten sozialen Netzwerks
Stärkung durch Haustiere
Stärkung durch „Konsumentenerziehung“
Was Kinder außerdem stärkt
Die Stärkungschancen für Kinder sind gesellschaftlich höchst ungleich verteilt
7 Ausblick
Das Ziel der Arbeit ist es, einen Leitfaden für eine stärkenorientierte Erziehung vorzulegen, der Eltern dabei unterstützt, ihre Kinder auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten, indem ihre psychischen Grundbedürfnisse angemessen befriedigt und sie in ihrer Stärkenentwicklung gefördert werden.
Die „Sprache“ des Säuglings verstehen lernen.
Der Säugling meldet der Bindungsperson zurück, ob ihr Fürsorgeverhalten bei ihm die gewünschte Wirkung erzielt hat. Sie kann also aus seinen Reaktionen ablesen, ob er sich von ihr „verstanden“ fühlt. Bekommt die Mutter eine negative Antwort, indem das Baby sich zum Beispiel von ihr abwendet, sich in ihrem Arm „steif“ macht, quengelt, weint oder verstärkte Unruhe zeigt, dann will es damit mitteilen, dass ihr Fürsorgeangebot nicht das gewünschte war, sondern bei ihm weiterhin unangenehme Empfindungen bestehen.
Um feinfühlig auf das Bindungsbedürfnis und andere Bedürfnisse des kleinen Kindes antworten zu können, müssen Eltern also auch lernen, seine „Sprache“ richtig zu deuten. Bei auftretenden Deutungsschwierigkeiten (Muss die Windel gewechselt werden? Hat das Baby Hunger? Ist ihm kalt? Will es schmusen? Ist es müde?) wird ihnen dann oft nichts anderes übrig bleiben, als verschiedene Fürsorgeangebote nacheinander auszuprobieren. Eine feinfühlige Bindungsperson kann schließlich an der Reaktion des Babys erkennen, ob das Passende gefunden worden ist oder ob weiter „gesucht“ werden muss. Und je besser sie sich in den Säugling einfühlen kann, desto treffsicherer wird sie mit der Zeit darin werden, das jeweils Richtige rauszufinden.
1 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Bindung befriedigen: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Bindungstheorie und die essenziellen Elternfähigkeiten wie Feinfühligkeit, um eine sichere Bindungsbasis zu schaffen.
2 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Kontrolle und Orientierung befriedigen: Es wird dargelegt, wie Eltern durch Selbständigkeitsförderung und konsequente Grenzsetzungen das Kontroll- und Orientierungsbedürfnis befriedigen können.
3 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz befriedigen: Das Kapitel behandelt Strategien, wie Eltern durch Wertschätzung und Unterstützung in schwierigen Situationen das Selbstwertgefühl des Kindes stärken können.
4 Erziehungsaufgabe: Das Bedürfnis des Kindes nach Lustgewinn und Unlustvermeidung befriedigen: Hier liegt der Fokus auf der Bedeutung von Spielfreude, positiven Emotionen und der "Kultivierung" eines anregenden Familienklimas.
5 Entwurf eines neuen Erziehungsmodells: Der Autor führt ein neues, hierarchisch aufgebautes Erziehungsmodell ein, das die vorgestellten Grundbedürfnisse zur Förderung des biopsychosozialen Wohlbefindens integriert.
6 Zur Praxis einer stärkenorientierten Erziehung: Dieses Kapitel bietet konkrete Anleitungen und Praxisbeispiele, wie Eltern vorhandene Stärken aktivieren und durch Umweltmöglichkeiten (wie Haustiere oder Netzwerke) weiterentwickeln können.
7 Ausblick: Der Autor resümiert die Bedeutung eines ressourcenorientierten Erziehungsansatzes und ermutigt Eltern, dieses Wissen im Alltag anzuwenden.
Stärkenorientierte Erziehung, Bindungstheorie, Psychische Grundbedürfnisse, Feinfühligkeit, Selbstwirksamkeit, Selbstwerterhöhung, Positive Emotionalität, Erziehungskompetenz, Familienklima, Bindungssicherheit, Orientierungshilfen, Ressourcenorientierung, Kindliche Entwicklung, Erziehungsplanung, Selbstbestimmung.
Die Arbeit bietet einen Leitfaden für eine stärkenorientierte Kindererziehung, die auf der Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse basiert.
Die zentralen Themen sind Bindung, Kontrolle/Orientierung, Selbstwert und der Umgang mit Lustgewinn bzw. Unlustvermeidung im Erziehungsalltag.
Das übergeordnete Ziel ist die Förderung des biopsychosozialen Wohlbefindens des Kindes, damit es gut auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet ist.
Der Autor stützt sich auf psychologische Grundlagenforschung, insbesondere auf Bindungstheorien, die Bedürfnispsychologie und Ansätze der Positiven Psychologie.
Im Hauptteil werden detailliert vier Erziehungsaufgaben definiert und praxisnahe Strategien vorgestellt, wie Eltern diese durch Feinfühligkeit, Grenzsetzung und Stärkenförderung meistern können.
Sie zeichnet sich durch einen Fokus auf die Fähigkeiten des Kindes aus, anstatt Kinder einseitig auf ihre Probleme oder Defizite zu reduzieren.
Dies beschreibt eine väterliche Art der Unterstützung, die eher die Neugier und die Bewältigung von neuen, anspruchsvollen Situationen fördert, während Mütter oft eher eine gewährende Feinfühligkeit zeigen.
Es illustriert, wie Eltern die "Zone der nächsten Entwicklung" nutzen können, um durch gemeinsame Projekte selbstbestimmtes Lernen und Kontrollerfahrungen bei ihrem Kind zu fördern.
Enge Freunde zeichnen sich durch vertrauliches Teilen von Geheimnissen und starke gegenseitige Zuneigung aus, während gute Freunde eher Mitglieder der Peer-Gruppe im Schulalltag sind.
Sie bietet dem Kind einen privaten Rückzugsraum, in dem es unabhängig von elterlicher Kontrolle oder Beobachtung zur Ruhe kommen und seine Identität entwickeln kann.
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