Diplomarbeit, 2007
74 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung
2 Leasing als Finanzierungsinstrument
2.1 Begriff und Wesen des Leasing
2.2 Erscheinungsformen des Leasing
2.2.1 Finanzierungsleasing und Operating Leasing
2.2.2 Direktes und indirektes Leasing
2.2.3 Sale-and-lease-back-Geschäfte
2.3 Leasing in Abgrenzung zu gesetzlichen Vertragstypen
2.3.1 Bedeutung der zivilrechtlichen Einordnung
2.3.2 Abgrenzung des Leasing zum Miet- und Kaufvertrag
2.4 Argumente für eine Leasingfinanzierung
3 Leasingbilanzierung nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften
3.1 Grundsätze der kapitalmarktorientierten Rechnungslegung
3.2 Prinzipienbasierung versus Regelbasierung
3.3 Klassifizierung von Leasingverhältnissen
3.3.1 Zurechnung gemäß wirtschaftlichem Eigentum
3.3.2 Zurechnungskriterien nach IAS/IFRS und US-GAAP
3.3.3 Spezialleasing und Indikatoren nach IAS/IFRS
3.4 Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17
3.4.1 Bilanzierung beim Leasingnehmer
3.4.2 Bilanzierung beim Leasinggeber
4 Gründe für Reformüberlegungen in der Leasingbilanzierung
4.1 Kritik an der aktuellen Bilanzierung von Leasingverhältnissen
4.1.1 Hohe Komplexität
4.1.2 Unzureichende Informationsbereitstellung
4.1.3 Gestaltungsanfällige Klassifikationskriterien
4.1.3.1 Anreize des Leasingnehmers zur bilanzneutralen Gestaltung von Leasingverträgen
4.1.3.2 Kritik an den qualitativen Zurechnungskriterien nach IAS/IFRS
4.1.3.2.1 Mietzeittest
4.1.3.2.2 Barwerttest
4.1.3.2.3 Günstige Kaufoption
4.2 Aktuelle Vorschläge zur Reform der Leasingbilanzierung
5 Vorschlag der G4+1-Working Group: Financial components approach
5.1 Die G4+1-Working Group
5.2 Das Konzept des Vorschlags
5.3 Bilanzierung einfacher Leasingverhältnisse
5.3.1 Bilanzierung beim Leasingnehmer
5.3.2 Bilanzierung beim Leasinggeber
5.4 Bilanzierung von Leasingverhältnissen mit zusätzlichen Komponenten
5.4.1 Bilanzierung von Leasingverträgen mit Kündigungs-, Mietverlängerungs- und Kaufoptionen beim Leasingnehmer
5.4.2 Bilanzierung von Leasingverträgen mit bedingten Leasingraten beim Leasingnehmer
5.4.3 Bilanzierung von Leasingverträgen mit Restwertvereinbarungen beim Leasingnehmer
6 Whole asset approach
6.1 Die Grundidee des Ansatzes
6.2 Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach dem whole asset approach
6.2.1 Bilanzierung beim Leasingnehmer
6.2.2 Bilanzierung beim Leasinggeber
7 Würdigung der Alternativvorschläge
7.1 Konflikt mit dem Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte
7.1.1 Der Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte
7.1.2 Definition des schwebenden Geschäfts
7.1.3 Untersuchung der Existenzberechtigung in den IAS/IFRS
7.1.3.1 Aufblähungsargument und Ausgeglichenheitsvermutung
7.1.3.2 Begründung anhand der qualitativen Anforderungen des Framework
7.1.3.3 Begründung anhand des Realisationsprinzips
7.1.3.4 Ergebnis
7.2 Beurteilung der Ansätze im Hinblick auf die Verbesserung der Entscheidungsnützlichkeit
7.2.1 Anforderungen an einen informativen Leasingstandard
7.2.1.1 Vertragsklassifizierung oder einheitliche Leasingbilanzierung
7.2.1.2 Bilanzierung von Optionsrechten
7.2.1.3 Fair value oder Anschaffungskosten
7.2.2 Financial components approach
7.2.3 Whole asset approach
7.3 Beurteilung der Vorschläge hinsichtlich der Vereinfachung der Leasingbilanzierung
7.4 Auswirkungen auf den Bilanzinhalt
7.4.1 Financial components approach
7.4.2 Whole asset approach
8 Thesenförmige Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die international geltenden Regelungen zur Leasingbilanzierung und identifiziert die kritischen Schwachstellen, die den Bedarf für eine Reform ausgelöst haben. Dabei wird analysiert, ob alternative Konzepte wie der "Financial components approach" oder der "Whole asset approach" geeignet sind, die Entscheidungsnützlichkeit der Jahresabschlussinformationen zu erhöhen und die bestehenden Probleme der Leasingbilanzierung zu lösen.
4.1.1 Hohe Komplexität
Der erste Kritikpunkt richtet sich gegen die Komplexität der Vorschriften zur Leasingbilanzierung. Der Umfang der Regelungen durch die US-GAAP geht allein daraus hervor, dass in den US-GAAP zahlreiche Standards, Interpretations und Technical Bulletins Regelungen zur Leasingbilanzierung vorsehen. Hinzu tritt die mit hohem Aufwand verbundene Klassifizierung der Leasingverhältnisse in operating lease und finance bzw. capital lease. Zu diesem Zweck sind die Bestimmung von Mindestleasingzahlungen, die Einschätzung, wann ein kündbarer Vertrag vorliegt und die Unterscheidung von fixen und variablen Leasingraten notwendig. Im Rahmen der Vertragsklassifikation werden zudem geeignete Zinssätze erforderlich, wobei dem Leasingnehmer in der Regel der benötigte Kalkulationszinsfuß des Leasinggebers nicht bekannt ist. Ferner müssen bei der Bestimmung des internen Zinssatzes zur Abzinsung von Mindestleasingzahlungen komplexe finanzmathematische Berechnungen durchgeführt werden.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die ökonomische Relevanz von Leasing in Deutschland ein und erläutert die Kritik an der aktuellen Bilanzierungspraxis nach IAS 17 und SFAS 13.
2 Leasing als Finanzierungsinstrument: Hier werden Definition, Wesen und die verschiedenen Erscheinungsformen des Leasings sowie dessen Abgrenzung zu anderen Vertragstypen dargestellt.
3 Leasingbilanzierung nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze der kapitalmarktorientierten Rechnungslegung sowie die Kriterien zur Klassifizierung und Bilanzierung von Leasingverhältnissen.
4 Gründe für Reformüberlegungen in der Leasingbilanzierung: Hier wird die Kritik an der geltenden Leasingbilanzierung, insbesondere hinsichtlich Komplexität und Informationslücken, sowie der Wunsch nach einer umfassenden Neuregelung detailliert dargelegt.
5 Vorschlag der G4+1-Working Group: Financial components approach: Dieses Kapitel präsentiert das Konzept des "Financial components approach" der G4+1-Gruppe, welches vorsieht, ein Nutzungsrecht und eine korrespondierende Verbindlichkeit zu bilanzieren.
6 Whole asset approach: Hier wird der konzeptionelle Gegenentwurf zum Financial components approach erläutert, bei dem der gesamte Vermögensgegenstand bilanziert wird.
7 Würdigung der Alternativvorschläge: In diesem zentralen Teil wird untersucht, wie die Reformansätze den Konflikt mit dem Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte lösen und ob sie die Entscheidungsnützlichkeit verbessern.
8 Thesenförmige Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer prägnanten Übersicht der zentralen Untersuchungsergebnisse ab.
Leasingbilanzierung, IAS 17, US-GAAP, Financial components approach, Whole asset approach, Bilanzierung, Finanzierung, Nutzungsrecht, Entscheidungsnützlichkeit, Leasingnehmer, Leasinggeber, Schwebende Geschäfte, Realisationsprinzip, Bilanzpolitik, Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung der internationalen Leasingbilanzierung und der Diskussion um Reformvorschläge, die das Ziel einer einheitlichen und transparenteren Bilanzierung von Leasingverhältnissen verfolgen.
Zentral sind die Analyse der aktuellen Standards (IAS 17/SFAS 13), die Kritik an deren Komplexität und Gestaltungsanfälligkeit sowie die detaillierte Bewertung der Reformmodelle "Financial components approach" und "Whole asset approach".
Das Ziel ist es, Schwächen der bestehenden Leasingbilanzierung aufzuzeigen und zu prüfen, ob die vorgeschlagenen Alternativansätze die Entscheidungsnützlichkeit für Abschlussadressaten tatsächlich verbessern können.
Es handelt sich um eine analytische und kritische Literaturarbeit, die auf der Auseinandersetzung mit internationalen Rechnungslegungsstandards, Standardsetzer-Papieren sowie der finanzwirtschaftlichen Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der aktuellen Standards, die Darstellung der Kritikpunkte, die explizite Ausarbeitung der beiden Reformkonzepte sowie eine fundierte Würdigung dieser Ansätze unter Berücksichtigung bilanztheoretischer Grundsätze.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Off-Balance-Sheet-Financing", "Substance over Form", "Entscheidungsnützlichkeit", "Prinzipien- versus Regelbasierung" sowie die theoretische Verankerung der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte.
Das Spannungsfeld zwischen den regelbasierten US-GAAP und den prinzipienorientierten IFRS beeinflusst maßgeblich, wie Auslegungsspielräume bei der Leasingklassifizierung genutzt werden und wie das IASB versucht, diese durch qualitative Kriterien zu minimieren.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der "Whole asset approach" aus Vereinfachungsgesichtspunkten dem G4+1-Vorschlag vorzuziehen ist, da er die komplexe Zerlegung in Einzelkomponenten vermeidet, wenngleich er methodisch die Verbindlichkeit beim Leasingnehmer aufgrund der Rückgabeverpflichtung tendenziell zu hoch ansetzt.
Weil dieser Grundsatz bei der Informationsbilanzierung nach IFRS dazu führt, dass wesentliche Leasingverpflichtungen nicht in der Bilanz erscheinen, was die Vergleichbarkeit von Unternehmen massiv beeinträchtigt und somit den Zweck einer informativen Rechnungslegung untergräbt.
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