Diplomarbeit, 2007
77 Seiten, Note: 2,3
1. Ziel der Arbeit
1.1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
1.2 Objektivität. Der Versuch einer Definition
1.3 Definition Medien
1.4 Definition Beeinflussung
2. Medien als vierte Gewalt?
2.1 Pressefreiheit
2.1.1 Innere Pressefreiheit
2.1.2 Einschränkung der Pressefreiheit durch staatliche Institutionen
2.1.3 Zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland
2.1.4 Zur Lage der Pressefreiheit in Venezuela
2.1.5 Zur Lage der Pressefreiheit in Sierra Leone
2.2 Informantenschutz
2.2.1 Informantenschutz in Deutschland
2.2.2 Informantenschutz in den USA
3. Journalismus
3.1 Definition Journalismus
3.2 Presse Kodizes
3.2.1 Pressekodex des Deutschen Presserats
3.2.2 Hambacher Appell
3.3 Aufgaben des Journalismus
3.4 Journalistische Arbeitsfelder
4. Public Relations
4.1 Definition Public Relations
4.2 Public Relations Kodizes
4.2.1 Code d' Athènes
4.2.2 Code de Lisbonne
4.3 Aufgaben der Public Relations
4.4 Instrumente der Public Relations
4.4.1 Pressemitteilungen
4.4.2 Pressekonferenzen
4.4.3 Hintergrundgespräche
4.4.4 Agenda Setting
4.4.5 Agenda Cutting
4.4.6 Agenda Surfing
4.5 Intakte Presselandschaft vs. Legalisierung von Product Placement
5. Beziehungsstrukturen von Journalismus und Public Relations
5.1 Determinationsmodell
5.2 Intereffikationsmodell
5.3 Gemeinsamkeiten von Journalismus und Public Relations
5.4 Unterschiede von Journalismus und Public Relations
6. Ursachen möglicher Beeinflussung objektiver Berichterstattung
6.1 Marktversagen der Medien?
6.2 Druck der Inserenten
6.3 Politische Einflussnahme
6.4 Monopolbildung im Medienbereich
6.5 Die Komponente Zeit
6.6 Die Gefahr der Falschinformation
6.7 Nachrichtenagenturen
6.8 Ethische Richtlinien und Political Correctness
6.9 Vorlieben des Zielpublikums
7. Finanzanleger investieren in Medien. Steht das Ende der journalistischen Unabhängigkeit auf dem Spiel?
7.1 Tendenzschutz
7.2 Wall Street Journal
7.3 BV Deutsche Zeitungsholding
7.4 ProSieben-Sat.1
7.5 Süddeutsche Zeitung
8. Ein Blick über den Tellerrand. Die Situation im Ausland.
8.1 China
8.2 Russland
9. Fazit und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten und Mechanismen der Beeinflussung objektiver Berichterstattung durch Medien. Ziel ist es, die komplexen Abhängigkeiten zwischen Journalismus, Public Relations, wirtschaftlichen Interessen und staatlichen Einflüssen zu analysieren.
1.2 Objektivität – der Versuch einer Definition
Schopenhauer formulierte es wie folgt: „Die Welt ist meine Vorstellung“ ist ein Satz, den Jeder als wahr erkennen muß, sobald er ihn versteht, wenn gleich nicht ein solcher, den jeder versteht sobald er ihn hört.
Schopenhauer beschreibt damit, was der Duden als Objektivität definiert, Sachlichkeit und Vorurteilslosigkeit, als nicht erreichbar. Er vertritt somit die Auffassung des radikalen Konstruktivismus, der generell die menschliche Fähigkeit bestreitet, objektive Realität zu erkennen und dies unter anderem damit ausdrückt, beziehungsweise erklärt, dass sich jeder Einzelne seine wahrnehmungsbasierte subjektive Realität im eigenen Kopf "konstruiert". Dieser Argumentation folgend wird das Individuum auf die Rolle des Beobachters reduziert.
Kann es also gar keine objektive Berichterstattung geben? Ist es schlicht nicht möglich, objektiv zu urteilen und folgt daraus zwingend eine subjektive Berichterstattung? Kann Ausgewogenheit der Berichterstattung mit Objektivität gleichgesetzte werden?
Grundsätzlich teilt der Autor die Ansicht, dass weder das Individuum, noch ein Kollektiv in der Lage ist, die „objektive Wirklichkeit – in ihrer komplexen Gesamtheit“, z. B. alle Aspekte eines Sachverhaltes, zu erfassen. Im Kontext der Betriebswirtschaftslehre betrachtet, lässt diese Ansicht nachvollziehen. Denn auch dort gibt es in einem Markt, der dem Monopol graduell antonym gegenüber steht, nur schwerlich den Zustand der „vollständigen Information“. Problematisch bei der objektiven Darstellung eines Sachverhalts ist darüber hinaus auch die Wahl der Formulierungen. Denn auch kognitive Fähigkeiten, wie die sprachliche Kompetenz, sind durch individuelle Sozialisationsprozesse beeinflusst. Dass zur Darstellung eines Sachverhalts immer ein Ausschnitt aus der Gesamtheit der Informationen gewählt werden muss, zeigt deutlich das Dilemma, in dem sich der berichtende Journalist befindet. Jede Art der Selektion impliziert eine – immer subjektive – Gewichtung.
1. Ziel der Arbeit: Einführung in die Thematik der objektiven Berichterstattung und Definition grundlegender Begriffe wie Medien und Beeinflussung.
2. Medien als vierte Gewalt?: Untersuchung der Rolle der Pressefreiheit, staatlicher Einschränkungen und der Bedeutung des Informantenschutzes.
3. Journalismus: Überblick über journalistische Definitionen, ethische Kodizes, Aufgaben und Arbeitsfelder.
4. Public Relations: Analyse der PR-Definitionen, Kodizes, Instrumente und der Interaktion mit journalistischen Inhalten.
5. Beziehungsstrukturen von Journalismus und Public Relations: Darstellung der theoretischen Modelle (Determination, Intereffikation) sowie der Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Bereiche.
6. Ursachen möglicher Beeinflussung objektiver Berichterstattung: Analyse externer Einflussfaktoren wie Inserentendruck, Zeitmangel, Monopolbildung und politische Einflussnahme.
7. Finanzanleger investieren in Medien. Steht das Ende der journalistischen Unabhängigkeit auf dem Spiel?: Untersuchung der Auswirkungen von Renditedruck und Investoreninteressen auf die redaktionelle Freiheit an verschiedenen Fallbeispielen.
8. Ein Blick über den Tellerrand. Die Situation im Ausland.: Betrachtung der Mediensituation unter restriktiven politischen Bedingungen in China und Russland.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Zukunft der journalistischen Recherche und zur Balance zwischen Information und Unterhaltung.
Objektivität, Journalismus, Public Relations, Pressefreiheit, Medienmanipulation, Intereffikation, Agenda Setting, Product Placement, Mediensystem, Inserentendruck, investigative Recherche, Nachrichtenagenturen, Meinungsmache, Medienmarkt, Medienethik
Die Arbeit untersucht, inwieweit die objektive Berichterstattung von Medien durch externe Faktoren wie wirtschaftlichen Druck, Public Relations und politische Interessen beeinflusst wird.
Die zentralen Felder umfassen die journalistische Unabhängigkeit, die symbiotische und teilweise parasitäre Beziehung zwischen Journalismus und PR sowie die Auswirkungen globaler Finanzinvestitionen auf die Medienlandschaft.
Das Ziel ist es, einen aktuellen und umfassenden Überblick über die Möglichkeiten und Ausprägungen der Beeinflussung objektiver Berichterstattung durch Medien zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Untersuchung aktueller Fallbeispiele aus der Medienwirtschaft, ergänzt um die Auswertung relevanter Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rollen von Journalismus und PR, die Ursachen für Beeinflussbarkeit (wie Zeitnot oder Inserentendruck) sowie eine detaillierte Betrachtung des Einflusses von Finanzinvestoren und staatlicher Kontrolle im In- und Ausland.
Schlüsselbegriffe wie Objektivität, Medienmanipulation, Intereffikationsmodell, Agenda Setting und Pressefreiheit bilden das theoretische Gerüst der Untersuchung.
Der Autor stellt fest, dass PR-Aktivitäten massiv zunehmen und der Journalismus zunehmend Gefahr läuft, durch die Übernahme vorgefertigter Informationen seine Gatekeeper-Funktion zu verlieren.
Diese Beispiele verdeutlichen, wie staatliche Institutionen die Medien durch Zensur, Druck und direkten Eingriff in redaktionelle Abläufe zu verkündigungsorientierten Machtinstrumenten degradieren.
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