Diplomarbeit, 2007
69 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Theorien der Präferenzabkommen
2.1 Präferenzabkommen und verschiedene Formen wirtschaftlicher Integration
2.2 Die traditionelle statische Wohlfahrtsanalyse
2.3 Führen Präferenzabkommen zum multilateralen Freihandel?
2.3.1 Die „Dynamic Time-Path Question“
2.3.2 Präferenzabkommen - „Building Blocks“ oder „Stumbling Blocks“?
3. Die Präferenzabkommen der Europäischen Union
3.1 Kurzer Überblick über die Präferenzabkommen der EU
3.2 Das „Generalised System of Preferences“ (GSP)
3.2.1 Das Abkommen
3.2.1.1 Die Allgemeinen Regelungen
3.2.1.2 Die Sonderregelungen
3.2.1.3 Graduierung und Ausschluss aus dem GSP
3.2.1.4 Die Herkunftsregeln
3.2.1.5 Aktuelle Entwicklungen des GSP
3.3 Die „Everything But Arms“-Initiative (EBA-Initiative)
3.4 Die Euro-Mediterrane Partnerschaft (EMP)
3.5 Die EU und die Abkommen mit den Afrikanischen, Karibischen und Pazifischen Staaten (AKP-Staaten)
3.5.1 Die Assoziierungsabkommen unter dem Vertrag von Rom
3.5.2 Die Yaoundé-Abkommen
3.5.3 Die Lomé-Abkommen
3.5.4 Das Cotonou-Abkommen
4. Die Effekte und die Bewertung der Präferenzabkommen der EU
4.1 Überblick über die Effekte der Präferenzabkommen auf den Handel der EU mit den Entwicklungsländern
4.2 Vergleichende Studien über die Effekte der EU-Präferenzabkommen
4.3 Bewertung der Effekte der Präferenzabkommen
4.3.1 Niedrige „Utilization Rates“ und die Herkunftsregeln
4.3.2 Weitere Gründe für die enttäuschende Entwicklung des EU-Handels mit den Entwicklungsländern unter den Präferenzabkommen
4.3.3 Handelsschaffende oder Handelsablenkende Effekte – „Building Blocks“ oder „Stumbling Blocks“
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit analysiert kritisch das komplexe System der Präferenzabkommen der Europäischen Union mit Entwicklungsländern. Das primäre Ziel ist es, den Beitrag dieser Abkommen zur Integration der Entwicklungsländer in das multilaterale Handelssystem zu untersuchen und zu bewerten, warum trotz der gewährten Zollvorteile oft nur enttäuschende Handelseffekte erzielt wurden.
3.2.1.1 Die Allgemeinen Regelungen
Die Allgemeinen Regelungen des GSP bieten grundsätzlich allen 178 Entwicklungsländern eine Befreiung oder Senkung der Zölle auf Importe in die EU an. Insgesamt 2100 der 10300 Produkte können unabhängig von Präferenzabkommen zollfrei in die EU importiert werden, da der MFN-Zollsatz für diese Produkte Null beträgt. Von den Allgemeinen Regelungen profitieren etwa 7000 Produkte, von denen 3300 Produkte als nicht-empfindlich und 3700 Produkte als empfindlich eingestuft werden.
Wie bereits dargestellt, können als nicht-empfindlich eingestufte Produkte zollfrei von den Entwicklungsländern importiert werden, während bei als empfindlich eingestuften Produkten ein um 3.5 Prozentpunkte niedrigerer Zollsatz als der MFN-Zollsatz gezahlt werden muss. Die einzige Ausnahme hierfür besteht für Textilien und Kleidung, für die eine Reduzierung des MFN-Zolls um 20% gilt.
Die verschiedenen Sonderregelungen des GSP bieten, zusätzlich zum unter den Allgemeinen Regelungen gewährten Präferenzzollsatz, eine weitere Reduzierung des MFN-Zollsatzes an. Bei Wertzöllen wird hier, zusätzlich zu der aus den Allgemeinen Regelungen folgenden Reduzierung um 3.5 Prozentpunkte, der reguläre Zollsatz um weitere 5 Prozentpunkte reduziert. Daraus ergibt sich eine Reduzierung um insgesamt 8.5 Prozentpunkte für empfindliche Produkte, die die zusätzlichen Bedingungen einer der Sonderregelungen erfüllen. Für einige Produkte wird eine Verdopplung der Reduzierung des MFN-Zollsatzes gewährt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die 50-jährige Geschichte der EU-Präferenzabkommen vor und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Effektivität dieser Abkommen bei der Integration von Entwicklungsländern kritisch zu hinterfragen.
2. Die Theorien der Präferenzabkommen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der wirtschaftlichen Integration, insbesondere Viner’s Wohlfahrtsanalyse und die Dynamik von „Building Blocks“ gegenüber „Stumbling Blocks“ im Welthandel.
3. Die Präferenzabkommen der Europäischen Union: Hier werden die unterschiedlichen Kategorien der EU-Handelspolitik detailliert dargestellt, von der „Pyramid of Privilege“ über das GSP und die EBA-Initiative bis hin zu den mediterranen und AKP-Abkommen.
4. Die Effekte und die Bewertung der Präferenzabkommen der EU: Dieses Kapitel analysiert anhand empirischer Studien die tatsächlichen Auswirkungen der Abkommen auf den Handel und bewertet kritisch, warum restriktive Herkunftsregeln die Nutzung der Präferenzen oft behindern.
5. Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerung resümiert, dass die Abkommen ihr Ziel einer tieferen Handelsintegration nur bedingt erreicht haben und fordert Vereinfachungen, insbesondere bei den Herkunftsregeln, um die wirtschaftliche Entwicklung der Partnerländer besser zu unterstützen.
Präferenzabkommen, Europäische Union, Entwicklungsländer, Handelspolitik, GSP, EBA-Initiative, AKP-Staaten, Wohlfahrtsanalyse, Herkunftsregeln, Utilization Rate, Welthandel, Integration, Zollpräferenzen, Handelseffekte, Außenwirtschaft.
Die Arbeit befasst sich mit den Handelsbeziehungen der EU zu Entwicklungsländern und der kritischen Bewertung der bestehenden Präferenzabkommen.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Handelsintegration, die detaillierte Vorstellung des EU-Präferenzsystems sowie die empirische Analyse der Handelseffekte.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit die EU-Präferenzabkommen tatsächlich zu einer positiven ökonomischen Integration der Entwicklungsländer beigetragen haben.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung über wohlfahrtsökonomische Modelle sowie eine Auswertung bestehender empirischer Studien und statistischer Daten zur Handelsentwicklung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, die detaillierte Darstellung der verschiedenen EU-Abkommen und eine tiefgehende empirische Bewertung der Handelseffekte und Hindernisse.
Präferenzabkommen, EU-Handelspolitik, Entwicklungsländer, Herkunftsregeln und Handelseffekte sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Die Arbeit führt vor allem administrative Hürden und die komplexen, strengen Herkunftsregeln an, die eine Nutzung der Zollvorteile für viele Unternehmen in Entwicklungsländern erschweren.
Dies ist eine bildliche Darstellung der hierarchischen Struktur der EU-Handelspolitik, bei der bestimmte Ländergruppen (wie AKP-Staaten) höhere Präferenzen genießen als andere (wie GSP-Länder).
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