Bachelorarbeit, 2007
49 Seiten, Note: 2,5
1 Wandel der Familie
1.1 Von der vorindustriellen zur bürgerlichen Kleinfamilie
1.2 Demographischer Wandel
1.2.1 Eheschließung und Scheidung
1.2.2 Geburtenentwicklung
1.2.3 Altersaufbau der deutschen Bevölkerung
1.3 Vorläufiges Fazit
2 Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2.1 Wandel der Rolle der Frau
2.2 Die Problematik
2.3 Das deutsche Ernährermodell
2.4 Arbeitsmarktpolitik
2.5 Kinderbetreuung in Deutschland, Frankreich und Schweden
2.6 Familienpolitik
2.7 Die wichtigsten familienpolitischen Leistungen im Überblick
3 Theoretische Erklärungsansätze
3.1 Die Individualisierungsthese nach Ulrich Beck
3.2 Die ökonomische Theorie der Familie
4 Bewertung der staatlichen Familienleistungen
4.1 Das Rentensystem
4.2 Das Elterngeld im Vergleich zum Erziehungsgeld
4.3 Die Kinderbetreuung
5 Fazit und Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und untersucht, welche gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen notwendig sind, um diese Vereinbarkeit zu gewährleisten und den Geburtenrückgang zu adressieren.
3.1 Die Individualisierungsthese nach Ulrich Beck
Beck geht davon aus, dass sich innerhalb der Moderne, in allen wohlhabenden, westlichen Industrienationen, ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat, der bis heute andauert.
„In dessen Verlauf die Menschen aus den Sozialformen der industriellen Gesellschaft – Klasse, Schicht, Familie, Geschlechtslage von Männern und Frauen – freigesetzt werden, ähnlich wie sie im Laufe der Reformation aus der weltlichen Herrschaft der Kirche in die Gesellschaft entlassen wurden.“85
Er knüpft damit an einen Ansatz an, den Georg Simmel, Emile Durkheim und Max Weber bereits Anfang dieses Jahrhunderts beschrieben haben. Diese erste Phase der Individualisierung, die mit dem Einsetzen der Industrialisierung begann und sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts fortsetzte, beschränkte sich im Wesentlichen auf die Männer. Frauen dagegen durchliefen in dieser Zeit den gegenteiligen Weg, hin zur „Entindividualisierung“, indem sie zunehmend auf den Haushalt verwiesen und aus dem Arbeitsleben verdrängt wurden.86 Es entstand eine neue Form der gegenseitigen Abhängigkeit. Die Frau war abhängig vom Verdienst ihres Ehemannes, der Mann wiederum war auf die häusliche Versorgung durch seine Ehefrau angewiesen. So setzte sich nach Beck-Gernsheim der „Zwang zur Solidarität, der die vorindustrielle Familie kennzeichnete, […] in modifizierter Form fort.“87
1 Wandel der Familie: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der Familie von der vorindustriellen Zeit bis zur modernen Kleinfamilie und beleuchtet die damit einhergehenden demographischen Entwicklungen wie Geburtenrückgang und verändertes Heiratsverhalten.
2 Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Hier wird die Problematik der Doppelbelastung von Frauen durch den Wandel ihrer Rolle und die anhaltende Orientierung am deutschen Ernährermodell in Politik und Arbeitsmarkt untersucht.
3 Theoretische Erklärungsansätze: Dieses Kapitel liefert einen theoretischen Rahmen zur Erklärung des Familienwandels und des Geburtenrückgangs durch die Individualisierungsthese von Ulrich Beck sowie die ökonomische Theorie der Familie nach Gary S. Becker.
4 Bewertung der staatlichen Familienleistungen: Eine kritische Analyse der Wirksamkeit staatlicher Instrumente wie des Rentensystems, des Elterngelds und der Kinderbetreuung hinsichtlich ihres Einflusses auf die Fertilitätsentscheidung.
5 Fazit und Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit gesamtgesellschaftlicher Reformen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Vereinbarkeit, Familie, Beruf, Frauen, Geburtenrückgang, Ernährermodell, Kinderbetreuung, Individualisierung, Demographie, Elterngeld, Rentensystem, Humankapital, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, Lebensformen.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland begegnen, und untersucht die Hintergründe für die niedrigen Geburtenraten.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Familienstrukturen, die Rolle der Frau, familienpolitische Maßnahmen, Kinderbetreuung sowie theoretische Erklärungen für das veränderte generative Verhalten.
Das Ziel ist es, die Problematik der Vereinbarkeit aufzuzeigen und zu untersuchen, welche Maßnahmen notwendig sind, um diese zu erleichtern und den Geburtenrückgang zu stoppen.
Die Arbeit nutzt die Individualisierungsthese nach Ulrich Beck sowie die ökonomische Theorie der Familie nach Gary S. Becker als theoretische Erklärungsansätze.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Familie, die aktuelle Vereinbarkeitsproblematik, theoretische Erklärungsmodelle sowie die Bewertung politischer Leistungen wie Rentensystem und Elterngeld.
Wichtige Begriffe sind Vereinbarkeit, Ernährermodell, Geburtenrate, Individualisierung und staatliche Familienleistungen.
Die Autorin sieht den Mangel an qualifizierter Kinderbetreuung als wesentlichen Hemmschuh für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland.
Im Gegensatz zu den genannten Ländern, die Kinderbetreuung als staatliche Aufgabe begreifen und entsprechend fördern, ist Deutschland stärker am traditionellen männlichen Ernährermodell orientiert.
Es wird als Fortschritt gegenüber dem alten Erziehungsgeld angesehen, da es einen Lohnausgleich darstellt, greift jedoch für hochqualifizierte Frauen zu kurz, wenn gleichzeitig keine ausreichende Betreuungsinfrastruktur existiert.
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