Diplomarbeit, 2007
82 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Gesetzlicher Kündigungsschutz in Deutschland
2.1 Kündigungsgründe
2.1.1 Personenbedingte Kündigung
2.1.2 Verhaltensbedingte Kündigung
2.1.3 Betriebsbedingte Kündigung
2.2 Geltung des KSchG
2.3 Befristete Beschäftigung
2.4 Abfindungen
3 Theoretische Aspekte des gesetzlichen Kündigungsschutzes
3.1 Arbeitsnachfrage
3.1.1 Statische Arbeitsnachfrage
3.1.2 Anpassungskosten der dynamischen Arbeitsnachfrage
3.1.3 Intertemporale Arbeitsnachfrage
3.2 Institutionenökonomische Aspekte
3.2.1 Beschäftigungsfixkosten
3.2.2 Externe Effekte
3.2.3 Asymmetrische Informationen
3.2.4 Kooperation
3.2.5 Insidermacht
3.3 Juristische Sichtweise
4 Empirische Aspekte des gesetzlichen Kündigungsschutzes
4.1 Literaturüberblick
4.1.1 Studien auf Makroebene
4.1.2 Studien auf Mikroebene
4.2 Indikatorenansatz der OECD
4.2.1 Methodologie
4.2.2 Ergebnisse
4.2.3 Kritische Betrachtung
4.3 IW - Umfrage
4.3.1 Methodologie
4.3.2 Ergebnisse
4.3.3 Kritische Betrachtung
4.4 REGAM - Studie der Böcklerstiftung
4.4.1 Methodologie
4.4.2 Ergebnisse
4.4.3 Kritische Betrachtung
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des gesetzlichen Kündigungsschutzes unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Arbeitsmarktsituation, wobei sowohl theoretische als auch empirische Perspektiven eingenommen werden. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie institutionelle Regelungen die Beschäftigungswirkungen und das Einstellungsverhalten von Unternehmen beeinflussen.
3.2.1 Beschäftigungsfixkosten
Als marktwirtschaftliches Äquivalent zum gesetzlichen Kündigungsschutz kommen Beschäftigungsfixkosten in Betracht, weil sie einerseits Kosten bei der Schaffung und Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen erzeugen und andererseits, weil sie eine Tendenz zur Stabilisierung und Verstetigung im Arbeitsmarkt aufweisen. Beschäftigungsfixkosten gehören zu den Transaktionskosten, die jene Kosten bezeichnen, welche ganz allgemein bei der Übertragung von Verfügungs- oder Vertragsrechten entstehen. Transaktionskosten sind immer wohlfahrtsmindernd, weil sie für die Marktakteure zusätzlichen Aufwand bei gleichem Ergebnis verursachen, verglichen mit einer Welt kostenloser Transaktionen und vollständiger Informationen. Insbesondere mit der Benutzung des Marktes sind Kosten verbunden, die vorwiegend als Such-, Verhandlungs- und Vertragsabwicklungskosten in Erscheinung treten. So fallen zu Beginn eines jeden Beschäftigungsverhältnisses sichere Kosten an, die unabhängig von der Vertragsdauer und teilweise auch unabhängig von der Anzahl der gleichzeitig neu geschlossenen Arbeitsverträge sind. Zu letzteren gehören die Such- und Anwerbungskosten, die bei zehn Bewerbern so hoch sind, wie bei einem.
Je kürzer die tatsächliche Dauer des Vertragsverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist, desto höher der Anteil der fixen Kosten, der beim Arbeitgeber verbleibt. Dieser Anteil schrumpft mit der Dauer des Vertragsverhältnisses, weil die Fixkosten entsprechend der erwarteten Vertragsdauer in den monatlichen Lohnzahlungen einkalkuliert sind. Ebenso kann die Einstellung oder Entlassung von einzelnen Arbeitnehmern den Stillstand oder längere Unterbrechung der Arbeits- und Produktionsabläufe bedeuten. Die Zeit der Umorganisation ist mit einer geringeren Produktion und zusätzlichen Kosten in der Verwaltung verbunden. Diese Kosten sind weder abhängig von der Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer, noch treten sie periodisch auf und gehören somit zu den fixen Anpassungskosten der Beschäftigung. Der Arbeitgeber ist also im eigenen Interesse an der Langfristigkeit und Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses interessiert und verzichtet solange auf opportunistisches Verhalten (unerwartete Entlassungen), bis sich die Anfangsinvestitionen amortisiert haben bzw. um Kosten der Diskontinuität der Beschäftigung zu vermeiden. Für sich betrachtet, liefern Beschäftigungsfixkosten damit ein betriebswirtschaftliches Argument für die Vorteilhaftigkeit langfristiger Beschäftigungsverhältnisse.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Massenarbeitslosigkeit ein, kritisiert die Rolle des Kündigungsschutzes als Einstellungshemmnis und definiert das Ziel der Arbeit, die Beschäftigungswirkungen des Kündigungsschutzes theoretisch und empirisch zu beleuchten.
2 Gesetzlicher Kündigungsschutz in Deutschland: Hier wird der institutionelle Rahmen des deutschen Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) sowie die Regelungen zu Kündigungsgründen, Geltungsbereichen, befristeter Beschäftigung und Abfindungen erläutert.
3 Theoretische Aspekte des gesetzlichen Kündigungsschutzes: In diesem Teil werden ökonomische Modelle entwickelt, um die Auswirkungen von Kündigungsschutz auf die Arbeitsnachfrage mittels neoklassischer Ansätze sowie institutionenökonomischer Theorien, wie Transaktionskosten und Informationsasymmetrien, zu analysieren.
4 Empirische Aspekte des gesetzlichen Kündigungsschutzes: Dieser Abschnitt bietet einen Literaturüberblick sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit empirischen Studien, inklusive OECD-Indikatoren, einer IW-Umfrage und der REGAM-Studie der Böcklerstiftung.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Befunde zusammen und stellt fest, dass die ökonomischen Auswirkungen des Kündigungsschutzes komplex sind und weiterführenden Forschungsbedarf begründen.
Kündigungsschutz, Arbeitsmarkt, Beschäftigungswirkung, Institutionenökonomik, Anpassungskosten, Arbeitsnachfrage, Kündigungsschutzgesetz, Betriebsgröße, Sozialauswahl, Abfindungen, Beschäftigungsfixkosten, Informationsasymmetrie, Arbeitsmarktregulierung, Beschäftigungsfluktuation, Humankapital
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen des gesetzlichen Kündigungsschutzes in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf der Untersuchung liegt, ob und wie dieser den Arbeitsmarkt beeinflusst.
Zentrale Themen sind der institutionelle Rahmen des Kündigungsschutzes, die ökonomische Theorie der Arbeitsnachfrage unter Kündigungsbeschränkungen sowie die empirische Überprüfung der Auswirkungen auf Beschäftigung und Einstellungsverhalten.
Das primäre Ziel ist es, den Kündigungsschutz sowohl theoretisch als auch empirisch zu durchleuchten, um die Debatte um Arbeitsmarktderegulierung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu versachlichen.
Die Arbeit kombiniert theoretische Modellbildungen der Neoklassik und der Institutionenökonomik mit der Auswertung und kritischen Betrachtung empirischer Studien, darunter Umfragen und OECD-Indikatoren.
Der Hauptteil entwickelt Modelle zur statischen, dynamischen und intertemporalen Arbeitsnachfrage und nutzt institutionenökonomische Ansätze wie Humankapitaltheorie, Spieltheorie und Insider-Outsider-Theorien.
Kündigungsschutz, Arbeitsmarkt, Beschäftigungswirkung, Institutionenökonomik, Anpassungskosten und Arbeitsnachfrage sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die praktische Bedeutung der Kleinbetriebsklausel oft überschätzt wird, da viele betroffene Kleinstbetriebe das KSchG gar nicht kennen, und zeigt auf, dass gesetzliche Änderungen hier nicht zu signifikanten Verhaltensänderungen bei Neueinstellungen führen.
Der Autor schließt, dass die ökonomischen Wirkungen des Kündigungsschutzes nicht eindeutig sind und dass die Wirtschaftslage eines Betriebes einen deutlich stärkeren Einfluss auf Beschäftigungsentscheidungen hat als die arbeitsrechtlichen Bestimmungen selbst.
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