Diplomarbeit, 2006
105 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Abgrenzungen und Hinweise
2 Leistungsbezogene Vergütung als Instrument der Mitarbeitermotivation
2.1 Grundbegriffe der Motivationstheorie
2.1.1 Motiv
2.1.2 Motivation
2.2 Arbeitsmotivation
2.2.1 Leistungsbereitschaft und Unternehmenserfolg
2.2.2 Geld als Arbeitsmotiv
2.3 Motivationstheoretische Grundlagen materieller Anreizsysteme
2.3.1 Inhaltstheorien
2.3.1.1 Bedürfnispyramide von Maslow
2.3.1.2 Zweifaktorentheorie von Herzberg
2.3.2 Prozesstheorien
2.3.2.1 Erwartungs-Wert-Theorien
2.3.2.2 Gleichgewichtstheorien
2.3.3 Übertragbarkeit der Motivationstheorien in die betriebliche Praxis
2.4 Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung
2.4.1 Leistungsreagible Entlohnungsformen
2.4.1.1 Zeitlohn
2.4.1.2 Akkordlohn
2.4.1.3 Prämienlohn
2.4.2 Entgeltdifferenzierung durch Leistungsbeurteilung
2.5 Kritische Anmerkungen zur leistungsbezogenen Entlohnung
2.6 Zusammenfassung: Leistungsabhängige Vergütung und Motivation
3 Entgeltgrundsätze des Lohn- und Gehaltsrahmentarifvertrages
3.1 Bestimmungen des Lohnrahmentarifvertrages
3.1.1 Zeitlohn
3.1.1.1 Beurteilungsverfahren
3.1.1.2 Paritätische Kommission
3.1.2 Akkordlohn
3.1.2.1 Ermittlung der Vorgabezeiten
3.1.2.2 Störungen im Arbeitsablauf
3.1.2.3 Gruppenakkord
3.1.2.4 Akkordkommission
3.1.3 Prämienlohn
3.1.3.1 Prämienarten
3.1.3.2 Prämienausgangsleistung
3.1.3.3 Prämienfunktionslinie
3.1.3.4 Gruppenprämie
3.1.3.5 Störungen im Arbeitsablauf
3.1.3.6 Betriebsvereinbarung
3.1.3.7 Prämienkommission
3.2 Bestimmungen des Gehaltsrahmentarifvertrages
3.2.1 Höhe der Leistungszulage
3.2.2 Beurteilungsschema
3.2.3 Betriebsvereinbarung
3.2.4 Beurteilungsverfahren
3.2.5 Paritätische Kommission
3.3 Resümee
4 Entgeltgrundsätze des Entgeltrahmenabkommens
4.1 Zeitentgelt mit Beurteilung
4.1.1 Beurteilungsverfahren
4.1.1.1 Betriebliches Verfahren
4.1.1.2 Tarifvertragliches Verfahren
4.1.1.3 Leistungszulage ohne Beurteilung
4.1.2 Überprüfung der Beurteilung
4.2 Leistungsentgelt mit Kennzahlenvergleich
4.2.1 Voraussetzungen
4.2.2 Ermittlung der Kennzahlen
4.2.3 Betriebsvereinbarung
4.2.4 Gruppenvergütung
4.2.5 Störungen im Arbeitsablauf
4.3 Leistungsentgelt mit Zielvereinbarung
4.3.1 Betriebsvereinbarung
4.3.2 Zielvereinbarung
4.3.3 Ermittlung des Zielerreichungsgrades
4.4 Reklamationsverfahren zum variablen Entgelt
4.5 Resümee
5 Kritische Betrachtung
5.1 Vergleich der Mitbestimmungsrechte
5.2 Vergleich der Entgeltgrundsätze
5.2.1 Zeitentgelt mit Beurteilung
5.2.2 Leistungsentgelt mit Kennzahlenvergleich
5.2.3 Leistungsentgelt mit Zielvereinbarung
6 Fazit: ERA – Keine neue Aera für eine leistungsbezogene Entlohnung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist ein fundierter Vergleich zwischen den bisherigen tariflichen Entgeltgrundsätzen und den Regelungen des neuen Entgeltrahmenabkommens (ERA) in Rheinland-Pfalz, um zu untersuchen, inwiefern das ERA eine Neuerung oder Ergänzung der leistungsgerechten Entlohnung für tarifliche Mitarbeiter darstellt.
2.1.1 Motiv
Ein Motiv ist ein bewusster oder unbewusster Beweggrund für ein bestimmtes menschliches Verhalten.18 Es handelt sich um eine zunächst nur latent vorhandene Verhaltensbereitschaft.19 Motive beinhalten sowohl ein Bedürfnis, welches durch einen subjektiv empfundenen Mangel entsteht, als auch die Erwartungshaltung, dass dieser Mangel durch eine bestimmte Handlung oder Verhaltensweise abgestellt werden kann.20
Grundsätzlich wird zwischen den primären und den sekundären sowie zwischen den intrinsischen und extrinsischen Motiven unterschieden: Primäre Motive sind Instinkte, die ein Mensch von Geburt an besitzt und die auf biologisch physiologische Notwendigkeiten zurück gehen, wie z. B. das Stillen von Hunger oder Durst. Sekundäre Motive leiten sich aus den primären Motiven ab und dienen der Befriedigung anderer Motive. Hierzu gehört z. B. das Motiv Geld zu verdienen, da sich mit Geld viele primäre Motive befriedigen lassen. Im weitesten Sinne lassen sich alle Begierden, Ansprüche und Wünsche, die der Erfüllung der Zufriedenheit einer Person und nicht nur seinem Überleben dienen, den sekundären Motiven zuordnen.21
Bedeutsamer für die berufliche Tätigkeit ist die Unterteilung in intrinsische und extrinsische Motive. Intrinsische Motive finden ihre Befriedigung in der Arbeit selbst. Zu diesen Motiven zählt z. B. die Möglichkeit des Mitarbeiters im Unternehmen aufzusteigen. Bei den extrinsischen Motiven führt nicht die Tätigkeit selbst zur Befriedigung, sondern die Folgen der Arbeit oder ihre Begleitumstände. Typischerweise zählt hierzu das Motiv Geld zu verdienen.22
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Kontext des Entgeltrahmenabkommens (ERA) in Deutschland und Rheinland-Pfalz ein und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Leistungsbezogene Vergütung als Instrument der Mitarbeitermotivation: Hier werden motivationstheoretische Grundlagen, verschiedene materielle Anreizsysteme und die verschiedenen Lohnformen in Bezug auf ihre psychologische Wirkung analysiert.
3 Entgeltgrundsätze des Lohn- und Gehaltsrahmentarifvertrages: Dieses Kapitel erläutert die bisherigen tariflichen Bestimmungen für Arbeiter und Angestellte in der rheinland-pfälzischen Metall- und Elektroindustrie.
4 Entgeltgrundsätze des Entgeltrahmenabkommens: Es wird die Struktur und Funktionsweise des neuen ERA-Entgeltsystems inklusive Zeitentgelt, Kennzahlenvergleich und Zielvereinbarung detailliert dargelegt.
5 Kritische Betrachtung: Eine kritische Analyse vergleicht die Mitbestimmungsrechte und Entgeltprinzipien des alten Systems mit den Neuerungen durch das ERA.
6 Fazit: ERA – Keine neue Aera für eine leistungsbezogene Entlohnung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das ERA als Modernisierung, jedoch nicht als den radikalen Umbruch, den der Titel suggeriert.
Entgeltrahmenabkommen, ERA, Leistungsentgelt, Entlohnung, Arbeitsmotivation, Tarifvertrag, Leistungsbeurteilung, Motiv, Anreizsystem, Akkordlohn, Prämienlohn, Zielvereinbarung, Kennzahlenvergleich, Mitbestimmung, Lohnrahmentarifvertrag.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen und strukturellen Veränderungen durch das Entgeltrahmenabkommen (ERA) in der Metall- und Elektroindustrie von Rheinland-Pfalz hinsichtlich der leistungsbezogenen Vergütung.
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Arbeitsmotivation, die bisherigen tariflichen Lohnstrukturen sowie die neuen ERA-Entgeltgrundsätze und deren praktische Implementierung.
Ziel ist es zu klären, inwieweit das ERA tatsächlich zu einer qualitativen Neuerung oder lediglich zu einer ergänzenden Anpassung der leistungsgerechten Entlohnung bei tariflichen Mitarbeitern führt.
Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse der Tarifverträge (LRTV, GRTV, ERA) sowie eine Auswertung motivationstheoretischer Erkenntnisse vorgenommen.
Der Hauptteil analysiert die Entgeltgrundsätze (Zeitlohn, Akkord, Prämie) im Vergleich zu den neuen Systemen (Zeitentgelt mit Beurteilung, Kennzahlenvergleich, Zielvereinbarung).
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie ERA, Leistungsentgelt, Entlohnung, Motivationsinstrumente, Mitbestimmungsrechte und Leistungsgerechtigkeit.
Die paritätische Kommission dient als betriebsinternes Gremium zur außergerichtlichen Klärung von Streitigkeiten, etwa bei Beurteilungsfragen oder Akkordvorgaben.
Der Autor bemängelt unter anderem die starre Kopplung an Mindest-Zulagensummen, die laut kritischer Analyse den individuellen Leistungsanreiz schmälern und das System eher zu einem Verteilungsmechanismus degradieren.
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